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Gefahr für deutsche Banken Bundesbank warnt vor Risiken durch Schiffskredite

Der Stresstest der europäischen Banken durch die EZB rückt näher. Dabei könnte es auch für die deutschen Banken böse Überraschungen geben, fürchtet die Bundesbank.
03.11.2013 - 11:38 Uhr Kommentieren
Die Bundesbank sieht noch Risiken bei deutschen Banken. Das betrifft vor allem Schiffskredite und Gewerbeimmobilien. Quelle: dpa

Die Bundesbank sieht noch Risiken bei deutschen Banken. Das betrifft vor allem Schiffskredite und Gewerbeimmobilien.

(Foto: dpa)

Frankfurt Vor der Bilanzprüfung durch die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Bundesbank für die deutschen Institute Risiken durch Schiffskredite und Darlehen für Gewerbeimmobilien. Bei Schiffskrediten haben die großen Banken ihren Bestand seit Mitte letzten Jahres um zehn Prozent reduziert, aber ich gehe davon aus, dass es weitere Wertberichtigungen geben wird, sagte der für Finanzstabilität zuständige Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret im Interview der WirtschaftsWoche. Auch die niedrigen Zinsen seien zunehmend belastend.

Mitte 2012 hatten die zwölf großen, international tätigen deutschen Institute laut Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank Schiffskredite in Höhe von 98 Milliarden Euro in ihren Büchern. Banken wie die HSH Nordbank oder die Commerzbank, die viele Darlehen an die Reeder ausgereicht haben, bekommen die Krise der Branche zu spüren, die wegen Überkapazitäten und des mauen Welthandels eine tiefe Krise durchläuft. Vor 2015 halte ich eine Erholung der Schifffahrtsbranche für nicht realistisch, sagte Dombret.

Auch die niedrigen Zinsen setzen den Banken zu. Im Niedrigzinsumfeld geraten gerade bei einlagenstarken Instituten die Margen unter Druck, sagte der Bundesbank-Vorstand. Die Banken seien deshalb aufgefordert, ihre Geschäftsmodelle zu prüfen und falls nötig anzupassen. Die Ertragslage der Lebensversicherer sei noch gut, müsse aber beobachtet werden. Für die Finanzstabilität wäre es problematisch, wenn Banken und Versicherer auf der Suche nach Rendite in besonders riskante Anlagen investierten, warnte Dombret.

Aufseher und Banken bereiten sich zurzeit auf die Bilanzprüfung der EZB vor. In den kommenden zwölf Monaten werden 128 Banken in der Währungsunion, darunter 24 deutsche Institute, auf Herz und Nieren geprüft, bevor die EZB ab November 2014 die Aufsicht über die Banken in der Euro-Zone übernimmt. Große Banken beaufsichtigt die EZB ab dann selbst, die kleineren Institute bleiben unter nationaler Aufsicht mit Durchgriffsrecht seitens der EZB. Nach wie vor nicht geregelt ist, wie Banken im Fall des Falles abgewickelt werden. In Europa sollte ein Abwicklungsmechanismus möglichst zeitgleich mit der gemeinsamen Aufsicht starten, forderte Dombret.

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