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Geldentwertung Das waren die schlimmsten Inflationskrisen vor Venezuela

Venezuela streicht bei seiner Währung fünf Nullen. Doch damit lassen sich die Probleme dort kaum lösen. Es gibt Parallelen zu anderen Ländern.
21.08.2018 - 20:24 Uhr Kommentieren
500-Bolivar-Geldnoten aus Venezuela. Quelle: dpa
Fast wertloses Geld

500-Bolivar-Geldnoten aus Venezuela.

(Foto: dpa)

Frankfurt Im Kampf gegen die ausufernde Inflation setzt Venezuela auf verzweifelte Mittel: Ab dem heutigen Dienstag bringt es neue Banknoten in Umlauf – und streicht dabei fünf Nullen. Zudem koppelt die Regierung um den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro die Währung Bolívar künftig an die selbst kreierte staatliche Kryptowährung Petro, die das Land in diesem Jahr herausgegeben hat.

Die meisten Ökonomen bezweifeln jedoch, dass sich die Währung dadurch stabilisieren lässt. Der Internationale Währungsfonds rechnete jüngst damit, dass die Inflation in Venezuela in diesem Jahr auf über eine Million Prozent steigt. Damit droht ähnlich wie in der Weimarer Republik eine Hyperinflation. Auch Simbabwe hat eine dramatische Inflationskrise hinter sich.

Dramatische Lage in Venezuela
Wie dramatisch die Lage in Venezuela ist, zeigt sich etwa daran, dass Geld bis vor Kurzem gewogen wurde. Das grundsätzliche Problem ist: Die Regierung gibt deutlich mehr Geld aus, als sie eigentlich hat. So lag das Budgetdefizit zuletzt bei etwa 20 Prozent der Wirtschaftsleistung. Dabei hat das Land die größten Ölreserven der Welt.

Als Hugo Chavez, der Vorgänger des heutigen Präsidenten Maduro, 1999 ins Amt kam und die sogenannte bolivarische Revolution begann, profitierte Venezuela noch vom steigenden Ölpreis. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Einiges spricht dafür, dass die Inflationskrise irgendwann so endet, dass der US-Dollar de facto die Landeswährung als Zahlungsmittel ablöst.

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    Parallelen zur Krise in Simbabwe
    So jedenfalls ist vor etwa zehn Jahren die Inflationskrise in Simbabwe ausgegangen. Dort gab es auf dem Höhepunkt 2008 gar keine offizielle Statistik mehr. Die Inflationsrate wurde aber auf bis zu 500 Milliarden Prozent geschätzt. Zu dieser Zeit erhöhten Läden bisweilen mehrfach am Tag ihre Preise.

    In Simbabwe war ein Grund für den Niedergang eine Landreform des damaligen Präsidenten Robert Mugabe. Dieser ließ weiße Bauern enteignen, was dazu führte, dass deren Ländereien zum Teil brachlagen und sich westliche Geldgeber vom Land abwandten. Die Inflationsspirale endete schließlich damit, dass der US-Dollar zur offiziellen Währung wurde. Obwohl durch die Hyperinflation die Wirtschaft dramatisch schrumpfte, hielt sich Mugabe danach noch etwa zehn Jahre im Amt.

    Rückblick auf die Weimarer Republik
    Auch in Deutschland gab es in der Weimarer Republik 1923 eine Hyperinflation. Obwohl dies fast hundert Jahre her ist, hat die damalige Erfahrung bis heute Spuren hinterlassen. So gelten die Deutschen im Unterschied zu anderen Euro-Ländern wie etwa Italien oder Frankreich als besonders allergisch gegen Inflation.

    Die Hyperinflation der Weimarer Republik war letztlich eine Spätfolge des Ersten Weltkriegs. Um die enormen Kriegskosten zu finanzieren, hatte sich das Kaiserreich dramatisch verschuldet. Nach dem Krieg musste es dann außerdem für den Wiederaufbau zahlen und Reparationen leisten. Dafür brachte die Regierung immer mehr Geld in Umlauf.

    Das führte zu einer Spirale aus immer schneller steigenden Preisen. Damals wurde auf dem Höhepunkt der Krise im November 1923 die alte Währung abgeschafft und durch eine neue ersetzt.

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