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Geldpolitik Bundesbank-Präsident warnt vor einer außergewöhnlich expansiven Geldpolitik

Weidmann hat auf das Risiko einer Blasenbildung an den Finanzmärkten hingewiesen. In der Realwirtschaft könnten die Finanzierungsbedingungen zudem unrentable Firmen über Wasser halten.
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„Eine außergewöhnlich expansive Ausrichtung der Geldpolitik kann kein Dauerzustand sein, nicht zuletzt, weil sie mit Risiken und Nebenwirkungen einhergeht“, sagte Weidmann. Quelle: dpa
Jens Weidmann

„Eine außergewöhnlich expansive Ausrichtung der Geldpolitik kann kein Dauerzustand sein, nicht zuletzt, weil sie mit Risiken und Nebenwirkungen einhergeht“, sagte Weidmann.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor den Gefahren einer zu langen Phase der ultralockeren Geldpolitik im Euro-Raum. Zwar müssten die Währungshüter auf einen schwachen Preisdruck reagieren, sagte er am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Düsseldorf laut Redetext. Sie dürften aber auch den Weg der Normalisierung der Geldpolitik nicht unnötig hinausschieben, sofern die Inflationsaussichten dies zuließen. „Eine außergewöhnlich expansive Ausrichtung der Geldpolitik kann kein Dauerzustand sein, nicht zuletzt, weil sie mit Risiken und Nebenwirkungen einhergeht“, sagte Weidmann. Perspektivisch brauche die Geldpolitik wieder mehr Wasser unter dem Kiel.

Weidmann wies auf das Risiko einer Blasenbildung an den Finanzmärkten hin. Zudem würden in der Realwirtschaft die sehr günstigen Finanzierungsbedingungen womöglich unrentable Firmen über Wasser halten. Auch könnten die Tiefzinsen möglicherweise eine höhere Marktkonzentration begünstigen. „Ein Grund könnte etwa ein höherer Verschuldungsgrad großer Unternehmen sein.“ Diese würden besonders vom niedrigen Zinsniveau profitieren und könnten ihre Marktstellung ausbauen. Die Folge: Jungen Unternehmen würde der Start erschwert.

Die EZB hält ihre Leitzinsen seit Frühjahr 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. In Reaktion auf die jüngste Konjunktureintrübung im Euro-Raum verschob sie im März die Zinswende nach hinten und will ihre Schlüsselsätze nun mindestens bis zum Jahresende nicht antasten.

Die Wachstumsdelle im Währungsraum geht zu einem erheblichen Teil auf eine schwache Konjunktur in Deutschland zurück. Doch Weidmann zufolge spricht einiges dafür, dass die Wirtschaft in Deutschland nach dem Durchhänger wieder Fahrt aufnehmen wird. Es gebe erste Anzeichen dafür, dass sich der private Verbrauch dank einer ausgezeichneten Arbeitsmarktlage und steigender Einkommen erhole. „So verzeichnete der Einzelhandel im ersten Quartal ein kräftiges Umsatzplus.“ Auch in der Vergangenheit habe es derartige Phasen immer wieder gegeben, ohne dass sie in eine Rezession gemündet seien.

  • rtr
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