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Geldpolitik Bundesbank-Vorstand erwartet 2019 eine EZB-Debatte über Refinanzierung

Möglicherweise hat die Vollzuteilung mit EZB-Geld bald ein Ende. Nächstes Jahr werde über Refinanzierung gesprochen, sagt Sabine Mauderer.
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In Folge der Finanzkrise waren die Euro-Wächter zu einer Vollzuteilungspolitik übergegangen. Quelle: dpa
EZB in Frankfurt am Main

In Folge der Finanzkrise waren die Euro-Wächter zu einer Vollzuteilungspolitik übergegangen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Banken müssen sich möglicherweise bald auf das Ende der Vollversorgung mit Geld durch die EZB einstellen. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) werde sich 2019 mit den Bedingungen der Refinanzierung beschäftigen, sagte Bundesbank-Vorstand Sabine Mauderer am Donnerstag auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt laut Redetext.

„Die Frage ist, ob es für notwendig erachtet wird, die Vollzuteilungspolitik uneingeschränkt fortzuführen.“ Derzeit können Institute in den Kreditgeschäften mit der Euro-Notenbank gegen Sicherheiten noch so viel Geld von ihr zum Festzins erhalten, wie sie abrufen. Laut Mauderer gilt diese Vollzuteilungspolitik noch bis Anfang 2020. Die ehemalige KfW-Bankerin ist bei der Bundesbank seit September für das Ressort Märkte zuständig.

Die Euro-Wächter waren im Oktober 2008 in der Finanzkrise in ihren regulären Kreditgeschäften mit Geldhäusern von einem Auktionsverfahren zur Vollzuteilung übergangen. Der Grund damals: Als Folge der Krise war der Interbanken-Geldmarkt ausgetrocknet. Institute liehen sich untereinander kaum noch Geld aus, weil sie befürchteten, ihre Geschäftspartner könnten über Nacht illiquide oder insolvent werden.

Mit ihrem Schritt wollte die EZB eine Liquiditätskrise im Finanzsystem verhindern. Mauderer äußerte sich auch zur Zukunft der längerfristigen EZB-Kreditgeschäfte – in der Fachwelt „TLTRO“ genannt. Ob solche Langfristdarlehen auch künftig noch erforderlich seien würden, hänge unter anderem davon ab, wie gut künftig der Geldmarkt funktioniere, sagte sie.

Die Währungshüter hatten 2016 eine Serie solcher Darlehen beschlossen. Sie waren Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, mit dem sie unter anderem das Kreditgeschäft im Währungsraum ankurbeln wollten. Nach jahrelanger Krisenpolitik schwenkt die EZB aber langsam zu einer weniger expansiven Ausrichtung um. So will sie ihre billionenschweren Anleihenkäufe Ende Dezember einstellen.

Danach will sie weiterhin noch für längere Zeit auslaufende Titel wieder ersetzen. Über die Details der Wiederanlagepolitik werde der EZB-Rat im Dezember entscheiden, sagte Mauderer. Der Bundesbank sei wichtig, dass es nicht zu Marktverzerrungen komme. „Das verlangt auch eine gewisse Flexibilität hinsichtlich Anlagehorizont und Wiederanlage-Zeitpunkten.“

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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