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Geldpolitik Die EZB akzeptiert nun auch Schrottpapiere als Sicherheiten

Die neue übergangsweise Regelung soll die Effekte der Coronakrise abmildern. Sie könnte auch Auswirkungen auf den Zusammenhalt der Euro-Zone haben.
22.04.2020 - 21:51 Uhr Kommentieren
Corona: EZB akzeptiert nun auch Schrottpapiere als Sicherheiten Quelle: dpa
Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Es ist gut möglich, dass der EZB-Rat bei seiner nächsten regulären Sitzung eine Ausweitung des bisherigen Kaufprogramms beschließen wird.

(Foto: dpa)

Frankfurt Am Mittwochabend hat die Europäische Zentralbank beschlossen, übergangsweise ihre Anforderungen an Sicherheiten zu lockern die sie bei der Kreditvergabe an Geschäftsbanken annimmt. Bisher müssen Anleihen mindestens einen Investment Grade haben, was in der Sprache der Rating-Agenturen einem Minimum von BBB- entspricht. Im Gegenzug gibt es einen Haircut, als der Wert der jeweiligen Papiere wird etwas niedriger angesetzt.

Sofern dies am 7. April 2020 der Fall ist, können diese Papiere bis zum September 2021 weiter akzeptiert werden, auch wenn sie von Ratingagenturen auf die Note BB herabgestuft werden. Zinspapiere ab BB werden im Jargon der Finanzmärkte auch als Junk Bonds, als Schrottpapiere, bezeichnet. Für so genannte Asset Backed Securities (ABS) gilt die entsprechende Regelung bei einer Herabsetzung von bisher A- auf bis BB+; diese Wertpapiere basieren auf Forderungen, zum Beispiel aus dem Verkauf von Autos.

Hintergrund der Entscheidung ist die Sorge, dass im Zuge der Coronakrise Anleihen von Unternehmen oder Staaten heruntergestuft werden könnten, so dass sie dann nicht mehr als Besicherung für Kredite zur Verfügung stehen würden. „Damit wird gesichert, dass weiterhin ausreichend Sicherheiten vorhanden sind, was wesentlich ist, damit die Banken während dieser schwierigen Zeiten Unternehmen und Haushalte finanzieren können“, heißt es in der Mitteilung der Notenbank. Außerdem geht es darum, einen prozyklischen Effekt zu verhindern, also in der Krise die Kreditvergabe nicht zu erschweren, was die Krise vertiefen würde.

Vorbedingung für Käufe

Die Akzeptanz als Sicherheit ist im übrigen eine Voraussetzung dafür, dass diese Papiere im Rahmen der Geldpolitik von der EZB gekauft werden können, in der Regel lehnen sich die Kaufprogramme von ihren Bedingungen recht eng an die Beleihungskonditionen an.

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    Die EZB erwähnt in ihrer Mitteilung allerdings explizit keine Käufe, verweist aber auf den Zusammenhang zu früheren „Lockerungsmaßnahmen“ und kündigt an, bei Bedarf weitere Schritte zu unternehmen, um eine störungsfreie Übertragung der Geldpolitik in alle Staaten der Euro-Zone sicherzustellen. Die Begründung einer störungsfreien Übertragung wurde in der Vergangenheit schon häufig im Zusammenhang mit Anleihekäufen genannt. Die EZB hatte im März Käufe im Volumen von 750 Milliarden Euro angekündigt.

    Hintergrund der Maßnahmen sind auch die laufenden Beratungen auf europäischer Ebene über mögliche finanzpolitische Hilfen für Staaten wie zum Beispiel Italien, die besonders hart von der Epidemie getroffen werden.

    EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat ebenso wie ihr Vorgänger Mario Draghi immer wieder gefordert, dass die Finanzpolitik entschlossen zum Zusammenhalt der Euro-Zone beitragen soll. Gleichzeitig haben beide deutlich gemacht, dass sie alles im Rahmen ihre Mandats möglich für den Zusammenhalt tun werden, wenn er anders nicht gewährleistet ist.

    Mehr: Fünf Thesen zur neuen Rolle der Notenbanken

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