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Geldpolitik Die Fed allein kann es nicht richten – und ruft nach der Politik

Fed-Chef Powell rechnet für die kommenden Monate trotz des Beginns der Impfungen weiter mit großen wirtschaftlichen Unsicherheiten. Zinserhöhungen erteilt er eine Absage – vorerst.
17.12.2020 - 00:07 Uhr Kommentieren
Die Fed wird ihren Zinssatz nicht verändern, aber weiterhin Anleihen kaufen. Quelle: AP
Fed-Chef Jerome Powell

Die Fed wird ihren Zinssatz nicht verändern, aber weiterhin Anleihen kaufen.

(Foto: AP)

New York Fed-Chef Jerome Powell hat am Mittwoch all jene enttäuscht, die gehofft hatten, dass die amerikanische Notenbankbank Federal Reserve die Wirtschaft noch stärker unterstützen könnte.

Stattdessen machte er während der Pressekonferenz nach der letzten Zinssitzung in diesem Jahr klar, dass der Pfad der Wirtschaft mehr denn je vom Verlauf der Corona-Pandemie abhänge und dass die Politik gefragt sei. Die Fed dagegen werde ihre Zins-Politik ebenso wenig ändern wie ihre Strategie für Anleihen-Käufe.

Die Fed hat am Mittwoch entschieden, den Leitzins unverändert in der bereits extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent zu belassen. Die milliardenschweren Wertpapierkäufe zur Stützung der Konjunktur werden beibehalten.

Powell erklärte nach der Sitzung des Direktoriums, er erwarte für die kommenden Monate trotz des Beginns der Impfungen weiter große wirtschaftliche Unsicherheiten. Die jüngst stark gestiegenen Corona-Fallzahlen könnten die Konjunktur bremsen.

Die Erwartungen für das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr hat die Fed dennoch leicht erhöht: Für 2021 rechnet die Zentralbank mit einem Wachstum von 4,2 Prozent und mit einer Arbeitslosigkeit von fünf Prozent zum Jahresende.

Powell ist überzeugt, dass die derzeitigen Fed-Maßnahmen ausreichen. Die niedrigen Zinsen und die Bond-Käufe werden so lange anhalten, bis sich die Lage am Arbeitsmarkt und die Preisstabilität „substantiell verbessert“ hätten. Das könne noch einige Zeit dauern, mahnte er.

Anleihekäufe im Volumen von 120 Milliarden Dollar

„Machen wir uns nichts vor“, sagte er. Auch mit den niedrigen Zinsen und Asset-Käufen sei es derzeit schwer, die Inflation zu erhöhen. „Wir werden nicht im voraus Zinsen erhöhen, bevor wir nicht einen klaren Trend sehen“, stellte er klar. Das gleiche gelte für Zukäufe. „Erst wenn wir uns auf dem Weg sehen, unser Ziel zu erreichen, können wir graduell die Käufe reduzieren.“

Derzeit tätigt die Fed monatliche Anleihe-Käufe im Volumen von 120 Milliarden Dollar (99 Milliarden Euro). Damit pumpt die Fed eine Schwemme von Zentralbankgeld in den Finanzmarkt, womit sie das Zinsniveau zusätzlich niedrig hält, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben.

Einige Investoren hatten gehofft, dass die Fed ihre Anleihenkäufe verändert und stärker auf langfristige Bonds setzt. Das würde die Hypothekenzinsen beeinflussen und damit auch Hauskäufern helfen. Doch Powell machte klar, dass er derzeit darin keinen Sinn sieht.

Es reiche nicht, Kredite zu ermöglichen, die die Menschen dann nicht zurückzahlen können. Es sei viel wichtiger, dass die Politik endlich ein Hilfspaket durchsetzt. Bereits in der Vergangenheit hatte der Fed-Chef mehrfach an die Politik appelliert, ein neues Konjunkturpaket auf den Weg zu bringen.

Investoren begrüßen die Fed-Entscheidungen

„Er hat den gleichen Song mit mehr Emotionen gesungen“, kommentierte Paul McCulley, ehemaliger Direktor von Pimco, die Worte des Fed-Chefs. „Wir brauchen eine Brücke der Fiskalpolitik, um uns auf die andere Seite zu bringen“, pflichtet McCulley Powell bei. „Da ist nichts, was die Fed tun kann.“

„Eines der langweiligsten Board-Meetings“, nannte David Zervos, der Chefmarktstratege von Jefferies, das Treffen diese Woche. Deshalb hätten auch die Märkte nicht stark reagiert. „Wir werden Geldpolitik wahrscheinlich stärker aus der Gleichung nehmen und das ist wahrscheinlich eine gute Nachricht“, ist Zervos überzeugt.  

„Sie machen genau das, was wir sehen wollen“, lobte auch die Allianz Global Investors-Strategin Mona Mahajan die Fed-Politik. „Ich finde es gut, dass er sich auf den Arbeitsmarkt konzentriert hat“, sagt Liz Young von BNY Mellon Investment. „Der werde schließlich die Wirtschaft in den kommenden Monaten stark bestimmen.“  

Die Wall Street reagierte kurz nach der Verkündigung mit einen leichten Knick. Der Dow Jones machte einen kleinen Kursprung und schloss damit leicht im Plus.

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