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Geldpolitik Die Machtlosigkeit der Notenbanken

Notenbanken sind mächtige Institutionen, die vor allem die Inflation steuern sollen. Inzwischen gibt es Zweifel, ob dies überhaupt noch möglich ist.
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Die Hauptaufgabe der Notenbank ist es die Inflation im Griff zu behalten. Quelle: dpa
EZB-Zentrale in Frankfurt

Die Hauptaufgabe der Notenbank ist es die Inflation im Griff zu behalten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Für Jahrzehnte hatten die Notenbanken vor allem eine Aufgabe: die Inflation im Zaum zu halten. Daran wurden sie gemessen. Um das leisten zu können, setzte sich im Laufe der Zeit immer mehr die Einsicht durch, sie möglichst unabhängig von den Regierungen arbeiten zu lassen.

Die US-Notenbank (Fed) wurde 1913 schon als unabhängige Institution gegründet, die Bundesbank 1957 ebenfalls. Die Bank of England wurde erst 1997 in die Unabhängigkeit entlassen, wie Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, in seinem Blog schreibt. „Ohne die Unabhängigkeit der Zentralbanken hätte man die modernen Finanzmärkte kaum entwickeln können“, betont er.

Er hebt die Herausforderungen hervor, vor denen sie nach dem Zweiten Weltkrieg standen: zwei Ölkrisen mit jeweils hoher Inflation und nachfolgender Rezession. Außerdem in den USA die Folgen des Vietnamkriegs und in Deutschland die Wiedervereinigung.

Eine entscheidende Wendung kam mit der Finanzkrise 2008, an die sich sehr bald die Euro-Krise anschloss. Obwohl die Notenbanken wegen dieser Krisen selbst auch in die Kritik gerieten, bewährten sie sich letztlich doch als Institutionen, die im entscheidenden Augenblick in der Lage waren, den Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern und in Europa die Euro-Zone zusammenzuhalten.

Dadurch seien Notenbanken zu „Superinstitutionen“ geworden, die „zweifellos eine große Machtfülle“ bekamen, schreibt Bielmeier. Auch ihre Befugnisse zur Bankenaufsicht wurden erweitert, mögliche Interessenkonflikte dieser Aufgabe mit der Geldpolitik weitgehend ignoriert. Damit, schreibt der Ökonom, „stellte sich auch zum ersten Mal die Frage nach der demokratischen Legitimität“.

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Geändert hat sich seitdem aber noch etwas: Nicht zu hohe Inflation ist seither das Problem, sondern zu niedrige Preissteigerung. Was sich zuvor schon in Japan zeigte, drohte auf Europa und die USA überzugreifen: eine Phase niedrigen Wachstums, niedriger Zinsen und niedriger Inflation. Seither werden Notenbanker immer wieder von der Sorge geplagt, in solch eine Situation abzurutschen.

Daher sind sie heute bereit, die Geldschleusen weiter zu öffnen und beherzter zu ungewöhnlichen Mitteln zu greifen, als das in den Jahrzehnten der D-Mark-Bundesbank denkbar war – auch wenn die Geldpolitiker damals schon pragmatischer waren, als viele heute in Erinnerung haben.

Bielmeier hat sogar beobachtet: „Die Inflationsentwicklung scheint sich allen Einflussmöglichkeiten der Zentralbanken zu entziehen.“ Damit wäre ein paradoxer Zustand entstanden: Die Notenbanken sind mächtiger und virtuoser im Einsatz ihrer Mittel denn je, aber gleichzeitig zu schwach, um ihre eigentliche Zielgröße, die Inflation, zu steuern.

Mehr: Notenbank – Deutschlands 57 Millionen Sparer sind die Verlierer der Geldpolitik. Doch auch die Banken schlagen Alarm wegen des Kurses der EZB.

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1 Kommentar zu "Geldpolitik: Die Machtlosigkeit der Notenbanken"

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  • Die EZB wird trotz aller Anstrengungen mit viel Geld nicht das erreichen,was sie will! Sie hat schon früher ihr Pulver verschossen! Da wurden bereits Firmenanleihen gekauft wie z.B. Steinhoff (internationaler Möbelhändler) Der ist mich für Pleite. Wer weiß, was noch alles bei der EZB in den Depots schlummert: Aber: das ist ja nur Geld vom Steurerzahler!

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