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Geldpolitik EZB-Direktor fordert Mitspracherecht der Notenbank bei Finanzstabilität

Die EZB soll bei der Stabilität des Finanzsystems mehr mitreden dürfen. Eine neue europäische Behörde dafür einzurichten, sei aber noch zu früh.
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Der EZB-Direktor sieht die Finanzstabilität auch als Teil der Geldpolitik. Quelle: AP
Yves Mersch

Der EZB-Direktor sieht die Finanzstabilität auch als Teil der Geldpolitik.

(Foto: AP)

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) sollte aus Sicht eines Führungsmitglieds mehr Mitsprache bei der Bekämpfung von Finanzblasen haben. Die beste Lösung sei es, wenn Belange der Stabilität des Finanzsystems in die Geldpolitik eingebaut würden, sagte EZB-Direktor Yves Mersch am Montag auf einer Veranstaltung in Budapest.

Das schließe mögliche Korrekturen mit entsprechenden Instrumenten auf Länderebene ein. Bislang liegt die Sicherung der Finanzstabilität und die Bekämpfung von Blasen in Europa vor allem bei den Behörden der einzelnen Staaten.

Skeptisch äußerte sich Mersch zu Überlegungen, dafür zusätzlich noch eine weitere europäische Behörde zu errichten. Ohne eine klare Sicht, wer dann in der Verantwortung stehe, welche Instrumente es gebe und welche Ziele zu verfolgen seien, werde das Thema nicht vorangebracht. Dazu sei die Zeit zudem noch nicht reif.

Seit einiger Zeit gibt es unter Notenbankern die Diskussion, wie stark die Geldpolitik bei der Sicherung der Finanzstabilität eingebunden werden soll. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte 2018 davor gewarnt, sie mit dieser Aufgabe zu überlasten. Ihr zusätzlich zur Sicherung stabiler Preise auch noch als Ziel zu übertragen, für Finanzstabilität zu sorgen, sei ein gefährlicher Vorschlag. Seine Sorge ist, dass die Geldpolitik in eine Situation geraten könnte, zwischen den Zielen abwägen zu müssen. Dann bestünde die Gefahr, größerem politischen Druck ausgesetzt zu sein.

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