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Geldpolitik EZB halbiert Volumen der Anleihekäufe

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer heutigen Sitzung eine wichtige Entscheidung getroffen: Das Volumen der monatlichen Anleihekäufe wird auf 30 Milliarden Euro halbiert. Das Programm läuft bis September 2018.
26.10.2017 Update: 26.10.2017 - 15:42 Uhr 2 Kommentare

„Besser jetzt einen Schock, als später einen Crash“

Frankfurt Die Europäische Zentralbank reduziert ab 2018 das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe. Wie die Notenbank nach der Ratssitzung am Donnerstag bekanntgab, halbiert sich das Volumen ab Januar auf 30 Milliarden Euro pro Monat. Das neue Programm läuft bis September 2018. Über den Zeitraum war in den vergangenen Wochen kontrovers diskutiert worden. Bislang hatte die EZB pro Monat Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro gekauft und damit massiv Geld in den Markt gepumpt. In dieser Form läuft das Programm Ende des Jahres aus.

Die EZB kündigte allerdings an, das Volumen notfalls zu erhöhen oder den Zeitraum zu verlängern, sollte sich das Marktumfeld ungünstig entwickeln. Mittelfristig sei davon auszugehen, dass die Inflationsrate steige, sagte Notenbankpräsident Draghi am Nachmittag. Es sei allerdings weiterhin starke geldpolitische Unterstützung notwendig, auch für die derzeit stabile Konjunktur.

Offen bleibt dagegen das konkrete Ende der Anleihekäufe. Darüber habe im Rat keine Einigkeit geherrscht, erklärte Draghi. „Eine große Mehrheit der Ratsmitglieder war dafür, das Ende offenzuhalten.“ Es sei nicht über ein Abschmelzen in vorher festgelegten Schritten diskutiert worden, sondern nur über die jetzt beschlossene Reduzierung. Er versicherte: Das Programm werde nicht abrupt enden.

Wie erwartet, bleibt der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, unverändert auf seinem Rekordtief von 0,00 Prozent. Der Einlagezins beträgt weiterhin minus 0,4 Prozent – Banken müssen also zahlen, wenn sie über Nacht Geld bei der EZB parken. Der Spitzenrefinanzierungszinssatz bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent. Eine erste Zinserhöhung könnte Ökonomen zufolge womöglich erst 2019 anstehen.

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    Mit viel billigem Geld versuchen die Währungshüter seit Jahren, der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen und die Teuerung anzuheizen. Mittelfristig strebt die EZB eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das würde die Konjunktur abwürgen.

    Weil die Konjunktur im Euroraum wieder besser läuft und die Zeiten von Inflationsraten nahe Null vorerst vorbei ist, wuchs in den vergangenen Monaten der Druck auf die Währungshüter, ihren Anti-Krisen-Kurs zu beenden. Allerdings will due Notenbank mit einem zu abrupten Ausstieg nicht die Märkte verschrecken.

    • dpa
    • rtr
    • leo
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    2 Kommentare zu "Geldpolitik: EZB halbiert Volumen der Anleihekäufe"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ Arnd Stricker
      "In der Zwischenzeit lassen sich relativ risikofreie Gewinne erzielen..."

      Die Frage ist allerdings: FÜR WEN?
      Bestimmt nicht für den durchschnittlichen Sparer. Der hat zwei entscheidende Probleme:
      1. das Geld taugt nicht mehr als Wertaufbewahrungsmittel (d.h. zum "Sparen")
      2. die Ausbildung eines natürlichen Zinses wurde durch den Interventionismus der Zentralbanken unterdrückt, und sie haben den Zins rein willkürlich de facto abgeschafft (was natürlich nicht ohne Folgen bleiben wird).
      Von 2008 bis heute hatten wir zudem für Anleger (mindestens) drei unterschiedliche ökonomische Szenarien, auf die sie sich jeweils einstellen mussten: Deflation, Inflation, Disinflation. Und in jedem dieser Szenarien performten Vermögenswerte vollkommen unterschiedlich (bzw. es konnte bei "falschem" Asset sogar zu erheblichen Verlusten kommen). Das erfordert also ein aktives Portfoliomanagement (in der Regel durch Profis, die das natürlich nicht kostenlos machen).
      Das ist das wirklich Verheerende an der "Zentralbankpolitik": wenn Sie einfach nur Geld zurücklegen respektive sparen möchten für "schlechte Zeiten" (da die Zukunft ungewiss ist), dann ist das heute für den einfachen Bürger ohne großes Risiko nicht mehr möglich.

    • Eine schlimme Entscheidung, die die Assetpreise weiter aufblasen wird und den Staaten weiter erlaubt, auf ernsthafte Reformen zu verzichten. Die Weigerung, Krisen zuzulassen und sie mit billigem Geld zu übertünchen, wird sich rächen. Je länger die künstliche Beatmung erfolgt, umso größer werden die Verwerfungen in deren Folge sein, In der Zwischenzeit lassen sich relativ risikofreie Gewinne erzielen immer mit der Gefahr, dass man beim Absturz den schwarzen Peter in der Hand hat

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