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Geldpolitik EZB-Ratsmitglied Nowotny drängt auf Ausstieg aus Nullzins-Politik

Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Ewald Nowotny spricht sich erneut gegen die lockere Geldpolitik aus.
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Nowotny hatte bereits im April in einem Reuters-Interview auf einen Ausstieg aus der Nullzins-Politik gedrungen. Quelle: dpa
Ewald Nowotny

Nowotny hatte bereits im April in einem Reuters-Interview auf einen Ausstieg aus der Nullzins-Politik gedrungen.

(Foto: dpa)

Wien EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat sich für einen schnelleren Ausstieg die Europäische Zentralbank (EZB) aus der ultralockeren Geldpolitik ausgesprochen. „Wir sind derzeit in einer wirklich sehr guten Wirtschaftslage, und die Geldpolitik entspricht eigentlich noch dem Krisenmodus, so dass ich denke, dass die Normalisierung doch etwas rascher erfolgen sollte als das derzeit geplant ist“, sagte Nowotny am Sonntag im ORF.

Einen Zeitrahmen nannte er nicht. „Der erste Schritt ist ja jetzt schon angekündigt worden. Wir werden mit Ende des Jahres die Anleihenankäufe einstellen“, sagte Nowotny. In der Folge könnten die Zinsen angehoben und als letzter Punkt auslaufende Anleihen nicht mehr ersetzt werden.

Der Leitzins liegt auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll laut EZB noch „über den Sommer“ 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben. Die Ankündigung, sich für ein ganzes Jahr in Bezug auf die Zinspolitik zu binden, sieht Österreichs Notenbank-Chef kritisch. „Das ist glaube ich schon etwas, dass man sich anschauen muss, ob das aus den wirtschaftlichen Gegebenheiten heraus auch wirklich sinnvoll ist.“ Nowotny hatte bereits im April in einem Reuters-Interview auf einen Ausstieg aus der Nullzins-Politik gedrungen. Die EZB hatte sich daraufhin von den Äußerungen Nowotnys distanziert.

Er würde es begrüßen, wenn der Strafzinssatz für Geschäftsbanken von derzeit minus 0,4 Prozent allmählich auf minus 0,2 Prozent verringert würde. Derzeit müssen die Banken Geld dafür zahlen, dass sie über Nacht überschüssige Liquidität bei der EZB parken.

Nach Worten des Notenbankers gibt es innerhalb der EZB unterschiedliche Einschätzungen über die Entwicklung der Inflationsrate.

Die EZB hat Preisstabilität als eine jährliche Steigerungsrate des Preisniveaus von mittelfristig unter, aber nahe zwei Prozent definiert. Laut Nowotny stellt sich die Frage, ob dieses Ziel bereits bei 1,7 Prozent oder erst bei 1,9 Prozent erreicht sei. „Aus der Sicht der Mehrzahl meiner Kollegen im Gouverneursrat muss man noch warten bis die Preisstabilität wirklich voll gesichert ist. Ich würde hier etwas optimistischer sein und bin auch nicht ganz alleine mit dieser Meinung. Aber es ist noch eine offene Diskussion.“

Sorge bereitet Nowotny nach eigenen Angaben die Entwicklung des Aktienmarktes. „Wir haben jetzt Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die ungefähr denen entsprechen, die wir vor der Krise hatten.“ Er halte das „für eine eher gefährliche Entwicklung – speziell, wenn das kreditgetriebene Käufe sind“. Ein Bereich, den die EZB derzeit sehr genau beobachte, sei der Immobiliensektor. Einen Zusammenbruch wie vor zehn Jahren halte er „in dieser Form nicht“ mehr für möglich. Man habe aus der Krise gelernt und mit Regulierungen reagiert. Vor allem werde heute von den Banken mehr Eigenkapital verlangt.

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  • rtr
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