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Geldpolitik EZB will Gespräche mit Investoren nach Kritik überprüfen

Ökonomen kritisieren die Gespräche von EZB-Chefvolkswirt Lane mit Bankenvertretern nach geldpolitischen Sitzungen. Notenbankchefin Lagarde will die Praxis überprüfen.
25.01.2021 - 15:05 Uhr Kommentieren
Die Gespräche des Chefvolkswirts verschaffen aus Sicht von EZB-Chefin Lagarde einzelnen Finanzfirmen keine Vorteile. Quelle: Bloomberg
Philip Lane

Die Gespräche des Chefvolkswirts verschaffen aus Sicht von EZB-Chefin Lagarde einzelnen Finanzfirmen keine Vorteile.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Bislang ist es bei der Europäischen Zentralbank (EZB) gängige Praxis, dass Chefvolkswirt Philip Lane nach geldpolitischen Sitzungen mit einzelnen Investoren telefoniert. Unter anderem hat er laut seinem Kalender nach der EZB-Sitzung im Oktober mit Vertretern von Bank of America, Barclays und Credit Suisse gesprochen.

Dieses Vorgehen stößt bei einigen Ökonomen allerdings auf Kritik. In einem Brief an einen niederländischen Europaparlamentarier hat Notenbankchefin Christine Lagarde die Gespräche des Chefvolkswirts noch einmal verteidigt – gleichzeitig aber auch zugesagt, das Format zu überprüfen. Die EZB prüfe ständig ihre Vorgehensweisen, um sie so effektiv wie möglich zu gestalten, schrieb Lagarde in einem der Briefe. „Zu diesem Zweck wird auch das Format der Anrufe überdacht, auf die Sie sich bezogen haben“, fügte sie hinzu.

Die Gespräche sprengen aus Sicht von Lagarde aber nicht den Rahmen und verschafften einzelnen Finanzfirmen auch keine Vorteile. Die Gespräche hätten immer nur im Anschluss an geldpolitische Sitzungen stattgefunden. Zudem habe die Notenbank über sie stets informiert. Ferner unterliege die Auswahl der Gesprächsteilnehmer einer Rotation.

Ökonomen stellen das Format infrage. Eine klare Botschaft sei wichtig für eine Notenbank. „Wenn jedoch eine Nachricht beim ersten Mal nicht eindeutig übermittelt wurde, besteht die Lösung nicht darin, eine kleine Gruppe von Personen anzurufen“, schrieb Roberto Perli auf Twitter, der das Research beim Broker Cornerstone Macro leitet. Wichtig sei, dass jeder die Möglichkeit habe, an Telefonaten teilzunehmen.

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    Diesen Weg hat zum Beispiel die Bank von England gewählt. Sie informiert die Analysten kurz nach geldpolitischen Entscheidungen. Dabei werden alle Analysten gleichzeitig informiert, und jeder, der dies möchte, kann teilnehmen. Auch die schwedische Notenbank hat zeitweise ein ähnliches Format praktiziert.

    Andere Praxis in den USA

    In den USA sind solche Gespräche nach Zinssitzungen im Unterschied zur Euro-Zone nicht gestattet. So gilt bei der Notenbank Federal Reserve im Unterschied zur EZB nach Zinsentscheidungen eine sogenannte Blackout-Periode für die geldpolitischen Entscheidungsträger.

    Eine andere Möglichkeit wäre, das Format der Pressekonferenzen anzupassen. Aktuell hält diese EZB-Chefin Lagarde gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Luis de Guindos. Als entscheidender Kopf für die Geldpolitik gilt aber Chefvolkswirt Lane, der bei der Pressekonferenz nicht dabei ist. Manche Ökonomen schlagen daher vor, dass Lane dort mit Lagarde die Geldpolitik erklären sollte, um Fragen direkt zu klären.

    „Es gibt eine einfache Lösung“, argumentiert beispielsweise der Chefvolkswirt des internationalen Bankenverbands IIF, Robin Brooks. „Lassen Sie einfach den Chefvolkswirt an allen Pressekonferenzen teilnehmen zur Erörterung von Makro- und Finanzfragen.“ Auch das ist zum Teil in anderen Ländern üblich. In Schweden beispielsweise hält der Notenbankchef die Pressekonferenz nach den Sitzungen gemeinsam mit dem Leiter der geldpolitischen Abteilung.

    Mehr: EZB setzt expansiven Kurs fort – „Alle Instrumente sind einsatzbereit“

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