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Geldpolitik EZB zeigt sich offen für Zinssenkung bei Konjunkturabschwächung

Eigentlich hatte die EZB verkündet den Leitzins weiter unverändert zu lassen. Doch nun scheinen die Anzeichen zu häufen, dass eine Zinssenkung doch möglich wäre.
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Die EZB hatte erklärt den Leitzins nicht bis Sommer 2020 zu verändern. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank in Frankfurt

Die EZB hatte erklärt den Leitzins nicht bis Sommer 2020 zu verändern.

(Foto: dpa)

Fukuoka, Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) ist Insidern zufolge offen für eine Zinssenkung, falls das Wirtschaftswachstum sich im weiteren Jahresverlauf abschwächen sollte. „Wenn sich Inflation und Wachstum verlangsamen, dann ist eine Zinssenkung gerechtfertigt“, sagte eine mit den geldpolitischen Diskussionen der EZB vertraute Person.

Ein anderer Insider nannte als Grund für einen solchen Schritt insbesondere einen etwaigen weiteren Anstieg des Euro. Das würde die Exportchancen von Firmen des Währungsraums schmälern. Diese haben ohnehin bereits mit den Auswirkungen der internationalen Handelskonflikte zu leiden. Der Insider sagte, ein Euro-Kurs von 1,15 Dollar wäre noch hinnehmbar, die Marke von 1,20 Dollar hingegen wäre ein kritisches Niveau.

Die EZB hatte am Donnerstag in Aussicht gestellt, an ihren Leitzinsen noch bis mindestens zum Sommer 2020 nicht zu rütteln. Zugleich ergänzte Zentralbankchef Mario Draghi allerdings, die Währungshüter hätten eine Debatte begonnen über eine mögliche Zinssenkung oder neue Anleihenkäufe, um damit die Inflation hochzutreiben. An den Finanzmärkten war diese doppelte Botschaft von manchen Akteuren als nicht überzeugend gewertet worden. Der Euro legte zu auf ein Zweieinhalb-Monatshoch von 1,1347 Dollar.

EZB-Ratsmitglied Ignazio Visco sagte dagegen am Sonntag, die Märkte hätten die Botschaft der Zentralbank „sehr gut verstanden“. Er antwortete nach dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie und Schwellenländer (G20) im japanischen Fukuoka auf die Frage, weshalb der Euro zuletzt gestiegen sei trotz der Möglichkeit einer neuen geldpolitischen Lockerung. Italiens Notenbankchef führte die Kursbewegung der Gemeinschaftswährung zurück auf „Interaktionen mit US-Zinssätzen und so weiter“.

Mehr: Was genau der EZB-Rat bei seiner letzten Sitzung beschlossen hat, lesen Sie hier.

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  • rtr
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