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Geldpolitik Fed bringt weitere billionenschwere Corona-Hilfen auf den Weg

Die US-Notenbank greift der amerikanischen Wirtschaft in Coronakrise erneut unter die Arme. Rund 2,3 Billionen Dollar sollen dem Mittelstand helfen.
09.04.2020 Update: 09.04.2020 - 17:36 Uhr 1 Kommentar
Der Chef der US-Notenbank legt nochmal nach. Quelle: AP
Jerome Powell

Der Chef der US-Notenbank legt nochmal nach.

(Foto: AP)

New York, Washington Die US-Notenbank Fed will mit weiteren Notfallhilfen im Volumen von 2,3 Billionen Dollar die von der Krise hart getroffene US-Wirtschaft stützen. Das neue Maßnahmenpaket dient vor allem der Unterstützung lokaler Regierungen sowie kleiner und mittelgroßer Unternehmen, wie die Notenbank am Donnerstag mitteilte.

Über die Banken sollen unter anderem vierjährige Kredite für Firmen mit bis zu 10.000 Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen Anleihen von Bundesstaaten und bevölkerungsreichen Counties und Städten erworben werden, um ihnen im Kampf gegen die ökonomischen Folgen der Pandemie zu helfen.

Außerdem stellte die Fed klar, dass sie die bereits angekündigten Unternehmenskredite auch auf risikoreichere Antragsteller ausweiten werde, die bisher von den Hilfen ausgeschlossen waren. Das gilt vor allem für jene Unternehmen, die bis vor der Coronakrise noch Investmentstatus hatten. 

„Die höchste Priorität unseres Landes muss sein, diese Gesundheitskrise anzugehen, indem wir den Kranken helfen und die weitere Ausbreitung des Virus verhindern“, teilte der Fed-Chairman Jerome Powell mit. „Die Rolle der Fed ist es, in dieser Zeit der beschränkten wirtschaftlichen Aktivität so viel Erleichterung und Stabilität wie möglich zu bieten, und unsere Aktion heute wird helfen, sicherzustellen, dass die mögliche Erholung so stark wie möglich sein wird.“ 

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    Mit ihren jüngsten Maßnahmen geht die Fed weit über die Rolle hinaus, die sie in der Vergangenheit gespielt hat. Statt nur als „Lender of last Resort“ – also als Kreditgeber der letzten Instanz – zu fungieren, bietet sie unter Powell nun mehr oder weniger direkte Finanzierung der Unternehmen an.

    Die US-Notenbank hatte ihre Leitzinsen bereits auf nahe null gesetzt und ein breit angelegtes Programm aufgelegt, mit dem der Kreditfluss an Haushalte und Firmen abgesichert werden soll. Außerdem will sie mit Wertpapier-Ankäufen das reibungslose Funktionieren der Märkte und die Umsetzung der Geldpolitik gewährleisten.

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    Der Ökonom Ebrahim Rahbari von Citi sprach angesichts der jüngsten Maßnahmen von einer „Bazooka“ und einem „Whatever it takes“-Ansatz von Powell, in Anlehnung an den ehemaligen EZB-Chef Mario Draghi, der in der Schuldenkrise der europäischen Südländer die Euro-Zone massiv gestützt hatte. Die neuen Maßnahmen zeigten, „dass die Fed außergewöhnlich flexibel darin ist, auf bestimmte Engpässe in den Finanzmärkten zu reagieren, und dass sie die Bilanz-Restriktionen der Banken stark im Blick hat“, schrieb Rahbari. Darin unterscheide sie sich von dem deutlich vorsichtigeren Ansatz der EZB.

    Der ökonomische Chefberater der Allianz, Mohamed El-Erian, sagte gegenüber Bloomberg, die Maßnahmen zeigten, dass die Fed wie andere Zentralbanken „voll dabei ist“. Die Notenbanken setzten derzeit alles daran, den Schaden zu begrenzen, „in der Hoffnung, dass dies nur ein kurzer, plötzlicher Stopp ist“, erklärte er.

    In einem Gespräch mit den Experten des Brookings Institute machte Fed-Chef Powell klar, dass die Federal Reserve alles tun werde, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die Fed habe in diesen Zeiten Befugnisse erhalten, die weit über die normale Macht der Zentralbank hinausgehen und für die auch die Erlaubnis des Finanzministeriums vonnöten sei, betonte Powell. 

    Dabei gehe es um die sogenannten „emergency lending powers“, dank derer die Fed als Kreditgeber für Unternehmen und Institutionen auftreten kann. „Wir werden diese Befugnisse stark, proaktiv und aggressiv nutzen, bis wir zuversichtlich sind, dass wir wieder auf einem soliden Erholungskurs sind“, stellte Powell klar. Es handele sich um „lending power“ und nicht um „spending power“, fügte er hinzu – also um die Befugnis, Kredite zu vergeben, aber nicht die Befugnis, Geld auszugeben. 

    Während viele von den Krediten der Fed profitieren könnten, werde es andere geben, „die direkte Unterstützung brauchen statt eines Kredits, den sie kaum zurückzahlen könnten“, sagte Powell. Diese Aufgabe müsste die Politik übernehmen.

    Politiker sollten auch vorsichtig sein, die Wirtschaft nicht zu schnell wieder zu öffnen, was die Coronafälle wieder in die Höhe schießen lassen würde und die USA „zurück an den Start“ schicken würden.

    Der Fed-Gouverneur sieht jedoch auch Grund zur Hoffnung: Wenn die Regierung ihre massive Unterstützung fortsetze, wenn sich alle Bürger an die Ausgangssperren hielten und wenn die Gesundheitsexperten einen guten Plan vorlegten, die Wirtschaft schrittweise zu öffnen, „dann können wir schnell wieder auf dem Weg der Erholung sein“.

    Kurz vor der Meldung der Fed wurden die Zahlen zu einer weiteren düsteren Woche auf dem US-Arbeitsmarkt bekannt: Wegen der Zuspitzung der Corona-Pandemie haben in den Vereinigten Staaten in der dritten Woche in Folge Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt.

    In der Woche bis zum 4. April wurden 6,6 Millionen solcher Anträge registriert, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. In den beiden Vorwochen hatte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe jeweils neue Höchststände erreicht: zuerst 3,3 und dann 6,65 Millionen Anträge. Innerhalb von drei Wochen haben damit USA-weit mehr als 16 Millionen Menschen ihre Jobs verloren.
    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Alle weiteren Entwicklungen der Coronakrise im Handelsblatt-Newsblog.

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    1 Kommentar zu "Geldpolitik: Fed bringt weitere billionenschwere Corona-Hilfen auf den Weg"

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    • " die Maßnahmen zeigten, dass die Fed wie andere Zentralbanken „voll dabei ist“"
      Stimmt so.

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