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Geldpolitik Forschungsinstitute rechnen mit geänderten Regeln für EZB-Anleihekäufe

Führende Forschungsinstitute glauben, dass die EZB ihre Regeln für Anleihekäufe ändern wird. Damit würde die europäische Notenbank den Vorbehalten der Bundesbank trotzen.
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Bundesbankchef Weidmann dringt allerdings darauf, dass bei der EZB auch nach dem erneuten Öffnen der Geldschleusen die Regeln nicht geändert werden. Quelle: dpa
EZB

Bundesbankchef Weidmann dringt allerdings darauf, dass bei der EZB auch nach dem erneuten Öffnen der Geldschleusen die Regeln nicht geändert werden.

(Foto: dpa)

Berlin Die führenden Forschungsinstitute gehen davon aus, dass die EZB trotz Vorbehalten der Bundesbank die Regeln für ihre Anleihekäufe ändern wird. Im derzeitigen Rahmen werde der Spielraum für Ankäufe recht begrenzt sein, prognostizierten die Institute in dem am Mittwoch vorgelegten Gutachten.

Ein deutlich größerer Spielraum für Käufe bestünde beispielsweise bei spanischen, italienischen und französischen Staatsanleihen, sofern die bisherige Praxis aufgegeben werde, Wertpapiere proportional zum EZB-Kapitalschlüssel zu erwerben. Dieser Schlüssel sorgt dafür, dass mehr Staatsanleihen von Ländern gekauft werden, die der EZB mehr Eigenkapital zur Verfügung stellen.

Das laufende Programm sieht Kaufobergrenzen für Staatsanleihenkäufe von maximal 33 Prozent pro Land vor. So soll verhindert werden, dass die Notenbank zu sehr die Anleihemärkte dominiert. Die Institute gehen davon aus, dass bei dem angekündigten Nettoankaufvolumen von monatlich 20 Milliarden Euro diese sogenannte Emittentenobergrenze von 33 Prozent in Deutschland sowie in den Niederlanden in Kürze erreicht sein wird.

Bundesbankchef Jens Weidmann dringt allerdings darauf, dass bei der EZB auch nach dem erneuten Öffnen der Geldschleusen die Regeln nicht geändert werden. Er hoffe, dass die zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank gefassten Beschlüsse nicht infrage gestellt würden, sagte er am Dienstagabend in Wien. Die Grenzen seien damals in das Kaufprogramm eingezogen worden, um das Risiko zu mindern, dass die Geldpolitik „ins Schlepptau der Finanzpolitik“ gerate.

Die EZB hatte bis Ende Dezember 2018 bereits Papiere im Volumen von 2,6 Billionen Euro erworben, bevor sie dazu überging, nur noch auslaufende Anleihen zu ersetzen. Ab November sollen nun Monat für Monat wieder Zukäufe im Umfang von 20 Milliarden Euro hinzukommen. Die Käufe sollen erst dann gestoppt werden, wenn die Zentralbank kurz vor einer Zinserhöhung steht.

Mehr: Die EZB hat ihre Kompetenzen mit der Einführung von Minuszinsen überdehnt, argumentiert ein renommierter Bankrechtler. Jetzt wird eine klagebereite Bank gesucht.

  • rtr
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3 Kommentare zu "Geldpolitik: Forschungsinstitute rechnen mit geänderten Regeln für EZB-Anleihekäufe"

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  • Es hat sich mir wieder gezeigt, wie uneinig und rücksichtslos in der EU Politk und Finanzpolitik gemacht wird.
    Nach dem Motto: Leistung wird bestraft - Nichtleistung wird belohnt.
    Dieses System hat sich jetzt endgültig durchgesetzt.

  • Die Druckerpresse läuft und läuft und läuft. Billiges Geld soll noch billiger werden bis es wertlos ist.
    Papiergled folgt immer seinem inneren Wert und der ist Null.
    Der Tag wird kommen, da Klopapier teurer ist als die Euro-Geldscheine. Dann reichen die Euroscheine höchstens noch um den Allerwertesten abzuwischen.
    Aber einem Herrn Draghi die EZB anzuvertrauen ist so, als wenn man einem Metzgershund die Wurst anvertraut. Die Nachfolgerin Fr. Lagarde ist ja eine bekennende Vertragsbrecherin.
    Wer dacht es könnte nicht schlimmer kommen, es wird noch schlimmer kommen.

  • Da wollen wir doch mal dringend hoffen, dass es dazu nicht kommen wird! Dann sind wir wieder beim Thema: Finanzierung von Staatsschulden in Südeuropa!