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Geldpolitik Herausforderung für EZB-Chefin Lagarde: Inflation bleibt niedrig

Die Preise in der Euro-Zone steigen im November um 1,0 Prozent und sind damit weit von der EZB-Zielmarke entfernt. Für Christine Lagarde ein Problem.
29.11.2019 Update: 29.11.2019 - 11:11 Uhr Kommentieren
Die EZB strebt eine Inflation von 2,0 Prozent an. Quelle: Bloomberg
EZB-Chefin Christine Lagarde signiert das Plakat einer 20-Euro-Banknote

Die EZB strebt eine Inflation von 2,0 Prozent an.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Die neue EZB-Chefin Christine Lagarde hat eine schwierige Aufgabe übernommen. Eine ihrer größten Herausforderungen ist die schwache Inflation. In der Amtszeit ihres Vorgängers Mario Draghi hat die Notenbank ihr selbst gestecktes Ziel einer Inflation von knapp unter zwei Prozent stets verfehlt. Zuletzt lag sie im Oktober bei 0,7 Prozent.

Im November ist sie nun zumindest wieder leicht gestiegen. Die Verbraucherpreise zogen um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis einer Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten mit 0,9 Prozent gerechnet.

Die um besonders schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrung bereinigte Kernrate stieg von 1,1 auf 1,3 Prozent. Die EZB achtet stark auf die Kerninflation, weil sie als guter Indikator dafür gilt, ob die Preissteigerung nachhaltig ist.

Seit Jahren versucht die EZB, die Inflation durch eine immer stärkere Lockerung der Geldpolitik anzuschieben. Im September beschloss sie, die bestehenden Negativzinsen für einen noch längeren Zeitraum zu zementieren und neue Anleihekäufe zu starten.

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    Sie rechnet damit, dass sich die Inflation mittelfristig wieder ihrem selbst gesteckten Ziel von knapp zwei Prozent nähert, das sie als optimal für die Wirtschaft ansieht.

    Dabei hofft sie vor allem darauf, dass sich die zuletzt stärker gestiegenen Löhne in Deutschland und dem Euro-Raum stärker auf die Preise niederschlagen. Die November-Zahlen stützen diese Hoffnung etwas.

    Wegen der schwachen Konjunktur zögern aber viele Unternehmen damit, höhere Lohnkosten an die Verbraucher weiterzugeben.

    Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen führt den Anstieg der Inflationsrate vor allem auf einen Sondereffekt bei den Preisen für Pauschalreisen zurück. Dort hatte sich die Methodik geändert. Auch er rechnet jedoch mit leicht steigenden Preisen.

    „Offenbar können zumindest einige Unternehmen den stärkeren Anstieg der Lohnkosten an ihre Kunden weitergeben,“ schreibt er in einer Analyse der November-Zahlen.

    Treiber der Inflation waren vor allem höhere Preise für Dienstleistungen, die nach 1,5 Prozent im Oktober um 1,9 Prozent zulegten. Lebensmittel verteuerten sich um 2,0 Prozent.

    Dämpfend wirkten sich hingegen die Energiepreise mit einem Minus von 3,2 Prozent aus. Die Preise für Industriegüter legten um lediglich 0,4 Prozent zu.

    In der Regel wirken sich höhere Löhne eher im Dienstleistungssektor aus. Das liegt etwa daran, dass der Anteil des Faktors Arbeit an der Wertschöpfung im Dienstleistungssektor deutlich größer ist. Zudem unterliegt dieser Bereich nicht so stark dem globalen Wettbewerb.

    Lagarde hat eine Überprüfung der Strategie der Notenbank in den kommenden Monaten versprochen. Dabei kommt wahrscheinlich auch das Inflationsziel auf den Prüfstand und die Messmethode, an der sich die EZB orientiert.

    Mehr: In Deutschland stagnierte die Inflation im November bei 1,1 Prozent. Die Teuerung wurde vor allem durch geringe Energiepreise gedämpft.

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