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Geldpolitik Inflationsrate in der Euro-Zone erreicht höchsten Wert seit sechs Monaten

Aufgrund des gestiegenen Ölpreises im Jahresvergleich nähert sich die Inflationsrate im Euro-Raum dem Zielwert der EZB etwas an. Der Effekt währt allerdings nur kurz.
07.01.2020 Update: 07.01.2020 - 12:43 Uhr 1 Kommentar
Die Verbraucherpreise sind im Dezember gestiegen. Quelle: dpa
Obst und Gemüse

Die Verbraucherpreise sind im Dezember gestiegen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Inflationsrate in der Euro-Zone ist im Dezember mit 1,3 Prozent auf den höchsten Wert seit sechs Monaten gestiegen. Das gab das europäische Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung am Dienstag bekannt. Experten hatten mit diesem Anstieg gerechnet, nachdem der Wert im November noch bei 1,0 Prozent gelegen hatte.

Damit nähert sich die Inflation wieder etwas dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) an, die einen Wert von knapp unter zwei Prozent anstrebt, den sie als optimal für die Wirtschaft ansieht. Für die neue Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, dürfte der Anstieg jedoch noch kein Grund zum Jubel sein.

Obwohl die EZB die Zinsen auf ein Rekordtief gesenkt und für mehr als zwei Billionen Euro Anleihen gekauft hat, verfehlt sie seit Jahren ihr selbst gestecktes Inflationsziel. Mitte September hat die EZB eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschlossen, um die Inflation anzuschieben. Ökonomen führen den Inflationsanstieg im Dezember jedoch hauptsächlich auf Sondereffekte zurück.

Dieser sei „maßgeblich den Energiepreisen zuzurechnen“, die die Teuerungsrate im Dezember „nach oben verzerrt“ hätten, schreibt Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. Hintergrund ist, dass Ende 2018 der Ölpreis stark gefallen war, wodurch die Energiepreise im Dezember 2019 im Vergleich dazu höher lagen. Sie verteuerten sich im Euro-Raum zwar nur um 0,2 Prozent – im November jedoch hatten sie sich noch um 3,2 Prozent verbilligt. Anfang 2019 war der Ölpreis aber wieder gestiegen, wodurch die Vergleichsbasis dann wieder höher liegt.

Dienstleistungen verteuerten sich Dezember um 1,8 Prozent. Die Preise für unverarbeitete Lebensmittel zogen sogar um 2,1 Prozent an.

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Die Kernrate, aus der besonders schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel rausgestrichen werden, verharrte bei 1,3 Prozent. Die EZB achtet stark auf die Kernrate, weil sie als guter Indikator dafür gilt, ob die Preissteigerung nachhaltig ist. Capital Economics Ökonom Jack Allen-Reynolds zeigt sich weiterhin skeptisch, dass die Kerninflation nachhaltig steigt: „Unserer Meinung nach ist es wahrscheinlicher, dass der nächste Schritt der EZB eine weitere Lockerung der Geldpolitik sein wird als eine Straffung.“

Die EZB hingegen geht davon aus, dass die Inflation im Euro-Raum bis 2022 schrittweise auf dann 1,6 Prozent steigt. Ob die Preise stärker steigen, ist aber ungewiss. Die EZB hofft, dass die zuletzt stärker gestiegenen Löhne auf die Inflation durchschlagen. Bislang halten sich Unternehmen aber wegen der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit damit zurück, die gestiegenen Löhne durch höhere Preise an die Kunden weiterzureichen.

Commerzbank-Ökonom Wagner verweist darauf, dass es Unternehmen in einzelnen Ländern wie Deutschland und den Niederlanden inzwischen gelingt, einen Teil der höheren Lohnkosten an die Verbraucher weiterzugeben. Für den Euro-Raum als Ganzes erwartet er aber zunächst „keine spürbare Verstärkung des unterliegenden Preisauftriebs“.

Mehr: Die neue EZB-Direktorin Isabel Schnabel aus Deutschland wird bei der Notenbank die Bereiche Forschung und Märkte verantworten.

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1 Kommentar zu "Geldpolitik: Inflationsrate in der Euro-Zone erreicht höchsten Wert seit sechs Monaten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Aussage der sog. Inflationsrate ist "nichtssagend" und belanglos. Zunächst sollte man den Begriff klären und welcher Warenkorb darin enthalten ist - erst dann kann man Schlüsse daraus ziehen. Nicht einfach kopieren und einfügen liebe Journalisten. Abschreiben kann ich auch.
    Nehmen Sie doch einmal zur Inflationsrate unter Einbeziehung der Grundstücks und Hauspreise Stellung!

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