Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Geldpolitik Kampf gegen den Klimawandel: EZB richtet neue Einheit ein

Die EZB bündelt interne Kräfte im Kampf gegen den Klimawandel. Bundesbank-Präsident Weidmann warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen an die Notenbanken.
25.01.2021 Update: 25.01.2021 - 16:22 Uhr 1 Kommentar
Der Klimawandel betreffe alle Politikbereiche, sagte Lagarde. Quelle: dpa
EZB-Präsidentin Lagarde

Der Klimawandel betreffe alle Politikbereiche, sagte Lagarde.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) unternimmt weitere Schritte in Richtung einer „grüneren“ Geldpolitik. Die EZB richte ein neues Zentrum für Klimawandel in der Notenbank ein, kündigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag an. Dieses solle die unterschiedlichen Expertisen und Arbeitsstränge zu diesem Thema in der EZB effizienter zusammenbringen. „Das Zentrum für Klimawandel stellt die Struktur bereit, die wir brauchen, um das Thema mit der Dringlichkeit und Entschlossenheit anzugehen, die es erfordert“, sagte Lagarde.

Zentralbanken seien zwar eindeutig nicht die Hauptakteure, wenn es darum gehe, die globale Erwärmung zu verhindern, sagte sie bei einer Online-Konferenz des Frankfurter Institute for Law and Finance. „Aber die Tatsache, dass wir nicht auf dem Fahrersitz sitzen, bedeutet nicht, dass wir den Klimawandel einfach ignorieren können oder dass wir keine Rolle bei seiner Bekämpfung spielen.“

Der Klimawandel betreffe alle Politikbereiche, sagte Lagarde. „Das Zentrum für Klimawandel bietet die Struktur, die wir brauchen, um das Problem mit der Dringlichkeit und Entschlossenheit anzugehen, die es verdient.“ Die neue Einheit wird nach Angaben der Notenbank aus etwa zehn Mitarbeitern bestehen, die mit bestehenden Teams in der gesamten Bank zusammenarbeiten.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte unterdessen erneut vor zu hohen Erwartungen an Notenbanken beim Kampf gegen den Klimawandel. Analog zu Lagarde sei er „überzeugt, dass wir alle mehr tun können, um den Klimawandel einzudämmen, ohne Konflikte mit unseren eigenen Aufgaben zu riskieren“, erklärte Weidmann. Es sei aber nicht Aufgabe von unabhängigen Zentralbanken, politische Entscheidungen zu korrigieren oder zu ersetzen. „Eine aktive Rolle in der Klimapolitik könnte unsere Unabhängigkeit untergraben und letztendlich unsere Fähigkeit gefährden, die Preisstabilität aufrechtzuerhalten“, warnte Weidmann.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Unter der ehemaligen IWF-Chefin, die seit November 2019 an der EZB-Spitze steht, haben sich die Währungshüter auf die Fahnen geschrieben, die Bekämpfung des Klimawandels stärker in den Blick zu nehmen. Die EZB kündigte zudem an, sie werde einige ihrer Mittel in einen neuen Fonds für grüne Euro-Anleihen (EUR BISIP G2) anlegen, den die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) für Zentralbanken auflegt. Der Fonds investiere in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und andere umweltfreundliche Projekte.

    Seit Anfang vergangenen Jahres läuft bei der EZB eine umfassende Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie. Die Notenbank will dabei ihre Formulierung von Preisstabilität ebenso unter die Lupe nehmen wie das geldpolitische Instrumentarium und ihre Kommunikation. In den Blick nehmen die Währungshüter dabei unter anderem auch, welche Folgen der Klimawandel für das Ziel der Preisstabilität haben könnte.

    Mehr: Green Bonds sind gefragt wie nie – BIZ startet neuen Fonds mit Beteiligung der EZB

    • dpa
    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Geldpolitik - Kampf gegen den Klimawandel: EZB richtet neue Einheit ein
    1 Kommentar zu "Geldpolitik: Kampf gegen den Klimawandel: EZB richtet neue Einheit ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die EZB muss, sollte die CO2-Reduktion im großem Maßstab gelingen, die Geld-Schleusen öffnen und neues Geld schöpften, für die notwendige neue Infrastruktur. Wenn den materiellen Anlage-Werten (Häuser, Ackerland) der Bürger die Vernichtung droht, durch die erwartete Erwärmung, müssen die Ziele der EZB neu verhandelt werden. Es werden z.B. Millionen Staudämme in der EU notwendig werden. Auf den privaten Geld- u. Kapitalmarkt kann man sich dabei nicht verlassen, der wäre auch viel zu teuer. Die EZB muss mit Schöpf-Geld die Aufgaben der Staaten bezüglich des Klimawandels finanzieren, Laufzeit 100 Jahre, Zinsen Null. Dass wir uns richtig verstehen, gemeint sind die Aufgaben des Staates für Infrastruktur, nicht etwa ein bedingungsloses Grund-Einkommen für Faulpelze. Für den übrigen stinknormalen Kapitalismus ist der Privat-Bank-Sektor perfekt und finanziert die Wirtschaft, so dass der gnadenlose Wettbewerb erhalten bleibt. Kommunismus und Sozialismus war gestern.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%