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Geldpolitik Lagarde hält geldpolitische Unterstützung für weiter nötig

Die geldpolitische Unterstützung muss laut EZB-Chefin Lagarde trotz der Konjunkturerholung aufrechterhalten bleiben. Auch für die Banken gibt es laut EZB noch Risiken.
21.06.2021 - 17:52 Uhr Kommentieren
Christine Lagarde macht einmal mehr deutlich, dass die EZB den jüngsten Anstieg der Inflation als vorübergehend ansieht. Quelle: AP
EZB-Chefin

Christine Lagarde macht einmal mehr deutlich, dass die EZB den jüngsten Anstieg der Inflation als vorübergehend ansieht.

(Foto: AP)

Brüssel, Frankfurt, Frankfurt Trotz des aufkommenden Aufschwungs im Euro-Raum ist für die EZB noch keine Entwarnung angesagt. Es gelte weiter wachsam zu bleiben, auch wenn sich der Ausblick angesichts der verbesserten Corona-Lage „in der Tat“ aufhelle, sagte EZB-Chefin Christine Lagarde am Montag in einer Videoschalte vor einem Ausschuss des Europa-Parlaments.

Bereits für das laufende Quartal sei zwar damit zu rechnen, dass die Konjunktur Fahrt aufnehme. Doch stelle die Verbreitung von Virus-Mutationen weiterhin eine Risikoquelle dar. Es gelte, der von der Pandemie getroffenen Wirtschaft „die Krücken nicht zu früh“ wegzunehmen, betonte sie. Die geldpolitische Unterstützung müsse bis weit in die Phase der Konjunkturerholung hinein eine Brücke bilden. Darüber hinaus werden nach Einschätzung von Lagarde auch staatliche Hilfen weiter notwendig sein.

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Erholung verwies Lagarde auf den jüngsten Anstieg der Marktzinsen. Diese spiegelten zwar die verbesserten Aussichten für die weitere konjunkturelle Entwicklung wider, sagte die EZB-Präsidentin. Sie könnten aber zu einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen führen und ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung darstellen.

Lagarde machte einmal mehr deutlich, dass die EZB den jüngsten Anstieg der Inflation als vorübergehend ansieht. Sie verwies auf die jüngste Preisentwicklung in den USA, wo die Inflationsrate zuletzt im Mai auf fünf Prozent gestiegen ist. Dies könnte auch die Inflationserwartungen in der Eurozone verstärken. Allerdings dürften die Auswirkungen auf dem Euroraum moderat sein, versicherte die Notenbankerin. Lagarde machte aber auch deutlich, dass die EZB die Lohnentwicklung in der Eurozone aufmerksam verfolge.

Experten der EZB-Geldpolitik rechnen angesichts der einsetzenden wirtschaftlichen Erholung damit, dass die billionenschweren Krisen-Anleihenkäufe der EZB Ende März 2022 auslaufen werden. Das zu Pandemiebeginn 2020 beschlossene Programm mit dem Kürzel PEPP ist derzeit eine der wichtigsten Instrumente der EZB zur Linderung der wirtschaftlichen Nebenwirkungen der Virus-Krise.

Lagarde äußerte sich nach der Klausurtagung der EZB vom Wochenende, in der die Überarbeitung der Strategie der Währungshüter im Mittelpunkt stand. Sobald formale Beschlüsse gefasst würden, werde der Ausgang der Strategieüberprüfung öffentlich gemacht, sagte Lagarde. Soweit sei die EZB allerdings noch nicht, auch wenn es einen „guten Fortschritt“ gegeben habe.

Die EZB hatte letztmalig im Jahr 2003 ihre Strategie auf den Prüfstand gestellt. Im Zentrum steht das Inflationsziel von unter, aber nahe zwei Prozent. Aber auch gesellschaftspolitische Themen wie der Klimaschutz spielen bei der laufenden Überprüfung eine wichtige Rolle. 

Für Banken erwachsen Risiken aus Niedrigzinsumfeld

Auch für die Banken lauern laut der EZB trotz der weitgehend gut überstandenen Pandemiekrise noch Risiken. Es gelte die Warnzeichen nicht zu übersehen, die sich aus der Jagd nach Rendite im derzeitigen Niedrigzinsumfeld ergäben, sagte EZB-Bankenaufseherin Elizabeth McCaul am Montag.

Beim Versuch Gewinne zu machen, könnten die Finanzinstitute zu große Risiken eingehen. Zudem würden die Kreditprodukte immer komplexer und in einigen Bereichen gebe es bei der Bewertung von Vermögenswerten Auswüchse. Des Weiteren sei eine Erhöhung des Verschuldungsgrads zu beobachten.

Die EZB betreibt derzeit eine Politik der weit offenen Geldschleusen, um die Wirtschaft in der Coronakrise zu stützen. Als europäische Bankenaufsichtsbehörde kann sie zudem eine Reihe von Aufsichtsbeschlüssen fassen, die für Banken rechtsverbindlich sind. Zur Vermeidung von Interessenkonflikten zwischen geldpolitischen und aufsichtsrechtlichen Zuständigkeiten gilt für beide Bereiche eine strikte Trennung. 

Mehr: Analysten erwarten ersten Zinsschritt der EZB im Jahr 2024

  • rtr
  • dpa
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