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Geldpolitik Merkel und Scholz wollen Vertrag von Bundesbank-Chef Weidmann verlängern

Die Große Koalition vertraut dem Kritiker der ultralockeren Geldpolitik der EZB. Die Kanzlerin und ihr Finanzminister sollen sich einig sein.
Update: 15.01.2019 - 19:25 Uhr Kommentieren
Der 50-Jährige ist seit 2011 Bundesbank-Präsident. Quelle: dpa
Jens Weidmann

Der 50-Jährige ist seit 2011 Bundesbank-Präsident.

(Foto: dpa)

Berlin/FrankfurtDer Vertrag von Jens Weidmann als Bundesbank-Präsident soll verlängert werden. Das bestätigten Regierungskreise am Dienstag dem Handelsblatt. Weidmanns Vertrag läuft Ende April aus.

In der Großen Koalition ist die Personalie bereits besprochen worden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) seien sich einig, hieß es. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über die angedachte Vertragsverlängerung berichtet. Die Bundesbank wollte die Meldung nicht kommentieren.

Der 50-jährige Weidmann gilt als prototypischer Verfechter deutscher Stabilitätskultur. Während der Finanzkrise arbeitete er als wirtschaftspolitischer Berater für Kanzlerin Angela Merkel, die ihn schließlich zum damals jüngsten Bundesbank-Präsidenten machte.

Als solcher ist er auch Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Dort hat er vor allem als Kritiker der Euro-Rettungspolitik der Notenbank und der ultralockeren Geldpolitik von sich Reden gemacht. So war Weidmann beispielsweise das einzige Mitglied, dass im Sommer 2012 gegen den Beschluss der Notenbank stimmte, im Notfall unbegrenzt Anleihen einzelner Euro-Länder zu kaufen. Auch seine Bedenken gegen die massenhaften Aufkäufe von Staatsanleihen hat er öffentlich gemacht.

Zuletzt hat sich Weidmann mit Kritik aber stärker zurückgehalten. Das dürfte daran liegen, dass die EZB mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik begonnen hat. Viele glauben jedoch auch, dass es mit Weidmanns Ambitionen zusammenhängt, Nachfolger von EZB-Präsident Mario Draghi zu werden, dessen Amtszeit im Herbst ausläuft.

Weidmann galt lange als einer der Favoriten für die Nachfolge Draghis, doch das hat sich geändert. Um Chancen auf den EZB-Vorsitz zu haben, braucht er die Unterstützung von Kanzlerin Merkel. Diese hat aber andere Prioritäten signalisiert: Sie will lieber einen Deutschen zum neuen EU-Kommissionspräsidenten machen, den CSU-Politiker Manfred Weber. Damit sind Weidmanns Chancen auf den EZB-Vorsitz gering. Wird seine Amtszeit als Bundesbank-Präsident verlängert, bleibt er aber zumindest auch Mitglied im EZB-Rat.

Zuletzt hatte sich Weidmann zur Draghi-Nachfolge ausweichend geäußert: Jeder, der wie er im EZB-Rat sitze, müsse den Anspruch haben, Geldpolitik zu gestalten. „Es wäre doch eigenartig gewesen, wenn ich ausgeschlossen hätte, mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ist aber etwas anderes als eine Bewerbung.“ Weidmann forderte, bei der Besetzung von EU-Posten nicht grundsätzlich einzelne Nationalitäten auszuschließen. „Das wäre sicherlich nicht im Sinne der europäischen Idee.“
Mit Agenturmaterial

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