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Geldpolitik Notenbank-Chefs kritisieren EZB-Entscheidung

Die Notenbank-Chefs der Niederlande und Österreichs kritisieren die gestrige Entscheidung des EZB-Rats. Es gebe gute Gründe die Wirksamkeit zu bezweifeln.
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Klaas Knot, President of the De Nederlandsche Bank, attends the 2016 Institute of International Finance (IIF) Spring Membership meeting in Madrid, Spain, May 25, 2016. REUTERS/Susana Vera Quelle: Reuters
Knot, President of the De Nederlandsche Bank, attends the 2016 Institute of International Finance (IIF) Spring Membership meeting in Madrid

Klaas Knot, President of the De Nederlandsche Bank, attends the 2016 Institute of International Finance (IIF) Spring Membership meeting in Madrid, Spain, May 25, 2016. REUTERS/Susana Vera

(Foto: Reuters)

Frankfurt Einen Tag nach den Lockerungsbeschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) melden sich die Kritiker unter den Währungshütern zu Wort. Die Notenbank-Chefs der Niederlande und Österreichs erklärten am Freitag, dass sie die neuen Maßnahmen skeptisch sehen oder gar ablehnen.

Die EZB hatte am Donnerstag unter anderem eine Erhöhung der Strafzinsen gekoppelt mit Erleichterungen für Geldhäuser beschlossen. Zudem sollen die umstrittenen Anleihekäufe wieder aufgenommen werden. Ab November sollen pro Monat neue Zukäufe im Volumen von 20 Milliarden Euro hinzukommen. Sie sollen erst gestoppt werden, wenn die EZB kurz vor einer Zinserhöhung steht.

Die Maßnahmen, vor allem der Neustart der Anleihekäufe, passten nicht zum aktuellen Konjunkturumfeld und es gebe gute Gründe, dessen Wirksamkeit zu bezweifeln, erklärte der niederländische Notenbankchef Klaas Knot. Die Wirtschaft im Euro-Raum sei voll ausgelastet, zudem stiegen die Löhne. Die Finanzierungsbedingungen für Verbraucher, Unternehmen und Regierungen seien sehr günstig. Dagegen gibt es Knot zufolge bereits Anzeichen für verzerrte Kurse an den Finanzmärkten und eine überhöhte Risikobereitschaft im Immobilienmarkt.

Aus Sicht von Knot gibt es weder die Gefahr einer Deflation - einer schwer zu stoppenden Abwärtsspirale aus Preisen, Löhnen und Investitionen - noch Anzeichen für eine Rezession im gesamten Euro-Raum. Zwar bereite Sorge, dass die Inflation unter der Zielmarke der Notenbank liege. Daraus folge aber nicht, dass der Neustart eines Instruments mit so großer Tragweite wie die Anleihekäufe angemessen sei.

Auch Österreichs Notenbank-Chef Robert Holzmann meldete zumindest Zweifel an. Auf die Frage, ob andere und auch er dachten, dass die Beschlüsse vielleicht ein Fehler gewesen seien, sagte er Bloomberg TV: „Ich bin mir sicher, dass diese Idee einigen Leuten durch den Kopf ging. Mir ging sie definitiv durch den Kopf.“ Insidern zufolge war EZB-Präsident Mario Draghi mit dem Vorschlag zur erneuten Auflage der Anleihekäufe in der Zinssitzung auf starke Opposition gestoßen. Laut Holzmann waren Zweifel an der Wirksamkeit des Pakets ein Hauptgrund für den Widerstand.

Mehr: EZB-Präsident Mario Draghi verkündet kurz vor seinem Abschied ein historisches Paket – und legt damit auch seine Nachfolgerin Lagarde auf niedrige Zinsen fest.

  • rtr
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