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Geldpolitik Schweizer Nationalbank setzt Intervention am Devisenmarkt wohl aus

Jüngste Daten zeigen, dass sich die Schweizer Notenbank am Devisenmarkt zurückgehalten hat. Doch für eine Entwarnung ist es noch zu früh.
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Schweiz: Nationalbank setzt wohl Intervention am Devisenmarkt aus Quelle: Reuters
Schweizer Nationalbank

Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 setzen die Schweizer auf negative Zinsen und gezielte Interventionen am Devisenmarkt.

(Foto: Reuters)

Zürich Für die Notenbanker der Schweizer Nationalbank war es kein ruhiger Sommer: Wochenlang hat die Bank am Devisenmarkt interveniert, um eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern. Nun lassen jüngste Daten vermuten, dass die Notenbanker in der vergangenen Woche eine Verschnaufpause machen konnten.

Doch für eine Entwarnung scheint es noch zu früh: Der Druck auf den Franken bleibt hoch, und angesichts des veränderten geldpolitischen Umfelds halten manche Ökonomen und Anleger eine weitere Zinssenkung für wahrscheinlich. 

Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 setzen die Schweizer auf negative Zinsen und gezielte Interventionen am Devisenmarkt, damit der Franken nicht zu stark aufwertet. Das bedeutet, dass die Notenbanker mit selbst gedruckten Franken Fremdwährungen wie den Euro oder Dollar erwerben. Die Bilanz der Notenbank ist dadurch massiv gewachsen.

Wie viele Fremdwährungen die Notenbank kauft, macht sie zwar nicht direkt publik. Die Interventionen lassen sich aber am Anstieg der so genannten Sichteinlagen ablesen. Sie gingen zuletzt um 154 Millionen Franken zurück, nachdem sie in den Vorwochen jeweils um mehrere Milliarden zugelegt hatten.

Die Entwicklung der Sichteinlagen lässt auf eine Verschnaufpause für die Notenbanker schließen – für eine Entwarnung ist es aber zu früh. Ein Euro kostete am Dienstag etwa 1,085 Franken. Damit notiert der Franken noch immer so hoch wie zuletzt vor rund zwei Jahren. 

Nicht nur für die eidgenössischen Notenbanker ist der starke Franken ein Problem: Durch die starke Landeswährung werden Schweizer Waren im Ausland teurer. Das droht, die exportorientierte Wirtschaft des Landes zu belasten.

Analysten erwarten Zinssenkung

Der Druck auf den Franken dürfte sich sogar noch erhöhen. Das liegt nicht nur daran, dass die Landeswährung der Eidgenossen in unsicheren Zeiten als so genannter „sicherer Hafen“ gilt – sondern auch an den Nachbarn: Investoren rechnen fest damit, dass die Notenbanker der Europäische Zentralbank die Zinsen im Euro-Raum bei ihrer nächsten Ratssitzung senken werden. Je geringer der Zinsabstand zur Eurozone, desto höher die Gefahr, dass Anleger in die Schweiz fliehen.

Manche Analysten und Investoren erwarten deshalb, dass auch die SNB die Zinsen senkt. Auf lange Frist seien die Interventionen am Devisenmarkt kein Ersatz für eine Zinssenkung, sagte UBS-Ökonom Alessandro Bee der Nachrichtenagentur Reuters: „Interventionen sind geeignet, um den Aufwertungsdruck vorübergehend zu bekämpfen. Aber wenn die EZB die Zinsen tatsächlich senkt, wird die SNB auch mit Zinssenkungen reagieren müssen.“

Das sieht nicht jeder so. UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber, selbst ehemaliger Notenbanker, hält eine Zinssenkung für falsch. „Ähnlich wie bei Steuern gibt es auch bei Zinsen einen Punkt, ab dem die Entwicklung ins Negative kippt und der Schaden für die Wirtschaft grösser wird als der Nutzen“, sagte Weber der „NZZ“. Die Schweizer Wirtschaft könne einen stärkeren Franken verkraften. „Die Wirtschaft ist robust und kommt mit Währungsverschiebungen gut zurecht“, sagte Weber.

Und die SNB? Die Notenbank lässt sich nicht in die Karten blicken. Doch spätestens bei ihrer nächsten Zinssitzung am 19. September kommt das Thema wieder aufs Tableau. Wächst der Druck auf den Franken, könnten die Hüter des Franken aber auch schon früher tätig werden – es wäre nicht das erste Mal, dass die SNB die Märkte überrascht.

Mehr: Wer mehr als zwei Millionen Franken auf dem Konto hat, soll künftig Gebühren zahlen. Auch andere Schweizer Banken geben die negativen Zinsen an Kunden weiter.

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