Geldpolitik: Simbabwe führt Goldmünzen gegen Inflation ein
Schon unter Machthaber Robert Mugabe waren Bargeld und Lebensmittel in Simbabwe knapp.
Foto: ReutersHarare. Die Zentralbank von Simbabwe hat wegen der sehr hohen Inflation und der Währungskrise am Montag mit dem Verkauf von Goldmünzen als Wertaufbewahrungsmittel begonnen. Sie verteilte 2000 Münzen an Banken, wo die Bürger sie erwerben können. Sie können in der Landeswährung Simbabwe-Dollar, in US-Dollar und in anderen Fremdwährungen zu einem Preis verkauft werden, der sich nach dem aktuellen internationalen Goldpreis und den Produktionskosten richtet. Das teilte der Zentralbankchef John Mangudya mit.
Die „Mosi-oa-tunya“-Münze – benannt nach den Victoriafällen – könne in Bargeld umgetauscht und im In- und Ausland gehandelt werden, so die Zentralbank. Die Münze werde eine Feinunze Gold enthalten und unter anderem von den lokalen Banken verkauft. Goldmünzen werden von internationalen Anlegern zum Schutz gegen Inflation und Risiken wie Kriege verwendet. In den vergangenen Wochen unterlag jedoch auch der Goldkurs starken Schwankungen, Anfang Juli notierte er auf einem Fünf-Monats-Tief.
Simbabwes Zentralbank hatte den Leitzins erst im Juli mehr als verdoppelt – von 80 auf 200 Prozent. Grund dafür ist der enorme Anstieg der Lebenshaltungskosten. Die Inflationsrate kletterte im Juni auf fast 192 Prozent. Das wirft einen Schatten auf den Versuch von Präsident Emmerson Mnangagwa, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Zentralbank plant, den US-Dollar in den nächsten fünf Jahre zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu machen. Das soll das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes stärken.
Schon 2009 hatte Simbabwe seinen heimischen Dollar aufgegeben und sich stattdessen für die Verwendung ausländischer Währungen entschieden, vor allem des US-Dollars. 2019 führte die Regierung die Landeswährung wieder ein. Sie verlor allerdings rasch wieder an Wert.
Die rasant steigende Inflation in dem Land im südlichen Afrika setzt der Bevölkerung zu. Menschen haben bereits mit Engpässen zu kämpfen. Das weckt Erinnerungen an das wirtschaftliche Chaos, das vor Jahren unter Robert Mugabe herrschte, der fast vier Jahrzehnte an der Macht war.