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Alleine im Jahr 2019 könnten Sparer durch die niedrigen Zinsen etwa 54 Milliarden Euro verlieren.

(Foto: Getty Images)

Geldpolitik Sparer verlieren 648 Milliarden Euro durch Niedrigzinsen

Die anhaltenden Niedrigzinsen sind ein Ärgernis für viele Bürger. Der Verlust wächst für die Sparer seit 2010 mit jedem Jahr zunehmend.
6 Kommentare

FrankfurtEs ist eine stolze Summe: 648 Milliarden Euro haben Deutschlands Sparer schon durch die niedrigen Zinsen verloren, wie die DZ Bank für den Zeitraum von 2010 bis 2019 kalkuliert hat. Dem stehen allerdings 290 Milliarden Euro an Einsparungen bei den Kreditnehmern gegenüber.

Dabei setzen die Experten für das laufende Jahr einen Verlust von 54 Milliarden an. Seit 2010 – damals waren es 24 Milliarden Euro – ist der Verlust stetig angestiegen. Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, rechnet allerdings bis auf weiteres nicht mit steigenden Zinsen, so wie viele andere Ökonomen auch. „Das Niedrigzinsniveau bleibt auf absehbare Zeit erhalten“, schreibt Bielmeier in seinem Blog.

Entscheidend für eine derartige Kalkulation ist natürlich, womit die heutigen Zinsen verglichen werden. Die DZ Bank hat in dem Fall die durchschnittlichen Einlagenzinsen der Jahre 1999 bis 2009 als „Normalniveau“ zum Ansatz gebracht. Bei Anleihen und Versicherungsleistungen ist sie, neben einem verschobenen Zeitraum, genauso vorgegangen.

Die niedrigen Zinsen werden meist der Europäischen Zentralbank (EZB) angelastet. Allerdings hat die Bundesbank darauf hingewiesen, dass es in der Vergangenheit schon häufig niedrige Realzinsen gab. Realzinsen werden durch Abzug der – in früheren Perioden oft deutlich höheren – Inflation von den ausgewiesenen Zinsen berechnet.

Der Leitzins der EZB liegt bei null Prozent, der Satz für Einlagen der Geschäftsbanken bei minus 0,4 Prozent. Die Banken geben, bis auf wenige Ausnahmen, die Minuszinsen nicht an Privatkunden weiter, wohl aber an Großinvestoren.

Die EZB bezweckt mit ihrer Geldpolitik, die Inflation auf ihr Ziel von knapp zwei Prozent anzuheben. EZB-Präsident Mario Draghi verweist häufig darauf, die niedrigen Zinsen hätten zum Aufbau von Millionen neuer Jobs geführt und seien damit der Bevölkerung zugute gekommen.

Viele Notenbanker sehen sich zudem nicht als Ursache der niedrigen Zinsen, sie folgen nach eigenem Verständnis nur dem Trend der Realzinsen. Diese Sichtweise ist auch unter Ökonomen umstritten. Claudio Borio etwa, Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sieht die Geldpolitik auch als Ursache der niedrigen Realzinsen an.

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6 Kommentare zu "Geldpolitik: Sparer verlieren 648 Milliarden Euro durch Niedrigzinsen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Natürlich kann jeder sein Geld so schwachsinnig anlegen wie er will, dann soll er aber auch nicht jammern, wenn er heute noch genauso arm ist wie vor 10 Jahren.

    Mit Verlaub, es ist hier von Geldvermehrung die Rede, denn darum geht es doch, oder?

    Totalverlust? Warum immer die Einzelwerte heranziehen? Ein Indexfonds ist viel sinnvoller. Haben Sie da schon mal einen Totalverlust erlebt?

    Ich hatte übrigens auch Immobilien erwähnt, was ist denn da mit Totalverlust? Tatsache ist, der Boom der letzten Jahre ist an den Deutschen komplett vorbeigelaufen und jetzt labern wieder alle herum, damit sie nicht als komplette Idioten dastehen.

    Das klappt aber nicht! Das Geld haben längst andere ;-)

  • Ja es sollte auch bei manchen Kommentaren Hirn und Fakten regnen.
    Hier wird von Zinsen gesprochen und nicht von Aktienkursen. Die meisten Deutschen bevorzugen leider immer noch die klassische Lebensversicherung mit langen Laufzeiten von zum Teil 30 bis 40 Jahren. Ein Wechsel der Anlageform ist nur unter größten Verlusten möglich.
    Diese Anlageform leidet unter den Niedrigzinsen eklatant. Es betrifft leider auch die Rücklagen der Sozialversicherungen die mit Strafzinsen belastet werden.
    Ein Verweis auf Aktiengewinne ist nicht zulässig, da es sich um eine Anlageform handelt die auch einen Totalverlust des Vermögens beinhaltet. Es darf keinen Zwang geben dieses Risiko einzugehen. Im Gegenzug ist es ein Verbrechen der EZB Zinsen künstlich niedrig zu halten.
    Diese 648 Mrd Euro die die deutschen Sparer verloren haben ist nichts anderes als ein Konjunkturprogramm für Notleidente Euro-Staaten (Italien, Giechenland, usw.) zu Lasten der Deutschen Sparer. Das ist Fakt und nichts anderes. P.C. hin oder her.

  • Dax 2009: 6002 Punkte. Dax heute: 11.980 Punkte
    Dow Jones 2009: 10.428 Punkte. Dow Jones heute: 25.532 Punkte

    Oh ja, lieber Gott lass Hirn und Fakten regnen, besonders in Schwaben.

  • @ Herr Frank,
    auf welche Informationen basiert Ihr Wissen????

    Sicherlich nicht auf DAX-Aktien wie z.B. :
    BAYER; DEUTSCHE BANK , COMMERZBANK, DAIMLER, EON, RWE, VW, THYSSEN, usw....

    Also, der Schwabe würde sagen:
    Liebes Herrgöttle,
    bitte, laß HIRN regnen.

  • Und was haben die Buerger durch die niedrige Inflation eingespart? Und durch die
    niedrigen Immobilienzinsen? In der Vergangenheit gab es durchaus Jahre, wo die
    Inflation hoeher war als der Zinssatz.

  • Tolle Feststellung. Gleichzeitig haben die sog. "Sparer" in den letzten 10 Jahren Billionen an Aktien und Immobiliengewinnen einfach links liegen gelassen. Die Unfähigkeit der Deutschen, Geld klug anzulegen, ist ja fast schon sprichwörtlich. Geld einfach auf der Bank lassen und hoffen, daß sich andere darum kümmern und dafür auch noch hohe Zinsen zahlen, ist eine absolut groteske und überkommene Form der Vermögensbildung. Aber die Deutschen lieben es ja Verantwortung abzugeben, (Kinder, Wohnung, Geld, Altersversorgung) alles wird anderen überlassen. Was über den Job hinausgeht wird als Zumutung betrachtet.
    Kein Wunder, daß die Deutschen im Vermögensranking international so schlecht abschneiden.