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Türkei - Wirtschaft

ARCHIV - 13.08.2018, Türkei, Istanbul: Türkische Flaggen wehen vor dem Stadtbild und dem Galataturm. Inmitten einer schweren Währungskrise berät die türkische Zentralbank über ihre zukünftige Geldpolitik. (zu dpa «Türkische Zentralbank berät über Geldpolitik») Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

(Foto: dpa)

Geldpolitik Türkei senkt Zinsen stärker als erwartet

Die türkische Zentralbank hat den Leitzins am Donnerstag von 16,5 Prozent auf 14 Prozent gesenkt. Das nährt damit die Hoffnung von Investoren auf einen Aufschwung des Landes.
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Istanbul Die türkische Zentralbank hat die Zinsen an diesem Donnerstag deutlich stärker gesenkt als erwartet. Der geldpolitische Ausschuss setzte den Leitzins in seiner Sitzung an diesem Donnerstag von 16,5 auf 14 Prozent. Vorher hatte er bei 16,5 Prozent gelegen. Damit nährt die Notenbank die Erwartung von Investoren, dass das Land bald einen Aufschwung erleben wird.

Mehrere türkische Experten und Analysten hatten vor der Entscheidung damit gerechnet, dass die Zentralbank die Zinsen lediglich um einen bis zwei Prozentpunkte senkt; auch wegen der aktuellen politischen Spannungen um eine türkische Militärintervention in Nordsyrien.

Den deutlichen Zinsschritt hat der türkische Staatschef Erdogan daher auch seinem Amtskollegen zu verdanken. Die jüngste Einigung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hatte auch wirtschaftlich einigen Dampf aus dem Kessel genommen. Die beiden Staatschefs hatten sich Anfang der Woche auf eine Sicherheitszone in Nordsyrien geeinigt. Die Türkei erreichte damit ein außenpolitisches Ziel, für das Erdogan zuvor vier Jahre lang gekämpft hatte. Die Lira gewann kurz nach der Einigung im russischen Sotschi am Dienstag 1,5 Prozent an Wert. 

Ein weiteres Chaos in der Region hätte die türkische Währung belastet und zu einer kostengetriebenen Inflation beigetragen: Die Zentralbank hätte dann die Zinsen straffer halten müssen, um die gegen die Preissteigerungen vorzugehen.

Das ist jetzt nicht mehr nötig. Mit dem neuen Leitzins in Höhe von 14 Prozent liegt dieser immer noch als die derzeitige 12-Monats-Inflation. In der Folge dürften zuerst staatliche Banken ihre Zinsen für Haus- und Konsumkredite senken, so wie sie das nach den beiden vorangegangenen Zinssenkungsrunden bereits getan hatten. Danach waren die privaten Banken stets nachgezogen. 

Ein Freibrief für eine neue Konjunkturwelle ist das gewiss nicht. Aus der Rezession ist die Wirtschaft des Landes zwar inzwischen wieder raus. Doch obwohl die Zentralbank bereits seit dem Frühjahr die Zinsen senkt, ist das Barometer für die industrielle Produktion in der Türkei seit zwölf Monaten in Folge fallend. Auch die Arbeitslosigkeit ist auf Rekordniveau. Doch das sind Probleme, die offenbar auch die Zentralbank nicht für Erdogan lösen kann. 

Mehr: Warum die türkische Regierung 17 Milliarden Dollar von der Zentralbank will.

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