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Geldpolitik US-Notenbank gespalten über weiteren geldpolitischen Kurs

Aus den Protokollen der Juli-Sitzung geht hervor: In der Führung der Notenbank gibt es unterschiedliche Positionen über den weiteren Kurs.
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In der US-Notenbank gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Zinspolitik. Quelle: AFP
Jerome Powell

In der US-Notenbank gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Zinspolitik.

(Foto: AFP)

Frankfurt Derzeit vergeht kein Tag, an dem Donald Trump nicht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf Twitter angreift. Auch am heutigen Mittwoch schrieb er in Großbuchstaben: „Wo bleibt die Fed?“

Wenn es nach Trump geht, sollte sie so schnell wie möglich die Zinsen senken, um die US-Konjunktur zu stimulieren. Doch innerhalb der Notenbank ist ein solcher Kurs höchst umstritten. Auf ihrer Sitzung Ende Juli hat die Fed erstmals seit der Finanzkrise die Zinsen um 0,25 Prozent auf die Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent gesenkt.

Fed-Chef Jerome Powell dämpfte damals aber Erwartungen auf weitere Schritte. Er sagte, dass keine Ära weiterer Zinssenkungen zu erwarten sei – was für Unruhe an den Märkten sorgte.

In der Notenbank gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Zinspolitik, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Juli-Sitzung hervorgeht. Die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschuss sahen in der Zinssenkung im Juli demnach eine „Rekalibrierung“ der Geldpolitik und eine zyklische Anpassung. Sie wollten den Eindruck vermeiden, dass sie sich bereits auf einem Weg zu weiteren Zinsschritten nach unten befinden. „Die Teilnehmer bevorzugten insgesamt eine Vorgehensweise, bei der die Geldpolitik von eingehenden Informationen angeleitet wird“, heißt es.

Auf der anderen Seite hätten „einige“ Mitglieder eine sofortige Zinssenkung um 50 Basispunkte bevorzugt. Sie begründen dies damit, dass die Inflation „hartnäckig niedrig“ sei. Zudem waren auch „mehrere“ Mitglieder dafür, die Zinsen nicht zu senken und auf ihrem bisherigen Niveau zu belassen. Von den stimmberechtigten Mitgliedern votierten die Chefin der Fed von Kansas, Esther George, und der Chef der Fed von Boston, Eric Rosengren, gegen die Zinssenkung.

Powell-Auftritt am Freitag erwartet

Die Fed-Sitzung im Juli fand noch vor der Verkündung neuer Zölle gegen China durch US-Präsident Trump statt. Seither hat auch in den USA die Angst vor einer Rezession zugenommen. Viele Investoren erwarten daher, dass die Notenbank nun doch weitere Zinssenkungen in Aussicht stellt. An den Finanzmärkten wird dies inzwischen allgemein erwartet. Hinweise darauf dürfte Fed-Chef Jerome Powell in seiner Rede auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole am Freitag liefern.

Allerdings wäre ein solcher Schritt umstritten. Aus Sicht von Kritikern würde Powell wie ein Getriebener von Trump und den Märkten wirken.

Von der US-Konjunktur gibt es derzeit unterschiedliche Signale. So sind einige zuletzt veröffentlichte Konjunkturdaten überraschend positiv ausgefallen. Zum Beispiel die Zahlen zu den US-Konsumausgaben, die im Juli überraschend stark gestiegen sind, und zur Inflation, die ebenfalls höher als erwartet ausgefallen ist.

„Die Binnenwirtschaft läuft gut,“ sagt Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. „Probleme gibt es im verarbeitenden Gewerbe und im Exportsektor.“ Diese seien für US-Wirtschaft aber nicht so wichtig wie zum Beispiel für die deutsche Wirtschaft. Zum Vergleich: In Deutschland machen Exporte etwa die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus und in China 20 Prozent – in den USA dagegen nur zehn Prozent.

Experten erwarten für das Wirtschaftswachstum im laufenden dritten Quartal einen Wert von weniger als zwei Prozent. Noch zu Jahresbeginn hatte die Wirtschaftsleistung in den USA um 3,1 Prozent zugelegt. Im Frühjahr reichte es dann nach vorläufigen Daten nur noch zu einem Wachstum von 2,1 Prozent.

„Der Handelskonflikt an sich wird keine Rezession auslösen“, sagt Weidensteiner. Er hält aber vor allem das erratische Vorgehen von Trump bei den Zöllen für ein Problem. „Das führt tendenziell dazu, dass Unternehmen Investitionen aufschieben.“

Mehr: Der US-Präsident hatte die Senkung der Steuern auf Lohn und Kapital ins Spiel gebracht – rudert jetzt aber zurück. Ökonomen mahnen: Viel wichtiger sei es, den Handelsstreit beizulegen.

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