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Geldpolitik US-Notenbank will erneut Staatsanleihen kaufen

Der Schritt dient jedoch nicht dazu, die Wirtschaft anzukurbeln. Er soll lediglich Liquiditätsengpässe vermeiden.
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Die Fed steht unter hohem politischen Druck von US-Präsident Donald Trump und hatte im dritten Quartal zwei Mal den Leitzins gesenkt. Quelle: dpa
US-Notenbank Fed

Die Fed steht unter hohem politischen Druck von US-Präsident Donald Trump und hatte im dritten Quartal zwei Mal den Leitzins gesenkt.

(Foto: dpa)

New York, Frankfurt Die US-Notenbank Federal Reserve wird kommende Woche erneut mit dem Kauf von Staatsanleihen beginnen. Das teilte die Fed am Freitag mit. Geplant sind Käufe von Papieren mit kurzfristiger Laufzeit in Höhe von 60 Milliarden Dollar pro Monat. Sie sollen am Dienstag beginnen und mindestens bis ins zweite Quartal 2020 fortgeführt werden.

Damit wollen die Währungshüter jedoch nicht, wie bei vergangenen Käufen von Staatsanleihen, die Wirtschaft ankurbeln. In den Jahren nach der Finanzkrise hatte die Fed im großen Stil Staatsanleihen mit langer Laufzeit gekauft, quantitative Lockerung genannt, um die langfristigen Zinsen zu senken und so die angeschlagene Volkswirtschaft zu stützen.

Der Strategieschwenk sei notwendig, um die Turbulenzen auf den Geldmärkten der vergangenen Wochen zu beseitigen, hieß es. Der Schritt sei “rein technischer Natur“, betonte die Fed. Es sei grundlegende Änderung der Geldpolitik.

Am 16. September musste die Fed zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder am sogenannten Repo-Markt eingreifen, um mit Geldspritzen für neue Liquidität zu sorgen. Seitdem war sie immer wieder zu Eingriffen gezwungen. Am Repo-Markt verkaufen Banken und andere Marktteilnehmer Staatspapiere über Nacht und kaufen sie am nächsten Tag zurück. Damit besorgen sie sich Kurzfristkredite, deren Zins über einen entsprechend höheren Rückkaufpreis abgegolten wird. Dieser Markt ist mit 2,2 Billionen Dollar relativ groß und daher wichtig für die Liquidität des US-Finanzsystems.

Der überraschende Engpass wurde zunächst auf das Zusammentreffen ungünstiger Umstände zurückgeführt: Die Quartalszahlungen von Steuern und Rückzahlungen von Staatspapieren in Höhe von 78 Milliarden kamen zusammen und sorgten für erhöhten Geldbedarf.

Gleichzeitig mussten die Banken nach der Finanzkrise ihre flüssigen Reserven massiv aufstocken. Hinzu kommt: Seit zwei Jahren hat die Fed den Märkten Liquidität entzogen, um ihre Geldpolitik zu normalisieren.

Nun jedoch wird sie ihre Bilanzsumme wieder erhöhen. Auf dem Höhepunkt lag sie bei 4,5 Billionen Dollar, seitdem ist sie auf 3,6 Billionen geschrumpft.

Die Fed plant neben den Anleihekäufen weitere Eingriffe in den Repo-Markt. Die sollen „mindestens bis Ende Januar“ 2020 andauern, teilten die Notenbanker weiter mit. Die Fed steht unter hohem politischen Druck von US-Präsident Donald Trump und hatte im dritten Quartal zwei Mal den Leitzins gesenkt, zuletzt auf die Spanne von 1,75 bis 2 Prozent. Die nächste Sitzung ist für den 29. Und 30. Oktober angesetzt.

Mehr: Der US-Präsident hat die Fed erneut zu einer deutlichen Senkung der Leitzinsen gedrängt. Die US-Notenbank hatte bereits im Juni und September ihren Leitzins gesenkt.

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