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Geldpolitik Yellen, Volcker, Greenspan, Bernanke – Wie vier Ex-Notenbankchefs die Fed verteidigen

Die Vorgänger von Jerome Powell haben einen Aufruf verfasst, die Unabhängigkeit der US-Notenbank zu respektieren: eine Antwort auf Donald Trumps Angriffe.
06.08.2019 - 20:00 Uhr Kommentieren
„Wir sind vereint in der Überzeugung, dass der Fed-Präsident die Erlaubnis haben muss, unabhängig und im besten Interesse der Wirtschaft zu handeln.“ Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Janet Yellen, Paul Volcker, Alan Greenspan, Ben Bernanke (v.l.n.r.)

„Wir sind vereint in der Überzeugung, dass der Fed-Präsident die Erlaubnis haben muss, unabhängig und im besten Interesse der Wirtschaft zu handeln.“

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Es sind vier klangvolle Namen: Paul Volcker, Alan Greenspan, Ben Bernanke und Janet Yellen. Seit 1979 haben diese vier Personen die US-Notenbank (Fed) als Vorgänger von Jerome Powell geleitet, der im Februar 2018 sein Amt angetreten hat.

Jeder von ihnen hat Beeindruckendes geleistet: Volcker, der für den Sieg über die Inflation eine Rezession in Kauf nahm. Greenspan als langjähriger Magier der Geldwelt, der zuletzt eingestehen musste, zu sehr dem freien Markt vertraut zu haben.

Bernanke, der nach der großen Krise 2008, die er selber nicht kommen sah, einer der Retter des weltweiten Finanzsystems wurde – und Yellen, die Bernankes Werk fortsetzte und die Normalisierung der Geldpolitik in Gang setzte, die jetzt schon wieder gestoppt ist.

Die legendären vier eilen Powell mit einer Art offenem Brief, allerdings ohne expliziten Adressaten, zu Hilfe. Veröffentlich wurde das Schreiben im „Wall Street Journal“. „Wir sind vereint in der Überzeugung, dass der Fed-Präsident die Erlaubnis haben muss, unabhängig und im besten Interesse der Wirtschaft zu handeln“, heißt es, „frei von kurzfristigem politischem Druck und, vor allem, ohne Drohung einer Abberufung oder Degradierung von Fed-Chefs aus politischen Gründen.“

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    Sie reagieren damit auf permanente Angriffe von US-Präsident Donald Trump, die dieser vor allem über Twitter kommuniziert. Trump fordert teils direkt niedrigere Zinsen, bezeichnet die Fed als „ahnungslos“ oder „antiquiert“ und bedrängt sie auch, gezielt den US-Dollar abwerten zu lassen, als Antwort auf angebliche Währungsmanipulationen in Europa oder China.

    Es hat in der Geschichte der USA schon häufiger Streit zwischen Präsidenten und der Fed gegeben. Aber in den Jahrzehnten vor Trump hatte sich doch ein gewisser Respekt vor ihrer Unabhängigkeit eingebürgert. Bernanke und Yellen wurden häufig von Parlamentariern hart kritisiert, ohne dass es aber eine direkte Einmischung in die Geldpolitik gab.

    Mit Trump hat sich das geändert. Hinzu kommt: Nachdem er zunächst selber Powell und einige andere fähige Notenbanker in die Fed berufen hatte, machte er zuletzt mit Personalvorschlägen von sich reden, die einiges Entsetzen unter Ökonomen hervorriefen.

    Daher besteht die Gefahr, dass er versuchen könnte, die Fed, wie andere Bundesbehörden, durch die Ernennung eines ihm hörigen Chefs direkt an sich zu binden. Dabei treibt er sie ohnehin schon zu niedrigeren Zinsen, indem er mit seiner aggressiven Handelspolitik Rezessionsängste schürt, auf die sie geldpolitisch reagieren muss.

    Die früheren Notenbankchefs betonen, der überparteiliche Standpunkt der Fed bedeute nicht, dass sie nicht verantwortlich sei. Sie weisen dann darauf hin, dass der Kongress der Notenbank das Mandat von Vollbeschäftigung und Preisstabilität gegeben habe und dass die Fed-Präsidenten regelmäßig dem Senat und dem Abgeordnetenhaus Rede und Antwort stünden. Weiter betonen sie, schon der Anschein von politischer Beeinflussung beschädige die Glaubwürdigkeit der Notenbank und damit auch die Wirksamkeit der Geldpolitik.

    Zum Schluss gehen die Autoren des offenen Briefs darauf ein, dass Powell, der nicht namentlich genannt wird, nach vier Jahren noch für eine weitere Amtszeit ernannt werden oder durch einen Nachfolger ersetzt werden kann, der vom Senat bestätigt werden muss.

    Vor Trump wurden für Fed-Präsidenten zum Teil mehrfach die Amtszeiten unabhängig von politischem Lagerdenken verlängert. Yellen dagegen musste nach vier Jahr gehen, weil sie politisch den oppositionellen Demokraten zugerechnet wird. Powell gilt als moderater Republikaner – von denen es immer weniger gibt, nachdem sich ein großer Teil der Partei Trump und zuvor schon Anhängern des radikalen Flügels politisch ergeben hat.

    Zur Wahl des nächsten Fed-Präsidenten heißt es in dem Schreiben: „Wir hoffen, dass die Entscheidung, wenn sie fällt, auf der Kompetenz und Integrität des Kandidaten beruht und nicht auf politischer Verbundenheit oder Aktivismus.“ Diese Hoffnung dürften viele Amerikaner teilen, so weit sie sie nicht schon aufgegeben haben.

    Mehr: Hat sich Fed-Chef Powell erpressbar gemacht? Einen Kommentar dazu lesen Sie hier.

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