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Genossenschaftsbanken Die Apobank kämpft weiter mit IT-Problemen – und verspricht Gebührenerlass

Die Apotheker- und Ärztebank zeigt sich reumütig: Ihre Kunden müssen für Juni keine Gebühren für das Konto oder andere Dienstleistungen zahlen.
03.07.2020 - 19:06 Uhr 1 Kommentar
Die Apobank aus Düsseldorf ringt mit anhaltenden IT-Problemen. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Apobank

Die Apobank aus Düsseldorf ringt mit anhaltenden IT-Problemen.

(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Frankfurt Auch knapp fünf Wochen nach dem Wechsel zum neuen Dienstleister gibt es noch IT-Probleme bei der Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Die Apobank erklärte auf Anfrage: Man arbeite weiter mit Hochdruck daran, dass für die Kunden alles reibungslos funktioniere. „Wir sind noch immer in der Stabilisierungsphase.“

In dieser Woche habe die Apobank Quartalsabschlüsse gebucht, das sei noch mit Einschränkungen verbunden gewesen, hieß es weiter. Dabei sei es beispielsweise um fehlerhafte Ansichten in den Kontoauszügen gegangen. Die Bank bestätigte zudem, dass das Onlinebanking in Teilen noch langsam sei. „Das kommt vor allem vor, wenn Wartungsarbeiten laufen.“ Zuvor hatten die Fachmedien „Apotheke adhoc“ und „Deutsches Ärzteblatt“ über anhaltende Probleme berichtet.

Die Folge der vielen Pannen: Kunden, neben Ärzten und Apothekern andere Heilberufler sowie Krankenhäuser und Pharma-Anbieter, sind extrem verärgert. Das gilt umso mehr, weil viele Ratsuchende bei der Apobank zunächst niemanden erreichen konnten – die Hotlines waren überlastet – und weil sich die Probleme teils nun schon seit mehr als einen Monat hinziehen. Für die Apobank ist die IT-Umstellung daher längst zu einem Imagedesaster geworden.

Das Geldhaus zeigt sich reumütig. Auf der Internetseite heißt es, leider sei bei der IT-Umstellung viel schiefgegangen. „Wir haben Sie verärgert.“

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    Die Apobank gesteht ein, dass sie in einer schwierigen Lage nicht immer für die Kunden da gewesen sei. „Damit ist uns der schwerste Fehler passiert, der überhaupt passieren konnte. Wir werden deshalb mehr tun, als Sie um Entschuldigung zu bitten.“ Für Juni müssen die Kunden nun keine Gebühren für das Konto oder andere Dienstleistungen zahlen.

    Auch Kartenzahlungen betroffen

    Die Apobank, die nach der DZ Bank größte Genossenschaftsbank in Deutschland, hatte während des Pfingstwochenendes ihre komplette IT vom genossenschaftlichen Anbieter Fiducia GAD auf den Schweizer Anbieter Avaloq umgestellt. Selbst für die Apobank mit ihren 480.000 Kunden ist das ein Megaprojekt. Sie muss dafür einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag aufwenden. Die genauen Kosten hat die Bank bisher nicht genannt.

    Begonnen hatten die zahlreichen Probleme – von denen die meisten aber inzwischen behoben sind – unmittelbar mit dem Wechsel zu Avaloq. So wurden Zahlungen im Onlinebanking erst mit Zeitverzögerung angezeigt, auch Überweisungen wurden verspätet ausgeführt. Zunächst konnten Kunden zudem keine Sammelüberweisungen nutzen, sondern mussten das Geld einzeln überweisen.

    Für Apotheker entstand ein weiteres Ärgernis aus der IT-Umstellung. Eine spezielle Software, die viele Apotheken nutzen und die auf das Onlinebanking der Apobank zugreift, funktionierte zeitweise nicht.

    Betroffen von den Problemen waren obendrein Kartenzahlungen. Bei der Nutzung von Girocard und Kreditkarten kam es zwischenzeitlich ebenfalls zu Störungen. In bestimmen Geschäften konnten Kunden kurz nach dem IT-Wechsel nicht mit der Girocard, besser bekannt unter ihrem alten Namen „EC-Karte“, zahlen. Nicht nur das: Bei vielen Kunden sorgte das neue Anmeldeverfahren für das Onlinebanking für Irritationen.

    Bereits vor zwei Wochen hatten sich die Apobank und ihr Privatkundenvorstand Olaf Klose getrennt. Klose war seit 2016 Privatkundenvorstand. Ein Nachfolger für den Posten ist noch nicht bestellt. Die Leitung übernehme vorerst Vorstand Holger Wessling, der das Ressort Großkunden und Märkte verantwortet.

    Mehr: Die Apobank will trotz der Coronakrise eine Dividende auszahlen.

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    1 Kommentar zu "Genossenschaftsbanken: Die Apobank kämpft weiter mit IT-Problemen – und verspricht Gebührenerlass"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mir hilft der Gebührenerlass gar nicht. Geholfen hat allerdings ein freundlicher Mitarbeiter, der mit mir alle Buchungen des Monats Juli durchgegangen ist, da der Buchungsvermerk ( "wir haben einen Einzug veranlasst") bei Zahlung mit der EC Karte (Girocard) keinen Hinweis auf den Empfänger enthielt. Leider sieht der Kontoauszug des Monats Juni genauso aus und enthält keinen Empfänger dieser Zahlungen. Dies kann wohl auch nicht mehr behoben werden. Es holpert auch u.a. noch bei der Eingabe der Benachrichtigungswünsche per e-mail, die noch nicht funktioniert.
      Es ist grauenvoll, dass eine derartige Umstellung so schlecht vorbereitet und durchgeführt wurde. Auf meine schriftliche Anfrage, wer dieses Chaos verursacht hat und verantwortlich zeichnet, erhielt ich bislang keine Antwort. Schadensersatzansprüche werden zurecht sicher auf die Apobank zukommen. Aber wer ersetzt mir die Zeit, die ich am Telefon (vergeblich, da keiner erreichbar) und am PC verbracht habe, um das elektronische Buchhaltungssystem umzustellen? Alles Fragen, aber bislang keine Antworten.
      Never change a running system! Die Gründe für den Wechsel sind mir bisher verschlossen geblieben.
      Der Bitte um Entschuldigung werde ich daher bis auf weiteres nicht nachkommen.

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