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Grenzüberschreitender Zahlungsverkehr Bundesbank beschwichtigt in Diskussion um Target-Salden

Manche Volkswirte sehen in den hohen Target-Forderungen eine schlummernde Gefahr. Nicht so Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann.
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„Solange das Eurosystem unverändert fortbesteht, sind die Target2-Salden nicht risikobehaftet“, sagt Vorstand Johannes Beermann. Quelle: dpa
Deutsche Bundesbank

„Solange das Eurosystem unverändert fortbesteht, sind die Target2-Salden nicht risikobehaftet“, sagt Vorstand Johannes Beermann.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundesbank stellt sich Befürchtungen entgegen, dass von dem starken Anstieg der sogenannten Target-Salden eine große finanzielle Gefahr für Deutschland ausgehen könnte. Das Anwachsen der Target-2-Salden bei der Bundesbank auf fast eine Billion Euro stelle für sich genommen kein Risiko dar, schreibt Johannes Beermann, Vorstand der Deutschen Bundesbank, in einem Gastbeitrag für „Welt“

Im Euro-Raum wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr der Banken über das Buchungssystem Target 2 abgewickelt. Die Target-Salden zeigen die Verbindlichkeiten und Forderungen an, die bei den nationalen Notenbanken durch die Zahlungsströme entstehen.

Manche Volkswirte sehen in den hohen Target-Forderungen aber eine schlummernde Gefahr. Sie fürchten, die Bundesbank könnte auf ihnen sitzen bleiben, sollte die Währungsunion auseinanderbrechen.

„Solange das Eurosystem unverändert fortbesteht, sind die Target2-Salden nicht risikobehaftet“, so Beermann. „Zudem wäre auch in dem Extremfall, dass ein Land mit hohen Target2-Verbindlichkeiten die Währungsunion verlässt, die Höhe der Target2-Forderungen der Bundesbank für das damit verbundene Risiko unerheblich“, argumentiert der frühere CDU-Politiker, der im Bundesbank-Vorstand unter anderem für die Bereiche Zahlungsverkehr und Bargeld zuständig ist.

Ende Juni beliefen sich im Verrechnungssystem der Euro-Zentralbanken die Forderungen der Bundesbank an die EZB auf 976 Milliarden Euro.

Entscheidend für den Ausgleich von Target-Verbindlichkeiten bei einem Austritt aus der Währungsunion seien die Fähigkeit und Bereitschaft der Zentralbank des austretenden Landes, die gegenüber der EZB bestehende Verbindlichkeit zu begleichen, so Beermann. Der Anstieg, der zum Jahresbeginn 2015 einsetzte, sei anders zu werten als die Entwicklung während der Finanz- und Staatsschuldenkrise, die maßgeblich durch das erschütterte Vertrauen in die Solvenz einzelner Banken und Bankensysteme verursacht worden sei. „Deswegen ist er – anders als der rapide Anstieg der Target2-Salden in den Jahren 2011 und 2012 – nicht zwingend ein Indikator für zunehmende Probleme im Finanzsystem oder in der Währungsunion.“

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1 Kommentar zu "Grenzüberschreitender Zahlungsverkehr: Bundesbank beschwichtigt in Diskussion um Target-Salden"

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  • Bundesbank beschwichtigt in Diskussion um Target-Salden.
    Herr Beermann.„ der frühere CDU-Politiker, der im Bundesbank-Vorstand unter anderem für die Bereiche Zahlungsverkehr und Bargeld zuständig ist beschwichtigt. War da nicht auch Sarrazin??

    Warum sollten wir einem CDU-Politiker glauben? Diese Partei belügt uns ständig wie sie es auch schon dauernd bei der Eurorettung ,Griechenland Rettung tut.
    Diese Aussagen kommen dabei heraus, wenn nicht Qualifikation sondern das Parteibuch über Posten entscheidet.
    Natürlich ist, wenn z.B. Italien aus dem euro austritt, die italienische Notenbank nicht in der Lage die Target2 Forderungen zu begleich und sie will dies auch gar nicht.
    Somit handelt es sich hier nur um die Frage wie hoch die Verluste sein werden und nicht ob Verluste möglich sind. Solche Leute die absolut keine Ahnung haben wie Herr Beermann stärken mein Vertrauen oder besser gesagt mein Mißtrauen in die Kompetenz der Bundesbank nur noch mehr.
    Aber er muß ja die Vorgaben von seiner Chefin Rauten - Angela nachplappern sonst gibts Ärger.
    Da halte ich mich besser ans Ifo-Institut oder Herrn Prof. Sinn, Menschen mit Fachkompetenz.