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Ifo-Chef Clemens Fuest „Geldpolitik kann für die Eurozone kaum noch etwas tun“

Der Chef des Ifo-Instituts glaubt, die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) helfe der Eurozone nicht, sondern schade ihr massiv. Er fordert deshalb einen Stopp des Anleihekaufprogramms.
05.11.2016 - 11:53 Uhr
Der Direktor des Institutes für Wirtschaftsforschung (ifo), Clemens Fuest, glaubt, dass die aktuelle Geldpolitik der EZB nicht sinnvoll sei. Quelle: dpa
Nicht überzeugt

Der Direktor des Institutes für Wirtschaftsforschung (ifo), Clemens Fuest, glaubt, dass die aktuelle Geldpolitik der EZB nicht sinnvoll sei.

(Foto: dpa)

Berlin Ifo-Chef Clemens Fuest hält weitere Impulse der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Konjunktur derzeit nahezu für wirkungslos. „Es ist ziemlich klar, dass die Geldpolitik für die Eurozone derzeit kaum noch etwas tun kann“, sagte der seit April amtierende Präsident des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die EZB werde die Geldschleusen derzeit wohl kaum weiter öffnen. „Vieles spricht dafür, dass sich die Inflation normalisiert“, sagte der Ökonom mit Blick auf die Entwicklung des Ölpreises. Rund um den vergangenen Jahreswechsel hatte der Verfall der Ölpreise die Teuerung im Euroraum deutlich eingedampft. Derzeit ziehen die Notierungen wieder etwas an und sorgen so für Auftrieb bei den Energiepreisen.

Damit sinke auch der Druck auf die Notenbanker im Euroraum, mit geldpolitischen Maßnahmen die Konjunktur im Euroraum anzuschieben. Für Fuest stehen die Zeichen dann eher auf Rückzug aus der Politik des billigen Geldes. „Wenn die Inflation wieder zwischen einem und zwei Prozent liegt und das Wirtschaftswachstum auch bei rund 1,5 Prozent, dann sollte man das Anleihekaufprogramm ab März 2017 auslaufen lassen. Die schädlichen Nebenwirkungen des Programms werden immer größer.“ Derzeit kauft die EZB jeden Monat Anleihen im Milliardenwert am Markt, um das Zinsniveau niedrig zu halten und Unternehmen weiter eine günstige Finanzierung zu ermöglichen.

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