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Inflation im Euro-Raum Dämpfer für EZB-Präsident Draghi

Die Inflationszahlen für den Euro-Raum sind schwach ausgefallen. Die Inflation stieg zwar, die von der EZB stark beachtete Kernrate ging jedoch zurück.
Update: 01.03.2019 - 13:01 Uhr Kommentieren
Die Notenbank versucht seit Jahren, die Inflation im Euro-Raum wieder in Richtung des von ihr definierten Zielwerts von knapp unter zwei Prozent zu bringen. Quelle: dpa
Preissteigerung

Die Notenbank versucht seit Jahren, die Inflation im Euro-Raum wieder in Richtung des von ihr definierten Zielwerts von knapp unter zwei Prozent zu bringen.

(Foto: dpa)

FrankfurtIn der kommenden Woche steht EZB-Präsident Mario Draghi vor wichtigen Entscheidungen. Auf ihrer Ratssitzung entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) über ihren weiteren geldpolitischen Kurs in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Im Vorfeld der Sitzung gab es am heutigen Freitag eher schlechte Nachrichten vom europäischen Statistikamt Eurostat.

Dieses vermeldet zwar einen leichten Anstieg der Inflation im Euro-Raum von 1,4 auf 1,5 Prozent. Gleichzeitig jedoch fiel die so genannte Kerninflation, aus der besonders schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie herausgestrichen werden, von 1,1 auf 1,0 Prozent. Die EZB achtet stark auf die Kerninflation, weil sie als guter Indikator dafür gilt, ob die Preissteigerung nachhaltig ist.

Die EZB strebt eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent im Euro-Raum an, die sie als ideal für die Konjunktur ansieht. Um die Inflation im Euro-Raum anzuschieben, hat die EZB die Zinsen auf ein Rekordtief gesenkt und für mehr als zwei Billionen Euro Wertpapiere der Euro-Länder gekauft. Seit Jahren jedoch verharrt die Kernrate im Euro-Raum auf einem Niveau von knapp einem Prozent.

EZB-Präsident Draghi hat bislang stets betont, dass er mit einer steigenden Inflation rechnet und dabei vor allem auf die zuletzt stärker gestiegenen Löhne im Euro-Raum verwiesen. Er hofft, dass sich das bald auch in höheren Preisen niederschlägt. Die aktuellen Zahlen wecken allerdings Zweifel daran.

„Die Hoffnung der EZB, dass die höheren Lohnsteigerungen insbesondere im Dienstleistungssektor bald zu einer Verstärkung des Preisauftriebs führen, hat damit erneut einen Dämpfer erhalten“, schreibt Commerzbank-Ökonom Christoph Weil in einer aktuellen Analyse.

Viele Ökonomen gehen grundsätzlich davon aus, dass höhere Löhne im Dienstleistungssektor eher zu höheren Preisen führen als etwa in der Industrie. Dafür spricht zum Beispiel der vergleichsweise hohe Anteil des Faktors Arbeit an der Wertschöpfung im Dienstleistungssektor. Zudem unterliegt dieser Bereich nicht so stark dem globalen Wettbewerb.

Im Januar war die Teuerungsrate für Dienstleistungen tatsächlich stärker gestiegen. Dies scheine „erneut nur ein Ausreißer gewesen zu sein“, schreibt Commerzbank-Analyst Weil. Offensichtlich falle es den Unternehmen schwer, ihre höheren Lohnkosten auf die Verbraucher zu überwälzen. Dabei dürfte aus seiner Sicht auch die schwächere Binnennachfrage eine Rolle spielen.

Bislang geht die EZB in ihren Projektionen von Dezember davon aus, dass die Kerninflation in diesem Jahr bei 1,4 Prozent liegt. Weil erwartet jedoch, dass die Notenbank in der nächsten Woche ihre Projektionen einmal mehr nach unten revidieren werde.

Für die Geldpolitik dürfte das bedeuten, dass die Notenbank vorerst keine weiteren Schritte zur Normalisierung ihrer Geldpolitik verfolgt und die Zinsen noch länger auf ihrem bisherigen Niveau von null Prozent für den Leitzins und minus 0,4 Prozent für den Einlagenzins bleiben. Viele Ökonomen gehen außerdem davon aus, dass die EZB in der nächsten Woche neue Langfristkredite für die Banken zumindest in Aussicht stellen wird.

Die Diskussion über die Modalitäten dieser Kredite könnte aber noch etwas länger andauern. Als wahrscheinlich gilt, dass neue Kredite mit einem variablen Zins und einer einer kürzeren Laufzeit als die bestehenden Langfristkredite (TLTRO) versehen werden könnten.

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