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Inflation in Deutschland steigt Hoffnungsschimmer für Draghi

Die Inflation in Deutschland ist überraschend um 0,4 Prozent gestiegen. Grund sind vor allem die anziehenden Preise für Nahrungsmittel. Was Verbraucher ärgert, ist für EZB-Chef Draghi eine gute Nachricht.
Update: 28.07.2016 - 16:34 Uhr
Ausnahmsweise gute Nachrichten vom Statistischen Bundesamt für den EZB-Chef. Quelle: Reuters
Mario Draghi

Ausnahmsweise gute Nachrichten vom Statistischen Bundesamt für den EZB-Chef.

(Foto: Reuters)

Berlin Anziehende Preise für Nahrungsmittel treiben die Inflationsrate in Deutschland überraschend auf den höchsten Stand seit Januar. Waren und Dienstleistungen kosteten im Juli durchschnittlich 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach ersten Berechnungen mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Teuerungsrate auf dem Juni-Wert von 0,3 Prozent verharrt. Die Inflation bleibt damit aber immer noch weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen spricht. Am Freitag stellt das europäische Statistikamt Eurostat die Schnellschätzung für den gesamten Euroraum vor. Im Juni lag der Wert dort bei 0,1 Prozent.

Was seit 2010 teurer wurde – und was billiger
Verbraucherpreisindex
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Obst, Haushaltsgeräte, Urlaubsreisen: Jeden Monat ermittelt das Statistische Bundesamt über 300.000 Einzelpreise für insgesamt 600 Produktgruppen in ganz Deutschland. Sie sollen den gesamten Verbrauch eines privaten Haushalts repräsentieren. Daraus errechnet das Bundesamt den Verbraucherpreisindex: Er misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von Privatpersonen für Konsumzwecke gekauft werden. Was wurde seit 2010 teurer – und was billiger?

(Foto: dpa)
Teurer: Obst
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Mit einer Preissteigerung von 25,3 Prozent in den vergangenen sechs Jahren gehört Obst zu den Zugpferden des Index’. Denn insgesamt stiegen die Preise für alle Produktgruppen zusammengenommen lediglich um sieben Prozent.

(Foto: ZB)
Teurer: Bekleidung
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Auch Textilien wurden seit 2010 deutlich teurer, wenn auch in geringerem Maße als Obst. Insgesamt stiegen die Preise für Bekleidung in den vergangenen sechs Jahren um 23 Prozent.

(Foto: dpa)
Teurer: Strom
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Es betrifft jeden – und staunen lässt es auch niemanden mehr: Die Strompreise haben seit 2010 kräftig angezogen. Im Dezember 2015 mussten Verbraucher rund 24,6 Prozent mehr für die gleiche Menge Strom bezahlen als noch sechs Jahre zuvor.

(Foto: dpa)
Teurer: Personen-Schiffsverkehr
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Mit dem Kreuzfahrt in die Südsee: 2010 war das deutlich günstiger als heutzutage. Mit einer Preissteigerung von satten 40,1 Prozent haben sich die Kosten für den Personen-Schiffsverkehr so drastisch erhöht wie in keiner anderen Produktgruppe.

(Foto: dpa)
Teurer: Pauschalreisen
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Wer auf das Kreuzfahrtschiff verzichtet, kommt deshalb trotzdem nicht unbedingt günstiger in die Ferien: Auch Pauschalreisen haben sich seit 2010 um 21,3 Prozent verteuert.

(Foto: dpa)
Teurer: Zeitungen
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Sinkende Auflage, steigender Preis: Auch Zeitungen und Zeitschriften werden immer teurer. Im Vergleich zu 2010 müssen Verbraucher heute 26,4 Prozent mehr für gedruckte Medienprodukte bezahlen.

(Foto: dpa)

Das Leben dürfte sich Ökonomen zufolge auch vorerst kaum verteuern. Denn Unternehmen hätten bisher wenig Spielräume, die Preise für ihre Produkte zu erhöhen, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. „Trotz guter Konjunktur und stabiler Konsumnachfrage werden die Inflationsraten niedrig bleiben.” Erst im kommenden Jahr werde es wieder Werte von mehr als einem Prozent geben.

Um die Inflation anzufachen, hat die EZB im März ihre Geldpolitik erneut massiv gelockert. So erhöhte sie ihre monatliche Anleihekäufe auf 80 Milliarden Euro und senkte den Einlagenzins, den Banken für ihre Übernachteinlagen bei der Notenbank zahlen, auf minus 0,4 Prozent. Durch das Votum der Briten für den EU-Austritt hat die wirtschaftliche Unsicherheit stark zugenommen. Daher hält sich EZB-Chef Draghi alle Optionen offen. "Wenn es zur Erreichung der Ziele gerechtfertigt ist, wird der EZB-Rat handeln, indem er alle verfügbaren Instrumente innerhalb seines Mandats einsetzt," sagte er auf der EZB-Pressekonferenz am 21. Juli. Viele Analysten gehen davon aus, dass Draghi die Geldpolitik auf der nächsten Sitzung im September erneut lockern wird.

Vor allem Lebensmittel werden teurer
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