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Inflation Preise in den USA steigen im Mai um 5,0 Prozent – Die Märkte zeigen sich unbeeindruckt

Die Inflationsrate in den USA liegt im Mai mit fünf Prozent höher als erwartet. Ein wesentlicher Grund ist die Entwicklung der Energiepreise.
10.06.2021 Update: 10.06.2021 - 15:13 Uhr 2 Kommentare
Der Anstieg der Verbraucherpreise wird die US-Notenbank (Fed) weiter unter Druck setzen. Quelle: AFP
Tankstelle in den USA

Der Anstieg der Verbraucherpreise wird die US-Notenbank (Fed) weiter unter Druck setzen.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Der Preisauftrieb in den USA hält an. Im Mai legten die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,0 Prozent zu. Der Markt hatte einen Anstieg um 4,7 Prozent erwartet. Das ist die höchste Inflationsrate seit Ende August 2008.

Der um Energie- und Lebensmittelpreise bereinigte Index stieg um 3,8 Prozent, der höchste Zwölfmonatsanstieg seit Ende Juni 1992.

Bereits im April war die Inflationsrate in den USA stark gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Verbraucherpreise um 4,2 Prozent höher. Auch sie waren stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet.

Der Anstieg der Verbraucherpreise wird Jerome Powell, den Chef der US-Notenbank (Fed), weiter unter Druck setzen. Kritiker fordern, die Kapitalmärkte nicht nur wie in der Coronakrise geschehen, flüssig zu halten, sondern angesichts der einsetzenden wirtschaftlichen Erholung mehr darauf zu achten, dass die Inflation nicht aus dem Ruder läuft.

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    Am Devisenmarkt zeigen sich bereits erste Reaktionen: Die Spekulationen auf eine vorzeitige Straffung der Fed-Geldpolitik treiben den Kurs der US-Währung. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg auf 90,22 Punkte von zuvor 90,172 Zählern. Im Gegenzug verbilligt sich der Euro auf 1,2162 von 1,2170 Dollar.

    Den Aktienmarkt lassen solche Überlegungen Nicht einmal die überraschend hohe US-Inflation brachte die Börsen am Donnerstag von ihrem Erholungskurs ab. Der breit gefasste Index S&P 500 stieg sogar um 0,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 4248 Punkten. Der Dow Jones und der technologielastige Nasdaq legten ähnlich stark zu.

    „Die Zahlen lagen zwar leicht über den Erwartungen, aber nicht übermäßig“, sagte Mark Grant, Chef-Anlagestratege der Investmentbank B. Riley FBR. „Ich gehe nicht davon aus, dass sie den Standpunkt der Fed, die Zinsen sehr niedrig zu halten, ändern werden.“ Die US-Notenbank berät in der kommenden Woche über ihre Geldpolitik.

    Grafik

    Am stärksten reagierte der Goldpreis: Innerhalb von wenigen Minuten machte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) die Tagesverluste wett und stieg um fast 20 Dollar auf 1888 Dollar.

    Die Renditen für Staatsanleihen ziehen an: Der Wert für eine zehnjährige US-Anleihe notiert mittlerweile wieder bei 1,5178 Prozent. Noch am gestrigen Mittwoch war die Rendite zwischenzeitlich überraschend auf 1,4722 Prozent abgesackt, den tiefsten Stand seit drei Monaten.

    Auch in Europa reagierten Marktbeobachter weitgehend gelassen: „Auch wenn uns höhere Inflationsraten noch etwas länger begleiten werden, es handelt sich im Wesentlichen um Sondereffekte der Pandemie“, sagte etwa Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Deshalb schaut man an den Finanzmärkten mittlerweile gelassen auf die Inflationsentwicklung.“

    Für Robert Greil, den Chefstrategen der Privatbank Merck Finck, ist der erneute sprunghafte Anstieg der US-Inflation ebenfalls kein Grund zur Panik. „Dass im Vergleich zur quasi stillgelegten Wirtschaft im Vorjahr die Preise mit dem Abklingen der Covid-Krise stärker steigen würden, war klar“, sagt er und verweist auf Basiseffekte.

    Wall-Street-Experte Koch: „Die hohen Inflationsraten lassen den Markt kalt“

    Zudem habe sich der Inflationsanstieg im Monatsvergleich abgeschwächt. Im Mai stiegen die Preise nur noch um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, im April hatte der Anstieg 0,8 Prozent betragen.

    „Wir gehen davon aus, dass die US-Inflation bereits in diesem Quartal ihren Höhepunkt erreicht.“ In Richtung Sommer dürfte dann bereits die Normalisierung einsetzen – zumindest in den USA. „Für Europa erwarten wir einen ähnlichen Verlauf auf voraussichtlich etwas niedrigerer Basis, nur um rund ein Quartal verzögert.“

    EZB-Präsidentin Christine Lagarde äußerte sich auf der Pressekonferenz im Anschluss an die geldpolitische Sitzung der EZB am heutigen Donnerstagnachmittag ähnlich: Sie hob zwar die Inflationserwartungen für 2021 und 2022 leicht an: für 2021 von 1,5 auf 1,9 Prozent, für 2022 von 1,2 Prozent auf 1,5 Prozent. Die Projektion für 2023 bleibt unverändert.

    Lagarde betonte allerdings, dass es sich bei den steigenden Preisen um ein temporäres Phänomen handele.

    Mehr: EZB hält die Geldschleusen weiterhin offen

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    2 Kommentare zu "Inflation: Preise in den USA steigen im Mai um 5,0 Prozent – Die Märkte zeigen sich unbeeindruckt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Keine Zinsen und Inflation, perfekt für Sparer!! So wird man langsam aber stetig enteignet zugunsten der Schuldnerländer. Es geht kein Aufschrei durch das Land, die Parteien halten alle still und arbeiten weiter an der Umverteilung.

    • ... und der Goldpreis reagiert sofort!

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