Inflationsrate Preise in Deutschland ziehen leicht an

Die Verbraucherpreise sind in Deutschland leicht gestiegen. Wie das statistische Bundesamt mitteilte, wird die Inflationsrate im März voraussichtlich 0,3 Prozent betragen.
Für Verbraucher wirkt eine zurückgehende Inflation wie eine Subvention – sie haben mehr Geld in der Hand. Quelle: dpa
Inflation

Für Verbraucher wirkt eine zurückgehende Inflation wie eine Subvention – sie haben mehr Geld in der Hand.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Preise in Deutschland ziehen wieder ein wenig an. Waren und Dienstleistungen kosteten im März durchschnittlich 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 0,1 Prozent gerechnet.

Im Februar war die Inflationsrate auf null Prozent gefallen, im Januar lag sie bei 0,5 Prozent. Sie bleibt damit weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die erst bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen spricht.

Was seit 2010 teurer wurde – und was billiger
Verbraucherpreisindex
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Obst, Haushaltsgeräte, Urlaubsreisen: Jeden Monat ermittelt das Statistische Bundesamt über 300.000 Einzelpreise für insgesamt 600 Produktgruppen in ganz Deutschland. Sie sollen den gesamten Verbrauch eines privaten Haushalts repräsentieren. Daraus errechnet das Bundesamt den Verbraucherpreisindex: Er misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von Privatpersonen für Konsumzwecke gekauft werden. Was wurde seit 2010 teurer – und was billiger?

Teurer: Obst
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Mit einer Preissteigerung von 25,3 Prozent in den vergangenen sechs Jahren gehört Obst zu den Zugpferden des Index’. Denn insgesamt stiegen die Preise für alle Produktgruppen zusammengenommen lediglich um sieben Prozent.

Teurer: Bekleidung
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Auch Textilien wurden seit 2010 deutlich teurer, wenn auch in geringerem Maße als Obst. Insgesamt stiegen die Preise für Bekleidung in den vergangenen sechs Jahren um 23 Prozent.

Teurer: Strom
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Es betrifft jeden – und staunen lässt es auch niemanden mehr: Die Strompreise haben seit 2010 kräftig angezogen. Im Dezember 2015 mussten Verbraucher rund 24,6 Prozent mehr für die gleiche Menge Strom bezahlen als noch sechs Jahre zuvor.

Teurer: Personen-Schiffsverkehr
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Mit dem Kreuzfahrt in die Südsee: 2010 war das deutlich günstiger als heutzutage. Mit einer Preissteigerung von satten 40,1 Prozent haben sich die Kosten für den Personen-Schiffsverkehr so drastisch erhöht wie in keiner anderen Produktgruppe.

Teurer: Pauschalreisen
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Wer auf das Kreuzfahrtschiff verzichtet, kommt deshalb trotzdem nicht unbedingt günstiger in die Ferien: Auch Pauschalreisen haben sich seit 2010 um 21,3 Prozent verteuert.

Teurer: Zeitungen
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Sinkende Auflage, steigender Preis: Auch Zeitungen und Zeitschriften werden immer teurer. Im Vergleich zu 2010 müssen Verbraucher heute 26,4 Prozent mehr für gedruckte Medienprodukte bezahlen.

Gedämpft wird die Inflation nach wie vor von billigerer Energie. Für sie mussten Verbraucher 8,9 Prozent weniger zahlen als vor einem Jahr. Dagegen zogen die Preise für Nahrungsmittel um 1,3 Prozent an, die für Dienstleistungen um 1,6 Prozent.

Die EZB will in der Euro-Zone eine Deflation - einen Preisverfall auf breiter Front mit negativen Folgen für die Wirtschaft - unbedingt vermeiden. Mit einem Bündel von Maßnahmen will sie die Kreditvergabe stärker in Schwung bringen. So setzte sie jüngst den Leitzins erstmals auf null. Das billige Geld soll die Nachfrage stimulieren und so die Preise anschieben.

  • rtr
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