IWF-Chefin Lagarde EZB soll Zinsen nochmal senken

Die Europäische Zentralbank habe noch etwas Spielraum um den Leitzins ein weiteres Mak zu senken, so IWF-Chefin Lagarde. Doch mit ihrer Forderung stößt sie auf scharfe Kritik in der deutschen Finanzbranche.
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Christine Lagarde ist Chefin des Internationalen Währungsfonds. Quelle: dpa

Christine Lagarde ist Chefin des Internationalen Währungsfonds.

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DublinIWF-Chefin Christine Lagarde hat die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise zu einer weiteren Zinssenkung aufgefordert. Trotz des rekordtiefen Leitzinses von 0,75 Prozent habe die EZB noch immer etwas Spielraum, sagte Lagarde am Freitag laut Redetext bei einem Besuch in Dublin. Die EZB hatte den Zinssatz am Donnerstag unverändert gelassen.

In der deutschen Finanzbranche stieß die Chefin des Internationalen Währungsfonds mit ihrer Forderung auf scharfe Kritik: "Das Geld über weitere Zinssenkungen zu verschenken ist nicht hilfreich", erklärte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon. "Dadurch wird der kalten Enteignung der Sparer weiter Vorschub geleistet und außerdem das Bemühen um Stabilität in Europa gefährdet."

Lagarde sprach sich zudem für kräftigere Einkommenszuwächse und eine höhere Inflation in Deutschland als Beitrag zur Stärkung der Erholung in der kriselnden Euro-Zone aus. Gemeinsam mit sinkenden Preisen und geringeren Einkommenszuwächsen in den südlichen Problemstaaten könne dies dabei helfen, das Gleichgewicht in dem Währungsraum wiederherzustellen. "Auch dies ist ein Aspekt europaweiter Solidarität." Eine nachhaltige Erholung müsse auch bei den Bürgern ankommen.

Die Euro-Staaten müssten bei ihrem Spar- und Reformkurs auf die Balance achten und dürften eine Unterstützung der Wirtschaftserholung nicht vernachlässigen, mahnte die IWF-Chefin. Dazu sei es nötig, dass die Regierungen sich nicht nur auf die Defizitziele und das Vertrauen der Finanzmärkte konzentrierten sondern auch auf Hilfe für die unter der Krise leidenden Menschen. "Eine bessere Stimmung an den Börsen sorgt nicht für mehr Arbeitsplätze und höhere Einkommen. Sie mag den Märkten helfen, aber sie hilft noch nicht der Bevölkerung."

  • rtr
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21 Kommentare zu "IWF-Chefin Lagarde: EZB soll Zinsen nochmal senken"

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  • Schon im Februar 2010 hat der ebenfalls französische Chefvolkswirt des IWF, Olivier Blanchard, gefordert, dass das Inflationsziel der Notenbanken von zwei auf vier Prozent zu verdoppeln. Der IWF macht sich damit zum Helfer der schuldenfinanzierten Politik des lockeren Geldes.

  • Für mich jedenfalls gilt darüber hinaus: "Nach Frankreich fahr' ich nur auf Ketten."

  • So sieht's aus - unsere Ahnen wussten noch, dass es lauten muss: "Jeder Stoß ein Franzos'!"

  • Man merkt, dass Mme Lagarde als Juristin keinen blassen Schimmer von Ökonomie hat. Eine klassische Fehlbesetzung beim IWF. Sie kennt nur das Wort "Solidarirät", wenn es um das "politische Projekt" geht und entlarvt sich damit als so gefährlich naiv wie Asselborn letztens in der Talkshow bei Illner.

  • ... und immer weiter die Enteignung der Leute vorantreiben- das macht Spaß, da kommt Freude auf.
    Wie wäre es denn mit einem negativ Zins? Jetzt, wo schon viele Deutsche sowas wie Riester Verträge und andere Sparformen fürs Alter haben- ist doch ein guter Zeitpunkt. Und später können sich EU Bürokraten an den verarmten Alten ergötzen.
    Zynismus beiseite: im Herbst sind Wahlen und da sollten doch alle dreimal überlegen, wem sie ihre Stimme schenken.

  • Man weiß ja, wer's gesagt hat:
    Die Dame war von Juni 2007 bis Juni 2011 Wirtschafts- und Finanzministerin im Kabinett von Premierminister François Fillon und dort mitverantwortlich für den Bruch der Nichtbeistandsklausel des Maastricht-Vertrages, der sich heute als (ein) Urübel dieser Krise zeigt.
    Darauf angesprochen meinte Sie, dieser Bruch sei "notwendig" gewesen, da es sich damals um einen "Notfall" gehandelt habe - man bedenke, eine Klausel, die SPEZIELL FÜR EINEN NOTFALL GEDACHT WAR! - diese Leute scheren sich einen Dreck um bestehende Pakte und handeln frei Schnauze, wie es Ihnen passt.
    Zu erwähnen ist noch, dass in Frankreich gegen diese Dame offiziell von der Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauch ermittelt wird.
    - Laßt euch von solchen Typen nicht übers Ohr hauen, gebt Eure Stimme geeigneten europakritischen Parteien und verweist diese Leute dahin, wohin sie gehören.

  • Die ganzen Eurokraten sollen zurücktreten und diesen Scheiß Euro mitnehmen.
    Wenn wir Deutschen einen Arsch in der Hose hö ätten wären wir schon längst auf die Straße gegangen.
    Aber wir Konsumieren und lassen den Dingen seinen Lauf
    Welcher Deutsche hat denn noch die Eier auf die Strasse zu gehen.
    Uns geht es doch viel zu gut.
    Hoch die CDU die SPD die Eurokraten.Hoch Hoch Hoch !!!

  • Jemand: Kohl und Konsorten! Inclusive der Bundesbank die keinen Widerstand leistete! Gefühlte 1000 Ökonomen sahen die katastrophe kommen ...nur Weigel und Konsorten nicht, im sicheren Gefühl Ihrer unverdienten Pensionen!
    Verat ist allemal leichter als Rückgrat!

  • Es ist nicht nützlich wenn der Deutsche gegen sein Naturell anfängt Dinge zu hinterfragen, da ist mit dem deutschen nicht gut Kirschen essen wenn er erstmal verstanden hat das er von vorne bis hinten beschissen wurde undzwar von der Unterschicht bis hin zur Oberschicht. Manch einer sagt das wir zu Überteibungen neigen. Und wir sind auf dem besten Weg das wir ein drittes mal von außen dazu gebracht werden zu Übertreibungen zu neigen. Aber das kann man auch positiv nutzen. Eine neues Geldsystem und damit zwangsläufig ewine neue Politik. (PdV) Im Falle eines wahrscheinlichen Einzugs in den Bundestag, wenn es die PdV nicht schafft, "ALternative für Deutschland".

  • Largarde....die Fortsetzung der französischen Erpressung und Anmaßung seit mehr als 100 Jahren!
    Seit es die EU gibt versucht Frankreich Deutschland "noch" kleiner zu machen ..Geographisch gelungen im Westen, wie im Osten! Dank Onkel SAM! Diese Woche lief auf Arte eine "Dokumentation" der Kriege zw. Frankreich und dem Deutschen Reich. ...Hört hört...es begann Alles mit 1870/71 ...als die Deutsche "Das Elsaß !!!!anektierten !! kein Wort von Ludwig dem 14. annektion des Elsass, dem Pfälzischen Erbfokgekrieg, den französischen Revolutionstruppen etc. Ziel waren immer deutsche, linksrheinische Gebiete, lange vor 1870/71, denn Elsass und Lothringen war deutsches Reichsland.
    Annektiert haben es die Franzosen!!!
    Diese Annektion und Anmaßung lebt bis heute fort, ohne jeglichen Widerstand unsrer "Volksverräter"!!!!!!!

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