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Jens Weidmann EZB darf geldpolitische Wende nicht hinauszögern

Geht es nach Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, soll die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik möglichst bald normalisieren. Die Währungshüter wollen aber bis Ende 2017 an ihrer Geldpolitik festhalten.
22.05.2017 - 19:43 Uhr Kommentieren
Mit Staatsanleihenkäufen verschwimme die Grenze zwischen der Geld- und Finanzpolitik, kritisiert Jens Weidmann. Quelle: Reuters
Bundesbank Präsident Jens Weidmann

Mit Staatsanleihenkäufen verschwimme die Grenze zwischen der Geld- und Finanzpolitik, kritisiert Jens Weidmann.

(Foto: Reuters)

Bochum Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat erneut eine Normalisierung der Geldpolitik angemahnt. Entscheidend sei, „dass die Notenbank die geldpolitischen Zügel rechtzeitig wieder strafft, wenn es mit Blick auf die Preisstabilität erforderlich ist,“ sagte Weidmann am Montag auf einer Veranstaltung in Bochum laut Redetext. Aus Rücksicht auf die Staatsfinanzen in einigen Ländern oder wegen etwaiger Verluste einzelner Finanzmarkt-Akteure dürfe dies nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält schon seit längerem ihre Geldschleusen weit offen – eine Reaktion auf die Finanz- und Staatsschuldenkrise. Noch bis mindestens Ende 2017 wollen die Euro-Hüter Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat erwerben. Mit den Käufen wollen sie die Wirtschaft ankurbeln und die Inflationsrate nachhaltig nach oben treiben. Angesichts zuletzt günstiger Daten zur Konjunktur- und Preisentwicklung waren vor allem aus Deutschland die Rufe nach einem Ende der Politik des ultra-billigen Geldes wieder lauter geworden. An den Finanzmärkten wird bereits spekuliert, dass die EZB ab Januar 2018 damit beginnen könnte, die Anleihenkäufe abzuschmelzen.

Weidmann bekräftigte zudem seine grundsätzliche Kritik an den Staatsanleihenkäufen. Mit ihnen verschwimme die Grenze zwischen der Geld- und Finanzpolitik. Hoch verschuldeten Staaten verschaffe das Nullzinsumfeld spürbare Entlastung. „Und deshalb muss man kein chronischer Schwarzseher sein, wenn man befürchtet, dass politischer Druck auf den EZB-Rat ausgeübt werden könnte, eine geldpolitische Normalisierung mit Rücksicht auf die Staatsfinanzen hinauszuzögern.“

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