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Jerome Powell Ist der US-Notenbankchef eine Marionette von Donald Trump?

Der Fed-Chef stellt Zinssenkungen in Aussicht. Grund ist die aggressive Handelspolitik von US-Präsident Trump.
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Der Fed-Chef wurde in der Vergangenheit immer wieder von Trump attackiert. Quelle: Reuters
Jerome Powell

Der Fed-Chef wurde in der Vergangenheit immer wieder von Trump attackiert.

(Foto: Reuters)

New YorkFür seine wichtigsten Botschaften wählt der Chef der US-Notenbank außergewöhnliche Orte. Es war das Treffen des renommierten „Economic Club of New York“ im Sheraton Hotel, bei dem Jerome Powell im November zum ersten Mal langsamere Zinserhöhungen in Aussicht stellte.

Und es war die Konferenz des geldpolitischen Fed-Ausschusses (FOMC) in Chicago, die der 66-Jährige jetzt nutzte, um sogar Zinssenkungen anzudeuten. Als Grund dafür nennt er den Handelsstreit mit China und Mexiko.

Knickt Powell nun vor Donald Trump ein? Oder zieht er lediglich die Konsequenz aus der Trump’schen Handelspolitik, die zum Risiko für die Konjunktur wird?

Lange war die Beziehung zwischen dem Weißen Haus und der Fed-Spitze nicht mehr so angespannt wie im Augenblick. Eineinhalb Jahre ist es nun her, dass Donald Trump Powell zum Nachfolger von Fed-Chefin Janet Yellen ernannte.

Doch der US-Präsident hat Powells Berufung schnell bereut und den Fed-Chef vor allem während der schwachen Börse im vergangenen Jahr immer wieder attackiert, weil er an Zinserhöhungen festhielt. „Wenn die Fed ihren Job richtig gemacht hätte, was sie nicht hat, stände der Aktienmarkt 5000 bis 10.000 Punkte höher und das BIP wäre weit über vier Prozent“, twitterte Trump vor ein paar Wochen.

Bei so viel Kritik des Präsidenten werden die Worte von Powell daher nicht nur auf ihre wirtschaftlichen Folgen geprüft; immer wieder scheinen sie auch die Frage zu provozieren: Agiert der Fed-Chef unter dem Druck von Trump oder fällt er seine Entscheidungen tatsächlich noch selbstständig? Das ist auch für einen besonnenen Menschen wie Powell, den so leicht nichts aus der Ruhe bringt, ein enormer Stressfaktor.

Wie bei allen Notenbankern, muss man auch bei Powell genau hinhören, um die Botschaft zu verstehen. Er wählt seine Worte mit Vorsicht, weil er weiß: Allzu klare Aussagen könnten die Märkte in Wallung versetzen.

Vorsichtige Worte

Wie ein Orakel spricht er vom Handelsstreit mit China und Mexiko, bei dem man nicht wisse, wie das ausgehe. „Wir beobachten genau die Folgen dieser Entwicklungen für die Perspektiven der US-Wirtschaft. Und wie immer werden wir angemessen handeln, um das Wachstum mit einem starken Arbeitsmarkt und einer Inflation nahe unserem symmetrischen Ziel von zwei Prozent zu unterstützen“, sagte Powell.

„Angemessen handeln, um das Wachstum zu unterstützen“ – es waren diese Worte, die Kennern der Zentralbanksprache zeigen, dass die Tür nun offen ist für Zinssenkungen. „Ich glaube, Chairman Powell hat den Märkten eine Botschaft gegeben, die signalisiert, dass eine Zinssenkung kommen wird“, sagt Sarah Bloom Raskin, ehemaliges Fed-Mitglied und Senior Fellow an der Duke University.

Während Powells Vorgängerin Yellen vor allem das starke Wirtschaftswachstum unter Obama mit kleinen, steten Zinsschritten vor Überhitzung schützen wollte, steht Powell vor komplizierteren Aufgaben.

Der Fed-Chef, der zuvor als Unterstaatssekretär von George W. Bush gearbeitet hatte und 2011 von Barack Obama in den Rat der Fed berufen wurde, hat es mit einem unberechenbaren Präsidenten zu tun. Entscheidungen zu Zöllen werden über Nacht gefällt und können die Märkte und die Wirtschaft spontan schocken. Wie soll er darauf reagieren?

Bei der Kommunikation hat sich der ehemalige Anwalt, Investmentbanker und Private-Equity-Manager für einen neuen Stil entschieden. Er setzte durch, dass die Fed nach jedem Treffen eine Pressekonferenz veranstaltet.

Eine Grundsatzfrage muss er immer wieder neu beantworten: Will er kurzfristig den Märkten und damit auch Trump dienen, oder müssen seine Entscheidungen dem Wohl der gesamten US-Wirtschaft geschuldet sein? Donald Luskin, Chief Investment Officer bei der Beratung Trend Macrolytics, ist überzeugt, dass Powell diesmal das große Ganze im Blick hat. Eine Zinssenkung sei zum Wohl aller. „Also lasst es uns tun!“

Mehr: Der US-Präsident setzt die Aktienmärkte unter Druck, Fed-Chef Powell beflügelt sie wieder. Damit spannt Trump letztlich die Notenbank für seine Zwecke ein.

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