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Kapitalmärkte Ein Handelskrieg birgt laut EZB erhebliche Risiken für die globale Finanzstabilität

Die Europäische Zentralbank hat Szenarien für die weltweiten Kapitalmärkte durchgerechnet. Wenn es zum Schlimmsten kommt, ist vor allem ein Bereich besonders gefährdet.
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Der internationale Handelsstreit gefährdet auch die weltweite Finanzstabilität. Quelle: dpa
EZB-Zentrale in Frankfurt

Der internationale Handelsstreit gefährdet auch die weltweite Finanzstabilität.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer internationale Handelsstreit hat bisher rechnerisch zu einem Minus von sieben Prozent bei europäischen und US-Aktienkursen geführt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB), bei der es um die Auswirkungen dieser Auseinandersetzung auf die weltweite Finanzstabilität geht.

Ausschlaggebend dabei ist, dass Anleger verunsichert und daher risikosensibler sind. Denn seit Monaten liefert sich US-Präsident Donald Trump einen Schlagabtausch vor allem mit China, geprägt von Drohungen und neuen Zöllen von zumeist zehn Prozent.

Streit gibt es aber auch zwischen den USA und Europa. In Branchen, die direkt von den Maßnahmen betroffen waren – etwa bei Stahl und Aluminium –, lag das Minus der Aktienkurse bisher bei rund zwölf Prozent, schreibt die EZB.

Auch auf dem Markt für Unternehmensanleihen zeigen sich die Folgen der Verunsicherung. Nach Auswertungen der Notenbank hat sich die Renditeerwartung der Investoren deutlich nach oben bewegt.

Die Differenz zwischen der Rendite für sichere Papiere – etwa für Staatsanleihen sehr guter Bonität – und Firmenbonds ist im Zuge des Handelsstreits um 26 Basispunkte (0,26 Prozentpunkte) angestiegen und könnte weiter auf 35 Basispunkte wachsen, wenn die Zölle auf mehr Produkte ausgedehnt werden. In den USA liegen die entsprechenden Werte mit 17 und 21 Basispunkten niedriger.

Die EZB weist selbst darauf hin, dass diese Kalkulationen mit hohen Unsicherheiten behaftet sind. Dennoch werfen sie ein Schlaglicht auf die Dimension der Probleme. Die Experten haben für den Aktienmarkt vor allem Kursreaktionen auf Nachrichten zum Handelsstreit in den jeweils zwei folgenden Tagen ausgewertet.

Weil Unternehmensbonds langsamer reagieren, haben sie für den Sektor Bewegungen über einige Monate hinweg untersucht. Für ihre Prognosen, die eine mögliche Ausweitung des Streits betreffen, haben sie außerdem auf die makroökonomischen Modelle im eigenen Haus und beim Internationalen Währungsfonds zurückgegriffen.

Wie geht es weiter? Die EZB hat drei verschiedene Varianten durchgespielt – bis hin zu einem „vollen Handelskrieg“, bei dem weite Teile des Welthandels mit Zöllen von 25 Prozent belegt würden. Selbst in dem Fall wären US-Aktien relativ wenig betroffen – mit rund zehn Prozent Kursverfall. Dagegen wären im schlimmsten Szenario 16 Prozent minus bei europäischen Aktien und 24 Prozent bei den Papieren der Schwellenländer zu erwarten.

Ähnlich sieht es bei Firmenanleihen aus. Die Differenz zu sicheren Papieren soll laut Modell in den USA um 94, in Europa um 151 und in den Schwellenländern um fette 439 Basispunkte steigen.

Noch ist das System stabil

Die Experten ziehen die Schlussfolgerung, dass die bisherigen protektionistischen Maßnahmen „noch kein drohendes Risiko für die globale Finanzstabilität“ bedeuten. Sie warnen aber, eine Eskalation zu einem großen Handelskrieg könnte wegen der Verunsicherung der Anleger zu deutlich heftigeren Kursverlusten führen. Für die Euro-Länder wären „stark sinkende Aktienkurse“ zu befürchten.

Der Handelsstreit wird von fast allen Experten und Investoren als eines der größten Risiken für die Kapitalmärkte eingeschätzt. Dabei ist schwer einzuschätzen, was genau die Investoren für die Zukunft erwarten. Sollte es weniger schlimm kommen als befürchtet, könnte die Erleichterung an den Märkten groß genug sein, um die Kurse wieder steigen zu lassen.

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