Kommentar Starks schwacher Abgang

Jürgen Starks Rücktritt kommt zur Unzeit. Just in dem Moment, als die Europäische Zentralbank die schwierigsten Moment ihrer Geschichte erlebt, schmeißt nach Axel Weber jetzt der zweite Deutsche an der Spitze der Notenbank hin.
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Handelsblatt-Redakteur Jens Münchrath. Quelle: Pablo Castagnola

Handelsblatt-Redakteur Jens Münchrath.

(Foto: Pablo Castagnola)

Warum  flieht  der Chefvolkswirt der EZB  aus seinem Amt? Warum macht  er es jetzt?

Stark steht wie einst Weber wie kaum eine andere Person für die deutsche Stabilitätskultur. Das Vertrauen in die Europäische Zentralbank hat ohnehin im letzten Jahr gelitten. Mit dem Aufkauf von Staatsanleihen  - inzwischen beträgt das Volumen rund  130 Milliarden Euro -  hat die wichtigste europäische Institution im Kampf gegen die Euro-Krise bereits ihre Unschuld verloren. Denn die direkte oder indirekte Finanzierung von Staatshaushalten ist nicht mit den Statuten der Zentralbank vereinbar.

Mit dem Verlust gleich zweier Exponenten,  für die die Solidität des Euro an erster Stelle stand,  verliert die Zentralbank mehr als ihre Unschuld. Sie verliert ihre Glaubwürdigkeit. Und das kann sich Europa in einer Zeit, in der der Euro um sein Überleben kämpft,  nicht leisten.

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13 Kommentare zu "Kommentar: Starks schwacher Abgang"

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  • Spätestens wenn Spanier, Griechen, Franzosen, Italiener und Portugiesen ihre Politiker auf der Straße vor sich hertreiben, dann werden auch Sie merken, dass es keinen einfachen Bail Out gibt. Dann sind alle Strategien von Fr. Merkel/H. Sarkozy kläglich gescheitert, weil sie ihrer Bevölkerung keine weiteren Belastungen verkaufen können, wenn die Nutznießer sich nicht an die Abmachungen halten (was auch verständlich ist). H. Stark stand für die unbequeme aber nachhaltige Lösung, jetzt wird nur Geld gedruckt, dass dann nicht mehr eingesammelt werden kann. 220 Mrd. Scheißanleihen liegen bei der EZB (bei 50% Kursverlust = 110 Mrd. nicht realisierte Verluste). Basel III ist auch noch nicht umgesetzt, da fehlen dem Bankenapparat weitere 200 Mrd. Wer rettet die Retter?
    Was haben wir den vom Euro, wenn man die Waren im Endergebnis verschenken muss, weil die Griechen und andere ihre Bestellungen nicht bezahlen können (vgl. Uboot Deal. Dazu bekommt man noch Handelsungleichgewichte, die womöglich politisch per Handelschranken abgebaut werden müssen. Höhere Importpreise helfen dem Endverbraucher nicht. Arbeitsplätze wachsen im Niedrigstlohnsektor. Nennen Sie einen 7 Euro Job einen Fortschritt? Wer zahlt in 30 Jahren die notwendigen Rentenzuschüsse?
    Der Euro ist eine Missgeburt! Die damit geschaffenen Arbeitsplätze in D destabilisieren die EU, weil es Neid erzeugt, wenn man effizienter arbeitet als die anderen EU Länder.

    Fazit:
    Der Sparer, der Rentner/Pensionär wird die Zeche zahlen müssen, wenn die Schulden inflationiert werden. Mit 2% Anlagezinsen auf 10 Jahren, 2,6% Inflation und lt. SPD 31% Abgeltungssteuer wird der Sparer schleichend enteignet (ca. 1,2% im Jahr). diese Werte werden ohne H. Stark noch stark ansteigen, bie 4% offizieller Inflation verlieren wir schon 2,6%.

  • Zustimmung.
    Ja, so allmählich muß man wohl glauben, dass der Untergang und die Vernichtung Deutsclands von dieser DDR-Frau geplant sind

  • Ihr letzter Absatz bringt es glasklar auf den Punkt.
    Merkel besetzt alles mit Vasallen, da stören solche eigenständigen Menschen mit Charakter. Vor allem solche, die was für Deutschland tun wollen
    Merkel ist schlimmer, als ich je dachte. Es könnte einem da ein böser Vergleich einfallen

  • Genau.

    Manche Leute können es sich wohl nicht vorstellen wie das ist wenn man sich sein Rückgrat nicht total verbiegen lassen will.

  • Offenkundig

    Mein Gott, wie offenkundig die Dinge mittlerweile ablaufen! Schon schämt man sich nicht länger, vor aller Welt an den Strippen zu ziehen. Auch wenn es draußen finster ist - jetzt kann der Zug Fahrt aufnehmen! Der schwäbische Schaffner versicherte uns bereits, dass alles in Ordnung ist. Und mit Jörg Asmussen als neuen Zugführer werden wir gewiß unser Ziel erreichen. Er wird an Bord bleiben, aus Pflichtgefühl und weil er schon „immer ohne Hoffnung gelebt“ hat. Wer wissen will, wie es ausgeht, braucht nur Dürrenmatts „Tunnel“ zu lesen.

  • Hinausgebissen

    Weidmann für Axel Weber, Asmussen für Jürgen Stark, ein Italiener (Mario Draghi) als neuer EZB-Chef. Parallel dazu das Urteil des Bundesverfassungsgerichts. All das dient einem Größeren. Das Rezept dafür ist alt: „Die Verfassung schreibt uns nur die Methoden vor, nicht aber das Ziel. Wir werden auf diesem verfassungsmäßigen Wege die ausschlaggebenden Mehrheiten zu erlangen versuchen, um in dem Augenblick, wo uns das gelingt, den Staat in die Form zu bringen, die unseren Ideen entspricht.“

  • Wer kann uns denn jetzt noch vor dieser EZB schuetzen?
    Gibt es denn kein Kontrollorgan, das darueber wacht, dass die EZB ihre Statuten einhält?
    Wenn es fuer den Chefvolkswirt der EZB aus (falsch) verstandener Loyalitaet zu dieser Institution die "ultima ratio" ist, die EZB zu verlassen, wuenschte ich mir, das man Sarrazin nicht aus der Bundesbank gedraengt haette, sondern im Gegenteil in die EZB beordert haette.

  • Vielleicht wurde er auch von der Kanzlerin weggebissen für ihre Vision von der DDR 2.0. All diese Rücktritte ebnen ihr letztendlich den Weg zu ihrem Traum. Ende der Ironie.

  • Herr Münchrath, Ihr Kommentar ist schwach!
    Es zeigt doch besondere Nervenstärke, wenn Herr Stark in dieser Zeit seinen Rücktritt verkündet. Wahrscheinlich bewirkt er damit mehr, als wenn er sich weiter den leidigen Ansprüchen seiner "Kollegen" ausetzen muss.

    Jedenfalls sollte jetzt jedem klar werden, dass Frau Merkel das schlimmste für Deutschland ist, was uns passieren konnte. Denn alle Kompetenzträger sind unter Ihrer Ägide gegangen: Friedrich Merz, Roland Koch, Günter Oettinger, Axel Weber und jetzt auch noch Jürgen Stark.

    Darüber sollten Sie mal einen Kommentar schreiben!!!

  • Nein, Herr Münchrath,

    die Herzen der aufrechten Ökonomen bluten.

    Es ist ein verzweifelter Rücktritt gegen die Unvernunft einer sich einschleichenden EUDSSR-Diktatur zu Lasten der deutschen Bevölkerung.

    Mit dem massiven Aufkauf von Staatsanleihen – nunmehr auch von Italien und Spanien - betrieb die EZB eine asoziale Handlung, die von einigen Politikern auch noch befürwortet wird. Die ersten Politschreihälse plädieren gar für Steuererhöhungen für dieses Fass ohne Boden.

    Schulen und Straßen verwahrlosen vor Ort – Menschen leben trotz einer Beschäftigung an der Armutsgrenze. Herr Stark ist somit zur richtign Zeit zurückgetreten.

    Ist dies Ihr System – das meinige jedenfalls nicht.

    Mittlerweile läuft die Revolution im Hintergrund. Wir wollen und können nicht mehr dieser Macht folgen. Jeder Tag ist ein verlorener und erhöht den Knall.

    Mit Demokratie hat dieses schauerliche Procedere nichts zu tun. Nur noch Abnickvereine – Aufrechte wie Herr Stark, Herr Weber, Herr Henkel, Herr Bosbach und Herr Schäffler – Mangelware.

    Alles war vorhersehbar – dieser Untergang scheint systematisch und geplant zu verlaufen.

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