Kommentar zum EuGH-Urteil Bumerang für Karlsruhe

Ist das Anleihekaufprogramm der EZB überzogen? Nein, aber, urteilt das EuGH und setzt damit Maßstäbe, auch für das oberste deutsche Gericht, das dagegen geklagt hatte. Für Notenbankchef Draghi ist es aber kein Freibrief.
Anfang 2014 bat Karlsruhe den Europäischen Gerichtshof um eine Prüfung, ob die EZB ihr Mandat durch die Anleihekäufe überdehnt hat. Quelle: dpa
Bundesgerichtshof

Anfang 2014 bat Karlsruhe den Europäischen Gerichtshof um eine Prüfung, ob die EZB ihr Mandat durch die Anleihekäufe überdehnt hat.

(Foto: dpa)

Manchmal ist es gut, dass Gerichte für ihre sorgfältige Prüfung des Sachverhalts entlang der Gesetze ihre Zeit brauchen. Bei der Prüfung der Politik der Europäischen Zentralbank durch die höchsten Gerichte Deutschlands und Europas jedenfalls hilft es, dass die Emotionen aus dem Jahr 2012 bei allen Beteiligten abgekühlt sind. Über das Anleihekauf-Programm OMT, mit dessen Ankündigung EZB-Chef Mario Draghi die Spekulationen gegen schwächere Euro-Staaten auf einen Schlag beendete, ist die Zeit hinweggegangen; es wird für immer im Status der Ankündigung bleiben.

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