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Konferenz EZB-Direktor Cœuré sieht Unabhängigkeit der Notenbanken bedroht

Benoît Cœuré, Direktor der Europäischen Zentralbank, sieht durch das sinkende Vertrauen in Notenbanken deren Unabhängigkeit in Gefahr.
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Der EZB-Direktor in seiner Rede auf der Konferenz zum 350. Jubiläum der schwedischen Notenbank. Quelle: Bloomberg
Benoit Coeure

Der EZB-Direktor in seiner Rede auf der Konferenz zum 350. Jubiläum der schwedischen Notenbank.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Laut einer Umfrage kennt nur jeder zweite Deutsche Mario Draghi – den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). „Ich überlasse es ihnen, ob das eine gute oder schlechte Nachricht ist“, sagte EZB-Direktor Benoît Cœuré auf einer Konferenz in Stockholm und spielte damit scherzhaft darauf an, dass der EZB-Präsident in Deutschland ziemlich umstritten ist.

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit hat das Vertrauen in Notenbanken seit der Finanzkrise abgenommen. In einer aktuellen Umfrage in der Euro-Zone sagten 47 Prozent der Befragten, dass sie der EZB misstrauen würden. Cœuré sieht dadurch die Unabhängigkeit der Notenbanken gefährdet. „Vertrauen zurückzugewinnen ist die Basis für die Unabhängigkeit von Notenbanken“, sagte er.

Eine mögliche Ursache für den Vertrauensverlust sieht er darin, dass die Handlungen der Notenbanken seit der Finanzkrise komplexer geworden sind. Wenn die Notenbanken zum Beispiel Anleihen kaufen, wie das die EZB und andere große Notenbanken nach der Krise gemacht haben, dann werfe das zu Recht bei vielen Menschen Fragen auf. Zum Beispiel darüber, wie sich das auf die Einkommensverteilung auswirkt.

„Wenn unsere Bürger nicht mehr verstehen, was wir machen, dann sind sie möglicherweise auch nicht mehr sicher, dass wir das richtige tun.“ Cœuré sieht mehrere Antworten auf diese Herausforderung.

Zum einen müsse man sich als Notenbank stärker bemühen, um mit der breiten Öffentlichkeit zu kommunizieren. Dazu müssten beispielsweise Zielgruppen unterschiedlich angesprochen werden und Botschaften kürzer und einfacher werden.

Ein weiterer Punkt sei eine stärkere wirtschaftliche Angleichung zwischen den 19 Mitgliedsländern des Euro. Zum Teil hätten die Menschen in den Mitgliedsländern sehr unterschiedliche Erwartungen an die Notenbank, was auch mit den unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen zusammenhänge.

Eine stärkere Angleichung würde daher die Kommunikation leichter machen, so Cœuré. Aufklärungsarbeit sei auch bei der ökonomischen Bildung nötig. Außerdem gebe es in den Notenbanken einen Mangel an Diversität, der sich ebenfalls negativ auf das Vertrauen ausschlagen könnte. So sind beispielsweise nur zwei von 25 Mitgliedern im EZB-Rat Frauen.

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