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Konjunktur Inflation im Euro-Raum auch im September negativ

Die Inflation im Euro-Raum sinkt erneut. Getrieben wurde der Preisverfall vor allem durch Energie. Für die EZB dürften damit die Sorgen zunehmen.
02.10.2020 - 11:19 Uhr Kommentieren
Die Marke knapp unter zwei Prozent Teuerung wird seit Jahren verfehlt. Quelle: dpa
Euro

Die Marke knapp unter zwei Prozent Teuerung wird seit Jahren verfehlt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im September erneut gesunken. Sie fielen binnen Jahresfrist um 0,3 Prozent, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Getrieben wurde der Preisverfall vor allem durch Energie.

Im August waren die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent gesunken. Es war das erste Mal seit 2016, dass die Inflation ins Minus rutschte. Für die Europäische Zentralbank (EZB) dürften damit die Sorgen zunehmen. Sie geht für dieses Jahr lediglich von einer Inflationsrate von plus 0,3 Prozent aus.

Energie verbilligte sich im September um 8,2 Prozent. Die Preise für Industriegüter ohne Energie sanken um 0,3 Prozent. Dagegen verteuerten sich insbesondere unverarbeitete Lebensmittel. Sie kosteten 3,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dienstleistungen verteuerten sich um 0,5 Prozent.

Die Kerninflationsrate ohne Lebensmittel und Energie fiel in den Ländern mit der Euro-Währung auf ein Rekordtief von 0,2 Prozent. Diese Rate gilt unter Fachleuten als aussagekräftige Größe für den allgemeinen Preistrend.

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    Die Währungshüter streben knapp unter zwei Prozent Teuerung als Optimalwert für die Wirtschaft an. Das ist nach Einschätzung der Währungshüter weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn sind Preise dauerhaft niedrig oder sinken auf breiter Front, könnte dies Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben – im Glauben, dass es womöglich ja bald noch billiger wird. Diese abwartende Haltung kann die Konjunktur ausbremsen. Diese Marke wird aber bereits seit Jahren verfehlt.

    EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte erst kürzlich beklagt, die Notenbank sei nicht zufrieden mit der Situation, dass ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent verfehlt werde. Sie habe in der Vergangenheit aber bewiesen, dass sie ihre Instrumente erfolgreich nachschärfen könne.

    Mehr: Lagarde öffnet die Tür für ein flexibleres Inflationsziel

    • rtr
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