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Konjunktur Zinsreform soll Chinas Firmen zu günstigeren Krediten verhelfen

Die Zinsermittlung in China soll sich nach dem Willen der chinesischen Notenbank künftig stärker nach den Marktbedürfnissen richten. Das soll die geschwächte Wirtschaft stärken.
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Die Zentralbank fordert hier nun mehr Transparenz und übt eine stärkere Kontrolle aus. Quelle: dpa
Chinesische Yuan-Scheine

Die Zentralbank fordert hier nun mehr Transparenz und übt eine stärkere Kontrolle aus.

(Foto: dpa)

Peking China will mit einer weitreichenden Zinsreform der vom Handelsstreit geschwächten Wirtschaft auf die Beine helfen. Die Pläne wurden am Samstag von der Notenbank (PBOC) vorgestellt. Sie zielen vor allem darauf ab, Kredite für Unternehmen günstiger zu machen. Die Finanzierungskosten für die Realwirtschaft würden damit gesenkt, kündigten die Zentralbanker an.

Die Neuerung soll dafür sorgen, dass die Zinsermittlung durch die Geschäftsbanken künftig besser gesteuert wird und sich stärker nach den Marktbedürfnissen richtet. Bislang spiegelt diese Festlegung aus Sicht der Führung in Peking Darlehensnachfrage und -angebot nur unzureichend wider. Das zeigt sich etwa daran, dass der Referenzzins LPR (loan prime rate), auf dessen Basis die Geschäftsbanken ihre Darlehenszinsen bestimmen, lediglich geringfügig unter dem Leitzins der Notenbank liegt.

Daher soll der Mechanismus verbessert werden, wie die Geschäftsbanken den LPR errechnen. Die Zentralbank fordert hier nun mehr Transparenz und übt eine stärkere Kontrolle aus. So soll erreicht werden, dass die Geschäftsbanken den LPR an den Zinsen ausrichten, welche die Notenbank bei ihren Geschäften am offen Markt benutzt, und nicht am – tendenziell höher liegenden – allgemeinen Leitzins, zu dem sich die Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen.

Dieser Schlüsselzins wurde zuletzt im Oktober 2015 gesenkt, und zwar auf 4,35 Prozent. Seitdem ist er unverändert. Eine weitere Reduzierung gilt nur als letztes Mittel. Regierungsberater in Peking fürchten, dass eine aggressive Lockerung der Geldpolitik den Schuldenberg und damit das Risiko einer Finanzkrise erhöhen könnten. Als wahrscheinlich gilt hingegen eine weitere Senkung des sogenannten Mindestreservesatzes durch die Zentralbank. Damit müssten die Geschäftsbanken weniger Geld als Sicherheit bei ihr parken, was mehr Spielraum für Kredite an Unternehmen eröffnen würde.

Die Konjunktur in China leidet zunehmend unter dem eskalierenden Zollkonflikt mit den USA. Die nach den Vereinigten Staaten zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs im zweiten Quartal mit 6,2 Prozent so langsam wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr.

Mehr: Amerika konsumiert, China produziert: Jahrzehntelang tickte so die Weltwirtschaft. Diese Ära des Freihandels ist beendet. Größter Verlierer könnte Deutschland sein.

  • rtr
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