Kriselnder Möbelkonzern EZB verkauft Steinhoff-Anleihen

Nach kurzem Zögern hat die Europäische Zentralbank nun ihre Anleihen des kriselnden Möbelkonzerns Steinhoff verkauft. Wie viel Geld die EZB investiert hatte, sagt sie nicht.
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Steinhoff: EZB verkauft Anleihen Quelle: dpa
Steinhoff

Die EZB hat sich von ihren Steinhoff-Anleihen getrennt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Bestand an Anleihen des kriselnden Möbelhändlers Steinhoff mit Verlust verkauft, wie aus am Montag veröffentlichten Daten der Notenbank hervorgeht. Wie viel Geld die EZB in das Papier investiert hatte, sagt sie nicht. Die Steinhoff-Anleihen hat die finnische Notenbank im Auftrag der EZB gekauft. Die Papiere haben eine Laufzeit bis 2025, das Volumen bei der Ausgabe des Papiers belief sich auf 800 Millionen Euro. Gemäß den eigenen Regeln hätte die EZB höchstens 70 Prozent einer einzelnen Unternehmensanleihe erwerben dürfen. In Marktkreisen geht man davon aus, dass sie einen oberen zweistelligen Millionenbetrag investiert hatte.

Nachdem die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Steinhoffs auf Ramschniveau herabgesenkt hatte, erfüllten die Papiere seit Dezember nicht mehr die Mindestanforderungen der EZB. Nach den internen Regeln kommen für Käufe nur Anleihen infrage, die von mindestens einer großen Ratingagentur das Gütesiegel „Investmentgrade“ für gute Bonität bekommen haben. Die Notenbank hält sich aber offen, ob sie Papiere verkauft, wenn diese vor Ende ihrer Laufzeit die Mindestkriterien nicht mehr erfüllen.

Gemessen am Wert bei der Ausgabe der Anleihe könnte die EZB bis zu 55 Prozent ihres Investments eingebüßt haben. EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Dezember Verluste mit den Papieren eingeräumt. Es sei aber nun ein kleines Minus-Geschäft gewesen.

Steinhoff steht erheblich unter dem Druck der Banken, nachdem Zweifel an den Bilanzen vor allem im Europa-Geschäft aufgekommen waren. In Deutschland laufen seit längerem Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen gegen die Nummer zwei im weltweiten Möbelhandel hinter Ikea. Die Rating-Agentur Moody's stufte ihre Bonitätsnote für das Unternehmen Ende Dezember noch tiefer in den Ramschbereich auf „Caa1“ nach unten. Die Ratingexperten sehen damit ein hohes Ausfallrisiko bei den Krediten des Unternehmens.

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