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Kristalina Georgieva Frühere EU-Kommissarin wird interimsmäßig Präsidentin der Weltbank

Kristalina Georgieva rückt nach dem Rücktritt von Jim Yong Kim an die Spitze der Entwicklungsbank. Das Provisorium könnte länger dauern als geplant.
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Die Bulgarin gehörte bis 2016 zum Kabinett von Jean-Claude Juncker. Quelle: picture alliance/dpa
Kristalina Georgieva

Die Bulgarin gehörte bis 2016 zum Kabinett von Jean-Claude Juncker.

(Foto: picture alliance/dpa)

WashingtonDie Vizepräsidentin der Weltbank ist vom Aufstieg durch Bildungschancen überzeugt. „Meine Großeltern hatten sehr wenig Bildung. Meine Eltern haben die High School abgeschlossen. Ich war der Erste Familie, der einen Doktortitel erhielt“, schrieb Kristalina Georgieva einmal auf ihrem Twitter-Account über einem schwarz-weißen Foto ihrer Familie. „Von einem Dorf in Bulgarien zum CEO der Weltbank, so etwas ist möglich.“

Jetzt klettert die 65-Jährige noch einen Schritt weiter nach oben. Wenn auch durch einen Vorfall, der die Institution zeitweise erschüttern dürfte. In dieser Woche gab Weltbank-Präsident Jim Yong Kim überraschend seinen vorzeitigen Rückzug bekannt. Ende Januar wird er die Weltbank verlassen, mehr als drei Jahre vor Ablauf seiner Amtszeit.

Noch vor wenigen Monaten betonte der unter Barack Obama nominierte Medizinprofessor, er sei „voll und ganz meiner Arbeit verpflichtet“, doch zuletzt rumorte es auf den Fluren der Zentrale in Washington, die im Dienste der Armutsbekämpfung viele Milliarden Dollar an bis zu hundert Länder jährlich verleiht. Eine Strukturreform vor einigen Jahren hatte Entlassungen von Mitarbeitern zur Folge.

Jetzt wird Georgieva, die von 2010 bis 2016 EU-Kommissarin war, das Vakuum an der Spitze für einige Zeit konstruktiv füllen müssen, denn die Nachbesetzung dürfte kompliziert werden. 189 Länder sind Mitglied der Entwicklungsbank, die USA der größte Anteilseigner.

Traditionell gilt, dass die USA den Chefposten bei der Weltbank besetzen und die Europäer die Spitze des Internationalen Währungsfonds. US-Präsident Donald Trump, der als Kritiker internationaler Organisationen und vor allem der Entwicklungshilfe bekannt ist, könnte damit den ersten Zugriff auf die Nominierung einer Nachfolge haben.

Allerdings könnten Schwellenländer wie China, Russland, Indien oder Brasilien diese Regel infrage stellen. Doch selbst wenn sie damit Erfolg hätten, würden sie ihre Macht kaum dafür einsetzen, neben Christine Lagarde beim IWF eine zweite Europäerin dauerhaft an der Spitze einer wichtigen multilateralen Finanzinstitution zu installieren.

Der bisherige Weltbank-Präsident hatte sich mit einer internen Reform Feinde gemacht. Quelle: ©Dominic Chavez/World Bank
Jim Yong Kim

Der bisherige Weltbank-Präsident hatte sich mit einer internen Reform Feinde gemacht.

(Foto: ©Dominic Chavez/World Bank)

Georgieva wird die Übergangszeit wohl dazu nutzen, nach innen zu beruhigen und nach außen den Ruf der Weltbank zu stärken. Gerade erst wurde das Kapital der Organisation um 13 Milliarden Dollar aufgestockt. Nun muss die Bank beweisen, dass sie trotz des abrupten Abgangs an der Spitze stabil und zielorientiert ist.

Im vergangenen Jahr rückte Georgieva auf den neu geschaffenen Posten der CEO. Zwischen 1993 und 2010 hatte die Ökonomin mit Abschlüssen von der Universität Sofia, der London School of Economics und dem Massachusetts Institute of Technology schon in verschiedenen Positionen für die Weltbank gearbeitet.

Danach ging sie als EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenschutz nach Brüssel, von 2014 bis 2016 war sie als Vizepräsidentin der Kommission von Jean-Claude Juncker für Haushalt und Personal zuständig. Während ihrer Amtszeit verdreifachte sie die Mittel für die Finanzierung der Flüchtlingskrise und drängte auf mehr Einstellungen von Frauen in Führungspositionen.

2016 wurde sie als mögliche UN-Generalsekretärin gehandelt. Ihre Tricks, sich motiviert zu halten, verriet sie einmal dem Fernsehsender CNBC: „Wenn ich vor einem wirklich wichtigen Tag stehe und möchte, dass mein Adrenalin kocht, bitte ich meinen Tesla, ,We Will Rock You‘ zu spielen.“

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