Kritik am Währungsfonds Bundesbank kritisiert IWF scharf

Die Bundesbank hat den Internationalen Währungsfonds scharf kritisiert. Der IWF dürfe mit seinen risikoreichen Finanzhilfen für die Krisenländer nicht zu weit gehen. Der Währungsfonds solle kein Kreditinstitut werden.
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Die Bundesbank in Frankfurt. Quelle: dpa

Die Bundesbank in Frankfurt.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundesbank hat den Internationalen Währungsfonds (IWF) vor einer Überdehnung seiner Helfer-Rolle durch zu risikoreiche Kreditvergaben gewarnt. "Durch die Übernahme zu hoher Risiken würde sich der IWF tendenziell von einem Liquiditätsmechanismus zu einem Kreditinstitut wandeln", schrieb die Bundesbank in ihrem Monatsbericht vom Montag.

Ein solcher Wandel stände "weder im Einklang mit den rechtlichen und institutionellen Vorgaben des IWF-Abkommens noch mit seinem Finanzierungsmechanismus und seinen Möglichkeiten der Risikoabsicherung". Gehe der IWF mit Finanzhilfen an Krisenländer zu weit, könnten die Aussichten der vom IWF unterstützen Anpassungsprogramme geschmälert werden.

"Im Zuge der jüngsten Finanzkrise hat der IWF seine Finanzierungsfunktion zur Unterstützung von Mitgliedsländern bei der Krisenbewältigung und zur Vermeidung von Ansteckungseffekten stark ausgeweitet", hieß es in dem Bundesbank-Bericht, ohne das damit konkret auf die Euro-Staatsschuldenkrise eingegangen wurde. Insofern erfülle der IWF seine wichtige systemische Rolle.

"Gleichzeitig haben die mit IWF-Finanzhilfen verbundenen Risiken für den Fonds substanziell zugenommen", und zwar quantitativ wie qualitativ. Die Bundesbank verwies kritisch auf eine gesunkene Effizienz von IWF-gestützten Anpassungsprogrammen sowie auf den weitgehenden Verzicht auf wirtschaftspolitische Anpassungsvorgaben bei neu entwickelten vorsorglichen Hilfeinstrumenten.

Die Bundesbank kommt in ihrer Analyse zu dem Schluss, dass neben positiv zu beurteilenden Reformen auch Änderungen beim IWF stehen, die die Risiken erhöht haben. "Insbesondere die Ausweitung der Finanzierungsfunktion des Fonds und die Aufweichung der Standards für die Mittelvergabe haben zu einer Verschlechterung seines Risikoprofils geführt", hieß es in dem Bericht.

"Die Bereitschaft zu einer immer weitreichenderen Absicherung beziehungsweise Substituierung der Finanzierung seitens privater Gläubiger birgt nicht nur die Gefahr, den IWF in seinem institutionellen Aufbau zu überfordern." Im Übrigen sei auch die finanzielle Leistungsfähigkeit des IWF begrenzt.

Der Fonds sollte sich daher nach Auffassung der Bundesbank auf seine primären Kompetenzen und Expertisen konzentrieren, wie etwa seine Überwachungsfunktion zur Krisenvorbeugung sowie auf seine zielgerichtete Finanzierungsrolle im Rahmen effizienter Programme zur Überwindung temporärer Zahlungsbilanzprobleme.

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10 Kommentare zu "Kritik am Währungsfonds: Bundesbank warnt IWF vor Kompetenzüberschreitung"

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  • Ja reg.moore, mehr als ein Scheingefecht ist es nicht. Jeder muß seinen eigenen Rettungsschirm aufbauen, denn wer sich selbst hilft, der kann durch seine Tat und dem Vorleben auch anderen helfen. Das ist dann die gewaltlose Variante. Die andere veröffentliche ich in freiwilliger Selbstzensur nicht.

  • Alle Positionen der mächtigen Geldfinanz wurden von Bilderbergern und GS Vertrauten genial besetzt.
    Der nächste Schritt wird die einheitliche Währung sein und dann die Abschaffung des pysikalischen Geldes. Jeder Mensch erhält dann seine Plastikkarte.
    Braver Büger darf mit Ihr bezahlen, unbequemer Bürger wird mal kurz der Geldhahn zugedreht.

    Ich mache jede Wette.

    LaGarde, Monti, Drucki usw, alles Handlanger von GS/Rothschild.

  • Welch hilfloser Appell!
    Die BRD ist voll im Griff von Goldman-Sachs mit dem
    unbegrenzten Ankauf von faulen Staatsanleihen, bei der
    Lloyd C. Blankfein sich die Gelegenheit nicht ent-
    gehen läßt die Begegnung mit einer unfähigen BRD-Füh-
    rung dieses zu seinem Vorteil auszunutzen.
    Goldmans Probelauf Griechenland dürfte Warnung genug für
    die BRD sein, um zu sehen was uns noch blüht!

  • Nun darf Weidmann auf Merkels Geheiß wieder ein bisschen mit dem Säbel rasseln, damit der deutsche Steuerzahler das Gefühl bekommt, nicht ganz und gar verraten und verkauft zu werden vom Berliner Marionettentheater.

  • Durfte die Bundesbank also heute mal wieder groß durchlüften?! So Recht Herr Weidmann hat, so interessiert es mangels Gewicht wahrscheinlich niemanden der Angesprochenen. Wenn Herr Weidmann noch etwas Gutes bewegen will, dann sollte er dafür sorgen, dass die Target II Forderungen der Bundesbank beigebracht werden. Schafft er das, ist sein Weg nach ganz oben frei.

  • @Rechner
    "Der IWF ist per Satzung NICHT auf Entwicklungsländer beschränkt."

    Das weiß ich, ändert sich aber trotzdem nichts daran, das meiner Meinung nach die Kohle vom IWF dort besser aufgehoben wäre.
    Großbritannien hat m. K. nach auch schon Einzahlungen aus diesen Gründen zurück gehalten.

    "Genau so hat die Industrialisierung überall angefangen - auch bei uns.

    Wenn Sie anderen einen roten Teppich zur Hängematte ausrollen wollen, dann bitte auf eigene Kosten."

    Sag ich doch, wozu dann Geld für Europa, welches sich selbst helfen kann? Und dazu das die meisten EU-Länder über die Industrialisierung hinaus sind. Wir sind inzwischen in der "Informationsgesellschaft" angekommen. Auch die Arbeiten, die jetzt noch Chinesen und andere für die ehemaligen klein angefangenen Industriestaaten erledigen, werden bald durch Maschinen ersetzt.
    Wir erleben doch täglich neue Industrialisierungen.
    Und das gilt genauso für das Landleben, da holt kaum noch jemand zum Verkauf der Kartoffeln diese mit den Händen aus dem Boden, und pflanzt diese auch nicht mehr per Hand ein.

  • 'netshadow' sagt
    -------------------
    Na, das kann ich mal teilen.
    Der IWF sollte sich darum kümmern, das die Entwicklungsländer nach vorne kommen, Europa hat selbst genug Kohle, und eine eigene Notenbank.
    -------------------

    Träumen Sie von Gelddrucken und Inflation?

    Wollen Sie Sparer enteignen?

    Der IWF ist per Satzung NICHT auf Entwicklungsländer beschränkt.

    Haben Sie die Hilfen für Großbritannien schon vergessen?

    'netshadow' sagt
    -------------------
    Wettbewerbsfähig ist jedes Land, welches Leute in Bettenburgen als Arbeitstiere ohne Rechte pfercht,
    -------------------

    Genau so hat die Industrialisierung überall angefangen - auch bei uns.

    Wenn Sie anderen einen roten Teppich zur Hängematte ausrollen wollen, dann bitte auf eigene Kosten.

    ...

    Übrigens hat jedes "Arbeitstier in Bettenburgen ohne Rechte" das Recht zu seinem früheren Landleben zurückzukehren.

    Sogar in China.

  • Also wenn Herr Weidmann bei der naechsten Wahl waehlbar waere, dann waere ihm meine Stimme sicher.

  • [...].

    +++++++++++++++++
    Die Menschheit dient seit dem jahr 2000 als "Laborratten". Mit aller Macht steuert die US Notenbank FED einer Deflation entgegen. Bisher läßt sich festhalten, dass seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007/2008 tatsächlich der Leitspruch "Never fight the FED" bestätigt wurde und wird. Der Chef des weltgrößten Hedgefonds, der im Jahr 2011 übrigens George Soros als den "besten Hedgefondsmanager aller Zeiten" abgelöst hat, Ray Dalio, spricht in seinen Analysen von einem geordneten Deleverage-Prozess in den USA. Derselbe Prozess in Europa werde Jahre dauern und unglaublich schmerzhaft verlaufen. Übrigens erwartet auch Dalio noch ein größeres "Leg" nach unten; also das, was ich einige Zeilen weiter oben in meiner Chartkommentierung als "gewaltigen Knall" bezeichnet habe. Dalio sieht hierbei die Gefahr größerer sozialer Unruhen und Verwerfungen, die "Hitler-esken" Politikern den Aufstieg ermöglichen könnten. Ähnlich bewertet übrigens auch George Soros die Situation.
    +++++++++++++++++++++++
    [...]. +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

    Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
    „Nicht persönlich werden“
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Na, das kann ich mal teilen.
    Der IWF sollte sich darum kümmern, das die Entwicklungsländer nach vorne kommen, Europa hat selbst genug Kohle, und eine eigene Notenbank.
    Und wenn schon Hilfen für Griechenland, dann kein Geld, sondern reine Strukturhilfen und kostenpflichtige Zwangsberatungen wie Steuereintreibung und aufspüren von Schwarzgeldern in Steuerparadiesen, etc., wenn man schon von Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität reden will.
    Wettbewerbsfähig ist jedes Land, welches Leute in Bettenburgen als Arbeitstiere ohne Rechte pfercht, während man zu Hause Lohndumping fahren kann.

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