Live-Ticker zu Draghi „Es hat keinen Sinn, gegen den Euro zu spekulieren“

EZB-Präsident Draghi hat die Ziele konkretisiert. Die Zentralbank werde Anleihen kaufen, wenn die Krisenländer bestimmte Reformbedingungen erfüllen. Im gesamten EZB-Rat gibt es nur einen Skeptiker gegen die Kaufpläne.
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Liveticker

Der Liveticker aus der Handelsblatt-Redaktion

Die Pressekonferenz ist beendet. Die wichtigsten Ausführungen des EZB-Präsidenten und Draghis Antworten auf die Fragen der Journalisten finden Sie hier im Live-Ticker.

Die Fragen der Journalisten

Frage: Sie sagen, die Medien haben ihre Bemerkungen letzte Woche nicht richtig verstanden. Hätten Sie nicht vorsichtiger formulieren müssen?

Draghi: Nein, ich habe die Bemerkungen gerne gemacht. Sie wurden ja auch gut aufgenommen. Und die Märkte haben mich ja nicht missverstanden und ihre Aktionen auf Basis ihrer Erwartungen durchgeführt. Ich bin recht glücklich mit meinen Ausführungen.

Frage: Was heißt ihre Bemerkung, der Euro kann nicht zurückgenommen werden?

Draghi: Es hat keinen Sinn, gegen den Euro zu spekulieren. Er bleibt und kann nicht abgeschafft werden.

Frage: Was sind die konkreten Bedingungen für die Hilfe der EZB?

Draghi: Der EZB-Rat reicht nicht aus für eine gute Geldpolitik. Da müssen auch die Regierung der Länder mitmachen. Wir können das Vakuum der fehlender Tätigkeiten in den Ländern nicht füllen. Deswegen müssen die Vorbedingungen erfüllt sein.

Frage: Sind Sie heute nicht zurückgerudert? Wurde Kritik über ihre Ausführungen in London im Rat laut?

Draghi: Haben Sie die Rede gelesen? Nein! Da stand nichts von Käufen von Obligationen und nichts von einem Zeitplan. Der Kurs dahinter war, dass ich ausdrücken wollte, dass der Euroraum stark ist. Deswegen gab es auch keine Kritik. Wir rudern nicht zurück. Der EZB-Rat hat den Ton der Rede vollständig unterstützt.

Frage: Werden Sie ihre Überlegungen den Staatschefs präsentieren?

Draghi: Nein. Wir sind sehr stolz auf unsere Unabhängigkeit.

Frage: Ab wann kann die EZB aktiv werden?

Draghi: Das wann hängt davon ab, wann die Regierungen die notwendigen Bedingungen – wie Konsolidierungen und Reformen – erfüllen.

„Einstimmig, mit einer Ausnahme“
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43 Kommentare zu "Live-Ticker zu Draghi : „Es hat keinen Sinn, gegen den Euro zu spekulieren“"

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  • an Rechner
    Staatsanleihen und Eurokurs stehen in einem direktem Verhältnis zueinander. Die Schweiz kauft natürlich europäische Staatsanleihen, um die Höhe des Franken zu beeinflussen. Anders geht es ja gar nicht, wo sollten sie denn 200 Milliarden Euro in Geldscheinen hernehmen.
    Wenn sie geschrieben hätten, "lautete" statt "lautet" hätten sie Recht. Mittlerweile hat die EZB ja schon mehrere 100 Milliarden Staatsanleihen der Südstaaten in Ihrer Bilanz. Wenn das schief geht, haftet der deutsche Steuerzahler mit 27 %. Ich glaube einfach nicht, das die Südstaaten ca. 30 % Produktivitätsrückstand gegenüber Deutschland jemals im Euro aufholen können, also bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder die Staatsausgaben um 30 % senken oder auf Dauer Tranferleistungen aus den Nordstaaten beziehen. Ich bin mal gespannt wie die Schlacht ausgeht.

  • So steht es in der Satzung.
    Das sind die Regeln.

    Seit wann halten sich Goldmann-Sachs-Banker wie Draghi an Satzungen und Regeln, wenn Gewinne winken??

    Eher ist die Erden eine Scheibe und im Norden, ganz am Rand, da wohnt der Weihnachtsmann.

    Der versorgt Italien mit frischem Geld und das ist es!


  • 'Guenter? sagt
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    Wenn man die Mehrzahl der Kommentare liest, weiß man über die Kompetenz der Verfasser mehr als denen lieb ist:
    (1) die EZB ist unabhängig, d.h. der EZB-Rat entscheidet unabhängig von Regierungen und Medien.
    (2) der EZB-Rat hat die Aufgabe, die Währung Euro zu schützen.
    (3) die Ratsmitglieder (Präsidenten der nationalen Zentralbanken) vertreten keine nationalen Interessen.
    (4) Mehrheit ist Mehrheit, daran sollten sich auch die Mitglieder des Rats halten, die unterlegen sind.
    Fazit: die EZB ist die einzige Instituttion in Euroland, die mit kompetenten Entscheidungen unser Geld vor inkompetenten Politikern schützt. Weiter so. Und nicht von Stammtisch-Akteuren irritieren lassen.
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    Würde ich Ihnen in allen Punkten zustimmen - bis auf Punkt 3 {"die Ratsmitglieder (Präsidenten der nationalen Zentralbanken) vertreten keine nationalen Interessen")}.

    Blut ist nämlich dicker als Tinte.

    Weshalb ich die Forderung der CSU, die Stimmgewichtung im EZB-Rat gemäß Kapitalanteil festzulegen, unterstütze.

    So ist das schließlich mit gutem Grund auch beim ESM-Vertrag vorgesehen.

  • 'Peter' sagt
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    Die Schweiz hat den Franken bisher mit 200 Milliarden € künstlich auf 1,20 Franken gedrückt. Wenn die EZB dasselbe mit dem Euro vorhat, bedeutet das das 20-fache, also 4 Billionen €. Na dann viel Spaß EZB. Wir sehen uns in über kurz oder lang bei der DM wieder.
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    Wie kommen Sie darauf, daß die EZB den Euro "drücken" wollte?

    Das Mandat der EZB lautet "Geldwertstabilität" - nicht "niedriger Euro".

  • O-Ton 'Demokrat'
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    Hallo Herr Draghi Herr Weidmann hat nur vorbehalte das DEUTSCHE VOLK ist dagegen GEGEN ESM DIKTATURVERTRAG EUDSSR und hier noch ein TIP wenn in GERMANIA eine UMFRAGE veröffentlicht zu Frau Merkel Herrn Schäuble und dem EURO müssen sie immer vom GEGENTEIL ausgehen warum?
    Ganz EINFACH das VOLK lässt sich von Umfragen der GEZ SENDER nicht mehr VERARS....
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    Natürlich.

    Die Umfragen sind also auch gefälscht.

    Herr 'Demokrat', die ganze Welt ist gefälscht!!!

    Schnell aussteigen!!!

    In die Privatwelt der Goldanbeter und ESM-Feinde!!!

    ++++++++

    Aus der Vereinzelung des Menschen in der modernen Industriegesellschaft, und dem selbstverschuldeten Glaubwürdigkeitsverlust der mainstream-Medien, ergibt sich eine Tendenz zur Gemeinschaftsfindung in bizarren Sekten.

    Dieses ursprünglich amerikanische Phänomen hält nun auch zunehmend in Deutschland Einzug.

  • O-Ton 'DoktorDip'
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    Hyper Mario hat seine Glaubwürdigkeit nun weitestgehend verspielt. Erst grosse Sprüche klopfen ("Believe me") und dann nicht konkret liefern.
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    Halt Pech, wenn man in Reden Dinge hineininterprätiert, die nicht gesagt wurden.

    Damit hat nicht Draghi seine Glaubwürdigkeit verspielt, sondern die Wutphantasten die sich über ihre eigenen Fehlinterprätationen künstlich aufgeregt haben.

  • O-Ton 'Ron777'
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    Der Herr EZB-Präsident hat sich als Großmaul erwiesen. sein tatsächlicher Handlungsspielraum weicht ganz offensichtlich signifikant von seinen größenwahnsinnigen Vorausbekundungen ab.
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    Woher die Wut - DAX-long abgestürzt?

    Hätten Sie die Londoner Rede Draghis gelesen, dann wüßten Sie daß es keine "größenwahnsinnigen Vorausbekundungen" gab.

  • Die Schweiz hat den Franken bisher mit 200 Milliarden € künstlich auf 1,20 Franken gedrückt. Wenn die EZB dasselbe mit dem Euro vorhat, bedeutet das das 20-fache, also 4 Billionen €. Na dann viel Spaß EZB. Wir sehen uns in über kurz oder lang bei der DM wieder.

  • 'netshadow'
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    Das ist immer so, wenn die Meinung nicht paßt, oder überhaupt etwas nichts ins eigene Gedankengebäude paßt, ist jede Aussage, die dem eigenen Film im Kopf nicht konform läuft, einfach falsch, doof, und im Zweifel der Repräsentant sowieso auch gleich zu diffamieren.

    Draghi hats einfach richtig gemacht, er hat gesagt er wird im Rahmen seines Mandats das Notwendige tun, und hat den Ball dahin zurück gegeben, wo er hin gehört. Zu den einzelnen Staaten. Und das ist auch seine Aufgabe.
    Wenn "die Märkte" nun einen Geldsegen erwartet haben, selbst schuld. Die Staatsregierungen sind in Urlaub, und die Mäuse tanzen auf dem Tisch, also haben die ihre Aufgaben nochmal ins Buch bekommen.
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    Dem kann ich mich nur hundertprozentig anschließen.

    Das ganze Wutbürgergetobe seit der Londoner Rede Draghis beruhte nur auf Phantasieinterprätationen gewisser Presseorgane zwecks Sommerlochbefüllung.

    Und darauf, daß die tobenden Wutbürger und Wutpolitiker die Rede Draghis ebensowenig gelesen und verstanden haben wie den ESM-Vertrag.

    An den Rahmenbedingungen der EZB-Politik hat sich nichts geändert.

  • "(Staats)Anleihen kaufen" - auch wenn es überall verwendet wird, ist es in Deutsch eine unsinnige Aussage. Bezeichnend, wie dieses Banker-Deutsch auch die in Deutsch gut ausgebildeten Journalsiten beherrscht.
    Anleihe ist Bezeichnung für "Geldaufnahme"/ "Verwendung fremden Eigentums".
    Mit die "EZB wird Staatsanleihen kaufen" wird verschleiert. Denn nicht die EZB "kauft", sondern verkauft den Gebrauch von Geld an den "Staat" (der verwendet es und muss es nach einer Frist plus Mehr-Geld zurückgeben). Als Sicherheit dafür übergibt er den Verkäufer, der EZB, ein auf diese Menge Geld lautendes Papier.
    Der Staat ist also Käufer des Gebrauchs von Geld und nicht die EZB ist Käufer von "Staatsanleihen", die der angebliche Käufer EZB übrigens auch nicht bezahlt,sondern zurückgibt - Zug um Zug mit der Rückgabe der genannten Menge Geld.

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