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Luis Caputo Argentiniens Zentralbankchef tritt mitten in schwerer Finanzkrise zurück

Luis Caputo hat überraschend seinen Rücktritt erklärt – seine Geldpolitik ist weitgehend wirkungslos verpufft. Sein Nachfolger kommt aus dem Finanzministerium.
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Schon länger hielten sich in Buenos Aires Gerüchte, dass der 53-Jährige es nicht mehr lange an der Spitze der Zentralbank aushalten würde. Quelle: Reuters
Luis Caputo tritt zurück

Schon länger hielten sich in Buenos Aires Gerüchte, dass der 53-Jährige es nicht mehr lange an der Spitze der Zentralbank aushalten würde.

(Foto: Reuters)

Salvador Nach nur drei Monaten und zehn Tagen im Amt ist der argentinische Zentralbankpräsident Luis Caputo überraschend von seinem Amt zurückgetreten – aus „persönlichen Gründen“, wie es offiziell heißt. Doch das nimmt ihm in Argentinien niemand ab.

Schon länger hielten sich in Buenos Aires Gerüchte, dass der 53-jährige vorige Finanzminister es nicht mehr lange an der Spitze der Zentralbank aushalten würde. Denn seit dem erneuten Bittgang Argentiniens Anfang September zum Internationalen Währungsfonds in Washington war Caputos Einfluss in der Regierung von Präsident Mauricio Macri deutlich geschrumpft. Sein Nachfolger wird Guido Sandleris, die bisherige Nummer zwei im Finanzministerium.

Nach einer Kabinettsumbildung ist der Wirtschafts- und Finanzminister Nicolás Dujovne nun der Vertraute Macris, der in Washington mit dem Fonds verhandelt. Dort befindet sich der Minister auch gerade zusammen mit Präsident Macri, der mit Christine Lagarde, der Chefin des IWF, zusammentraf, um für die Aufstockung und schnellere Auszahlung des im Juni gewährten Hilfskredits in Höhe von 50 Milliarden Dollar zu werben.

Schon vor zwei Wochen fiel auf, dass Caputo nicht bei der Delegation dabei war, die beim IWF vorsprach. Er sei der Überzeugung, dass die neue Vereinbarung mit dem Internationalen Währungsfonds das Vertrauen in die Steuer-, Finanz-, Geld- und Währungssituation wiederherstellen werde, erklärte Caputo jetzt.

Möglicherweise konnte sich der umtriebige Caputo nicht damit abfinden, dass die Geldpolitik inmitten der schweren Finanzkrise weitgehend wirkungslos geworden war. So hob er den Leitzins auf 60 Prozent, um die Pesoschwankungen zu dämpfen. Viel mehr machen konnte er nicht gegen die Flucht der Argentinier und von Investoren in den Dollar, der sich in den letzten Tagen etwas abgeschwächt hat.

Caputo galt als enger Vertrauter von Präsident Macri. Er soll entscheidend daran gearbeitet haben, dass Argentinien nach 15 Jahren Isolation von den Weltfinanzmärkten 2016 wieder Kredit bekam. So hat er etwa die Verhandlungen mit bestimmten Gläubigern geführt. Dem angesehenen Ökonomen war klar, dass sein Erfolg an der Spitze der Zentralbank daran gemessen wird, ob er in den nächsten Monaten die Inflationsrate senken kann.

Die letzten zwölf Monate summiert, beträgt die Entwertung derzeit knapp 33 Prozent. Vermutlich hat er lieber jetzt die Reißleine gezogen, um nicht in ein paar Monaten als Schuldiger für die hohe Inflation zu gelten. 

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