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Luis de Guindos EZB-Vize sieht Grenzen der Notenbank noch nicht erreicht

Die EZB hält ihren Leitzins seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent. Vize-Präsident Luis de Guindo sieht aber weiter Handlungsspielraum.
Update: 12.11.2019 - 16:45 Uhr Kommentieren
Die Europäische Zentralbank erwirbt seit November wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Quelle: dpa
EZB

Die Europäische Zentralbank erwirbt seit November wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die EZB hat laut ihrem Vize-Präsidenten Luis de Guindos ihr Pulver auch nach der jüngsten geldpolitischen Lockerung noch nicht verschossen. „Wir haben ganz sicher noch nicht unsere Grenzen erreicht“, sagte der Stellvertreter von Notenbank-Chefin Christine Lagarde der „Börsen-Zeitung“ laut Vorabbericht. „Wir können weiter handeln und wir werden weiter handeln, falls das nötig werden sollte.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im September ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Stützung der Konjunktur auf den Weg gebracht. Es umfasste eine Zinssenkung, die Neuauflage ihrer Anleihenkäufe sowie Erleichterungen für Banken. Insbesondere die Wiederaufnahme der Anleihenzukäufe war intern umstritten.

Laut dem EZB-Vize wird die Notenbank künftig die möglichen schädlichen Folgen ihrer Geldpolitik noch mehr im Auge behalten. „Wir sind uns der Nebeneffekte unserer Geldpolitik sehr bewusst und wir werden die Nebeneffekte in der Zukunft noch stärker ins Visier nehmen und ihnen noch mehr Aufmerksamkeit schenken.“

Die EZB hält ihren Leitzins bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent. Dazu kommen Strafzinsen für Banken, wenn diese überschüssige Gelder bei der EZB parken. Zusätzliche Liquidität pumpt sie durch ihre Anleihenkäufe in den Markt. Kritiker warnen seit längerem, dass durch die lange Zeit der offenen Geldschleusen die Risiken für die Finanzstabilität zunehmen und die Gefahr von Blasen an den Börsen steigt.

De Guindos sieht derzeit das größte Risiko darin, „dass das Wachstum über Jahre sehr niedrig und weit unterhalb der Potenzialrate bleibt“. Zugleich erwartet der Spanier aber, dass sich die Konjunktur langsam wieder fängt. „Im dritten und vierten Quartal sehen wir nun eine Stabilisierung“, sagte er.

Notenbankdirektor Benoit Coeure hatte zuvor bereits angekündigt, die wiederaufgelegten Anleihenkäufe so lange wie nötig fortsetzen. Der EZB-Rat sei dazu entschlossen, um die konjunkturstützende Wirkung der tiefen Leitzinsen zu verstärken, sagte Coeure am Dienstag auf einer Fachkonferenz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt laut Redetext.

Erst kurz bevor die Notenbank damit beginne, ihre Schlüsselzinsen zu erhöhen, würden die Käufe beendet. Das wiederum werde davon abhängen, dass die Inflation sich robust dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent nähere. Die Zentralbank sieht diese Marke als Idealwert für die Wirtschaft an, verfehlt sie aber bereits seit Jahren.

Mehr: Benoît Cœuré wechselt vom Direktorium der EZB zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – doch das könnte nur ein Zwischenschritt sein.

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