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Monatsbericht Bundesbank erwartet wegen der Corona-Pandemie mehr Zombie-Unternehmen

Die Notenbank sieht die Gefahr, dass mehr Firmen am Leben gehalten werden, die nicht überlebensfähig sind. Bislang spielt dies aber keine große Rolle.
14.12.2020 - 12:41 Uhr Kommentieren
Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzen vielen Unternehmen zu. Quelle: dpa
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Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzen vielen Unternehmen zu.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Debatte über eine mögliche Zombifizierung der Wirtschaft gibt es schon lange, doch seit der Coronakrise ist sie weiter aufgeflammt. Manche Ökonomen sind der Auffassung, dass unproduktive Unternehmen durch die lockere Geldpolitik der EZB und nun auch aufgrund der Hilfen in der Corona-Pandemie künstlich am Leben gehalten würden.

In ihrem aktuellen Monatsbericht kommt die Bundesbank zu einem gemischten Fazit. Einerseits betont sie, dass der Anteil der Zombie-Unternehmen durch die Niedrigzinsen der vergangenen Jahre nicht gestiegen sei.

Anderseits rechnet sie im Zuge der Corona-Pandemie mit einer zunehmenden Quote. Unter die Kategorie Zombie-Unternehmen fallen Firmen, die drei Jahre hintereinander ihre Zinsaufwendungen nicht durch Gewinne decken können oder in dieser Zeit jeweils einen negativen Cashflow aufweisen.

Die Bundesbank geht davon aus, dass sich die Ertragslage der Unternehmen in diesem Jahr pandemiebedingt verschlechtert und die Verbindlichkeiten der Unternehmen erhöhen. „Beide Faktoren erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit für ein Unternehmen, aus statistischer Sicht den Zombie-Status zu erlangen“, heißt es dazu.

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    Vor Zombie-Unternehmen warnen auch 174 Finanzexperten, die vom Mannheimer Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragt wurden. Innerhalb der kommenden sechs Monate wird die Zahl der Unternehmenspleiten nach Ansicht von 55 Prozent der Befragten stark, von 43 Prozent leicht ansteigen. Auch werde die Anzahl von Zombie-Unternehmen wachsen - nach Meinung von 39 Prozent der Befragten stark, von 58 Prozent gering.

    Um zu vermeiden, dass sich Unternehmen mit unrentablen Geschäftsmodellen im Markt halten und Ressourcen ineffizient eingesetzt werden, empfiehlt die Bundesbank, die staatlichen Hilfen in der Corona-Pandemie nur so lange wie nötig zu gewähren und im Einklang mit der wirtschaftlichen Erholung wieder zurückzufahren.

    Anteil der Zombie-Unternehmen vor der Finanzkrise höher

    Momentan stützt der deutsche Staat Unternehmen in der Krise unter anderem durch die Möglichkeit von Kurzarbeit, Bürgschaften für Unternehmenskredite und steuerliche Erleichterungen.

    Die Bundesbank verweist außerdem darauf, dass die Niedrigzinspolitik der vergangenen Jahre nicht zu einem Anstieg des Anteils der Zombie-Unternehmen geführt hat.

    Grafik

    So sei der Anteil der Zombie-Unternehmen in Deutschland vor der weltweiten Finanzkrise deutlich höher gewesen als in der Zeit danach, als das Zinsniveau deutlich gefallen ist. Laut Bundesbank hat der Rückgang des Zinsniveaus dazu beigetragen, dass die Unternehmen ihre Zinslasten besser bewältigen konnten.

    Insgesamt kommen die Ökonomen der Notenbank zu dem Ergebnis, dass „Zombie-Unternehmen bezüglich ihrer Anzahl sowie ihres Anteils am Umsatz oder an den Sachanlagen keine quantitativ bedeutsame Rolle in Deutschland spielen“.

    Daher sei nicht davon auszugehen, dass von ihnen spürbar dämpfende Effekte auf die gesamtwirtschaftliche Produktivitätsentwicklung oder das Wirtschaftswachstum allgemein ausgehen. Auch die Kreditvergabe an Zombie-Unternehmen sei in den vergangenen Jahren vergleichsweise gering gewesen.

    Konjunkturdämpfer erwartet

    Nichtsdestotrotz erwartet die Bundesbank angesichts der zweiten Infektionswelle einen weiteren Konjunkturdämpfer für die deutsche Wirtschaft im Schlussquartal 2020.

    „Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im letzten Jahresviertel aber nur relativ leicht und keinesfalls in ähnlicher Größenordnung wie im Frühjahr sinken“, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht.

    Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesbank mit einem Minus von 5,5 Prozent, 2021 mit einem Wachstum von 3,0 Prozent. Die am Sonntag von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen sind in den Einschätzungen noch nicht berücksichtigt.

    Mehr: EZB im Kaufrausch – Lagarde erhöht Anleihekäufe um 500 Milliarden Euro.

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